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Wessobrunner Gebet & Merseburger Zaubersprüche

Werkinterpretation und Vergleich

Titel: Wessobrunner Gebet & Merseburger Zaubersprüche

Hausarbeit , 2008 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: M.A. Cornelia Scherpe (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Erschließung eines althochdeutschen Textes muss bei der Suche und Erarbeitung einer adäquaten Übersetzung beginnen. Dies soll ein erster Schritt der Hausarbeit sein.
Im Anschluss daran, soll versucht werden, auf eine möglichst tiefe interpretatorische Ebene hinab zusteigen und die Bedeutung der Zaubersprüche und des Gebets zu hinterleuchten.
Dabei sollen inhaltliche Parallelen sowie Differenzen betrachtet und mögliche historischgesellschaftliche Rückschlüsse gezogen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Werke

1.1. Die Merseburger Zaubersprüche

1.2. Das Wessobrunner Gebet

2. Einleitung

2.1. Aufbau der Arbeit

2.2. Über die Werke

3. lexikalische Betrachtung der Werke – Analyse und Übersetzung

3.1. Die Merseburger Zaubersprüche

3.2. Das Wessobrunner Gebet

4. Interpretation

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, drei zentrale althochdeutsche Werke – die "Merseburger Zaubersprüche" sowie das "Wessobrunner Gebet" – sprachanalytisch und inhaltlich zu interpretieren. Dabei soll untersucht werden, inwiefern diese primär aus unterschiedlichen religiösen Kontexten stammenden Texte trotz ihrer Divergenzen in einer engen Beziehung zueinander stehen und welche Rückschlüsse sich daraus auf historische sowie gesellschaftliche Kontexte, insbesondere hinsichtlich der Missionierung, ziehen lassen.

  • Sprachanalytische Untersuchung althochdeutscher Texte
  • Vergleichende Interpretation von magischen Zaubersprüchen und christlicher Gebetstradition
  • Analyse der formalen Struktur und Metrik (Stabreim)
  • Untersuchung des Einflusses von Heidentum und Christentum
  • Kulturhistorische Einordnung der Missionsgeschichte

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Merseburger Zaubersprüche

Zu Beginn die Analyse aus einem linguistischen Blickwinkel.

Für den „ersten Merseburger Zauberspruch“ liegen recht viele verschiedene Übersetzungen vor. Fakt ist jedoch, dass keine dieser neuhochdeutschen Versionen einen hundertprozentigen Wahrheitsanspruch für sich erheben kann, denn die Forschung stößt auf das Problem der hapax legomena („[…]nur einmal belegte[n] Wörter werden mit dem Terminus hapax legomenon bezeichnet“).6 Das Handwerk der Übersetzung muss seine Grenze an der Stelle finden, wo ein Wort in bisher aufgefundenen Überlieferungen nur einmal verwendet wurde. Alle Übersetzungsversuche erfolgen dann lediglich auf Grund einer geschätzten Einordnung in den Werkkontext und können nur Mutmaßungen sein.

Zu den hapax legomena gehören im „ersten Merseburger Zauberspruch“ die beiden Begriffe: „duoder“ (Z.1) und „cuoniouuidi“(Z.3).

Die in der vorliegenden Hausarbeit gewählte Übersetzung, wird sich an Müller orientieren, der den Standpunkt vertritt, dass „hera duoder“ (Z. 1) „als zweigliedrige adverbiale Ortsangabe verstanden werden [kann]“.

„Cuoniouuidi“ ist zwar ein hapax legomenon, könnte aber zumindest im Kontext zu „clubodun“ ungefähr eingeordnet werden. Das reflektierte Verb „clubodun“ lässt sich mittels der Lautverschiebung leicht in das neuhochdeutsche „klauben“ transferieren. „Klauben“ ist ein dialektaler Ausdruck und bedeutet „etwas pflücken, etwas von etwas lösen“.8 Daher kann man die Vermutung anstellen, dass „cuoniouuidi“ ein Ausdruck für eine Form von Fesseln ist und diese gelöst bzw. aufgetrennt werden.

Weiterhin muss festgehalten werden, dass die Protagonistinnen nicht eindeutig zu identifizieren sind. Das Nomen „idisi“ scheint auf eine Gruppe von Frauen zu rekurrieren, die der Sagenwelt der Germanen entspringen. Schlosser verweist in seinem Buch mit dem Kommentar „altnord. disir“9 auf die germanischen Fruchtbarkeits- und Schicksalsmächte, die stets in der Gestalt von Frauen gezeigt wurden.

