Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der deutschen Forstwirtschaft. Nachhaltigkeit bedeutet in der Forstwirtschaft, dass ein Wald nur soweit genutzt wird, dass das Holz, also der Ertrag, nicht abnimmt. Konkret umgesetzt bedeutet dies, dass nur so viel Wald abgeholzt wird, wie wieder nachwachsen kann, sodass auch die zukünftige Generation noch diesen Wald nutzen kann. Überträgt man diesen Gedanken auf die Wirtschaft, so bedeutet dies, dass von dem „Naturkapital“ nur so viele Zinsen abgeschöpft werden, dass das vollständige Kapital erhalten bleibt.
Im Rahmen des ersten Kapitels wird zunächst auf die geschichtliche Entwicklung des Begriffs der Nachhaltigkeit seit 1972 durch den zukunftsweisenden Bericht des Club of Romes eingegangen.
Im dritten Kapitel werden verschiedene Definitionen der nachhaltigen Entwicklung vorgestellt.
Das vierte Kapitel führt die verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit auf. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der schwachen und der starken Nachhaltigkeit. Dabei wird auch auf die Insel Nauru, einem Negativbeispiel für die schwache Nachhaltigkeit, eingegangen.
Im fünften und letzten Kapitel erfolgt ein Fazit und der Konkretisierung von welcher Nachhaltigkeitsdefinition innerhalb der nachfolgenden Bachelorarbeit ausgegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichte der Nachhaltigkeit
3 Definitionen nachhaltige Entwicklung
4 Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung
4.1 Ein- Säulen- Konzept
4.2 Drei- Säulen- Konzept
4.3 Vier- Säulen- Konzept
4.4 Schwache Nachhaltigkeit
4.5 Starke Nachhaltigkeit
4.6 Mittlere Position zwischen der starken und schwachen Nachhaltigkeit
4.7 Substanzielle und prozedurale Nachhaltigkeit
5 Fazit der Dimensionen der Nachhaltigkeit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die verschiedenen theoretischen Konzepte der Nachhaltigkeit zu analysieren, deren historische Entwicklung nachzuvollziehen und die zentralen Dimensionen sowie Abgrenzungen der Nachhaltigkeitsdebatte kritisch zu beleuchten.
- Historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs seit 1972
- Differenzierung zwischen verschiedenen Nachhaltigkeitsdefinitionen
- Analyse der Ein-, Drei- und Vier-Säulen-Modelle
- Gegenüberstellung von schwacher und starker Nachhaltigkeit
- Diskussion von Fallbeispielen wie der Insel Nauru
Auszug aus dem Buch
4.4 Schwache Nachhaltigkeit
Neben dem Ein- Säulen- Konzept, dem Drei- Säulen- Konzept und dem Vier- Säulen- Konzept existieren noch die Dimensionen der starken und der schwachen Nachhaltigkeit. Um den Ansatz der starken bzw. schwachen Nachhaltigkeit zu verstehen, ist eine Definition des Nachhaltigkeitskapitals notwendig. Dabei werden die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit als verschiedene Kapitalstöcke definiert. Die Gesamtheit dieser drei Kapitalstöcke bildet das Nachhaltigkeitskapital. Eine weitere Form der Einteilung ist die Differenzierung in verschiedene Kapitalarten. Es wird zwischen natürlichem Kapital (Luft, Boden, Gewässer, Biodiversität, Rohstoffe) und künstlichem Kapital (Kapital, das vom Menschen hergestellt wurde wie bspw. Maschinen, Gebäude, Wissen, aber auch soziale Strukturen) unterschieden.
Der Begriff der schwachen Nachhaltigkeit fordert die Erhaltung des natürlichem und künstlichem Kapitals bzw. der ökonomischen, sozialen und ökologischen Kapitalstöcke als Summe. Durch diesen Grundsatz wird die Austauschbarkeit zwischen diesen Kapitalformen vorausgesetzt. Demnach könne eine Verminderung des Naturbestands durch eine Vermehrung des künstlichen Kapitals kompensiert werden. Ein Beispiel dafür wäre die Nutzung von fossilen Energieträgern wie beispielsweise Rohöl. Die Nutzung des Rohöls würde zu einer Verminderung des natürlichen Kapitals beitragen. Bei der Nutzung des Rohöls für Produktionsanlagen würde allerdings das künstliche Kapital steigen. Es würde also nur zu einer Umverlagerung des natürlichen Kapitals zu künstlichem Kapital erfolgen. Konkret führt dies zu einer Substitution des ökologischen Kapitalstocks in gleicher Höhe wie eine Erhöhung des ökonomischen Kapitalstocks erfolgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Ursprung des Begriffs der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft ein und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Geschichte der Nachhaltigkeit: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs von 1972 bis zum Weltgipfel in Johannesburg nach.
3 Definitionen nachhaltige Entwicklung: Hier werden verschiedene in der Literatur vorhandene Definitionen für nachhaltige Entwicklung vorgestellt und verglichen.
4 Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung: In diesem Hauptteil werden die verschiedenen Konzepte wie das Ein-, Drei- und Vier-Säulen-Modell sowie die starke und schwache Nachhaltigkeit detailliert analysiert.
5 Fazit der Dimensionen der Nachhaltigkeit: Das Fazit begründet die Wahl der mittleren Position zwischen starker und schwacher Nachhaltigkeit als praktikabelste Lösung für die Arbeit.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Naturkapital, Künstliches Kapital, Schwache Nachhaltigkeit, Starke Nachhaltigkeit, Drei-Säulen-Modell, Umweltgüter, Intergenerative Gerechtigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Nachhaltigkeitskapital, Substituierbarkeit, Nauru, Rohstoffe, Ökonomische Dimension, Ökologische Dimension
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Konzepten und Dimensionen der Nachhaltigkeit sowie deren geschichtlicher Entwicklung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definitionen von Nachhaltigkeit, die verschiedenen Säulen-Modelle sowie die Unterscheidung zwischen starker und schwacher Nachhaltigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die verschiedenen Konzepte der Nachhaltigkeit zu erläutern und eine fundierte Einordnung für die nachfolgende Bachelorarbeit vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung bestehender theoretischer Modelle und wissenschaftlicher Berichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die verschiedenen Dimensionen (Ein-, Drei-, Vier-Säulen) sowie die Konzepte der starken und schwachen Nachhaltigkeit diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Naturkapital, Nachhaltigkeitskapital, Substituierbarkeit und intergenerative Gerechtigkeit.
Welche Rolle spielt die Insel Nauru in diesem Dokument?
Nauru dient als konkretes Negativbeispiel für das Konzept der schwachen Nachhaltigkeit, bei dem natürliches Kapital durch künstliches ersetzt wurde, was zu ökologischer Zerstörung führte.
Warum wird die mittlere Position zwischen starker und schwacher Nachhaltigkeit bevorzugt?
Die Autorin stuft diese Position als am praktikabelsten ein, da sie die Nutzung von Naturkapital erlaubt, gleichzeitig aber das Erhalten kritischer Ressourcen für zukünftige Generationen sicherstellt.
- Arbeit zitieren
- Judith Richter (Autor:in), 2012, Konzepte der Nachhaltigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207394