Da dies jedoch nicht ausreichend wissenschaftlich verifiziert werden kann, wird bei der Übersetzung in diese Hausarbeit der Begriff „Idisen“ verwendet.

„Sazun“ als flektierte Form des althochdeutschen Verbes „sizzan“ beschreibt also, wie die „Idisen“ sich hinsetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Werke: Vorstellung der Primärquellen, der "Merseburger Zaubersprüche" sowie des "Wessobrunner Gebets", inklusive ihrer Textgrundlagen.

2. Einleitung: Erläuterung des Arbeitsaufbaus, der methodischen Vorgehensweise und der Zielsetzung zur sprachanalytischen und inhaltlichen Untersuchung.

3. lexikalische Betrachtung der Werke – Analyse und Übersetzung: Detaillierte linguistische Untersuchung der Texte, Diskussion von Übersetzungsfragen und morphologischen Besonderheiten.

4. Interpretation: Vergleichende Analyse der Inhalte mit Fokus auf Magie, christliche Einflüsse und historisch-gesellschaftliche Hintergründe der Missionierung.

5. Fazit: Zusammenfassende Erkenntnisse zur formalen Ähnlichkeit der Werke und zur Annahme, dass das Gebet als christianisierte Form an heidnische Vorlagen anknüpft.

Schlüsselwörter

Althochdeutsch, Merseburger Zaubersprüche, Wessobrunner Gebet, Sprachanalyse, Übersetzung, Stabreim, Magie, Missionierung, Germanische Mythologie, Christentum, Hapax legomena, Schöpfungsmythos, Kulturgut, Religionsgeschichte, Textinterpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung und dem Vergleich dreier zentraler althochdeutscher Texte: den "Merseburger Zaubersprüchen" und dem "Wessobrunner Gebet".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der sprachlichen Analyse, der inhaltlichen Interpretation, der Erforschung metrischer Strukturen wie dem Stabreim sowie der kulturgeschichtlichen Einordnung im Spannungsfeld zwischen Heidentum und Christentum.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, sprachanalytische und inhaltliche Gemeinsamkeiten sowie Differenzen aufzuzeigen und zu untersuchen, ob das "Wessobrunner Gebet" bewusst an germanische Strukturen anknüpft, um die Christianisierung zu erleichtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und linguistische Analyse angewandt, die bei der Text- und Übersetzungsarbeit beginnt und in eine interpretatorische Untersuchung des Werkkontextes übergeht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine lexikalische Betrachtung, bei der Übersetzungsfragen und linguistische Probleme (wie hapax legomena) geklärt werden, sowie eine umfassende inhaltliche Interpretation, die religiöse Motive und historische Hintergründe beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Althochdeutsch, Stabreim, Missionierung, Magie, germanische Mythologie und christliche Adaption.

Welche Bedeutung kommt den "Idisen" im ersten Zauberspruch zu?

Die Idisen werden als Gruppe weiblicher, schicksalsmächtiger Wesen gedeutet, die in kriegerische Belange eingreifen, wobei ihre genaue Identität aufgrund der Quellenlage vage bleibt.

Warum wird im "Wessobrunner Gebet" das Fehlen von Dingen beschrieben?

Die Negation des Bekannten dient dazu, die absolut schöpferische Kraft des christlichen Gottes hervorzuheben, der vor Beginn der Zeit und Materie existierte.

Welche Rolle spielt die tironische Note im Wessobrunner Gebet?

Das Kürzel für "enti" wurde aus ökonomischen Gründen verwendet, verleiht dem Text jedoch durch das gehäufte Auftreten eine formelhafte Qualität, die an die Wortmagie der Zaubersprüche erinnert.

Wie lässt sich das Verhältnis von Heidentum und Christentum laut der Autorin beschreiben?

Die Arbeit legt nahe, dass das Christentum literarische Adaptionen nutzte, wie etwa den vertrauten Stabreim, um den heidnischen Glauben durch eine neue, christliche Auslegung zu reformieren.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wessobrunner Gebet & Merseburger Zaubersprüche
Untertitel
Werkinterpretation und Vergleich
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Institut für Germanistik )
Veranstaltung
Althochdeutsch
Note
2,0
Autor
M.A. Cornelia Scherpe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V207295
ISBN (eBook)
9783656343905
ISBN (Buch)
9783656345060
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Germanistik Mediävistik Althochdeutsch Wessobrunner Gebet Merseburger Zaubersprüche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Cornelia Scherpe (Autor:in), 2008, Wessobrunner Gebet & Merseburger Zaubersprüche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207295
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Leseprobe aus  16  Seiten
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