[...] Thematisch widmet sich die Arbeit den Juden auf der iberischen Halbinsel, die stets eine
Minderheit darstellten und somit einen gesonderten Status besaßen. Dabei soll der
Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit auf die rechtlichen Bestimmungen, welche für die
Juden galten, beschränkt werden. Da im Zuge der arabischen Expansion sowohl muslimische
Herrschaftsgebiete im Süden der iberischen Halbinsel den Lebensraum der Juden darstellten,
als auch Christliche im Norden, sollen die rechtlichen Bestimmungen beider im Hinblick auf
die Juden untersucht werden.
Um ein besseres Verständnis der äußeren Umstände zu erlangen, soll zunächst der historische
Hintergrund auf der iberischen Halbinsel beleuchtet werden, um im Folgenden anhand von
ausgewählten Quellen die gesetzlichen Grundlagen für ein mögliches Zusammenleben zu
analysieren. Hier bildet zum einen der Vertrag des Omar, aus dem 9. Jahrhundert, die
Grundlage für eine Analyse des jüdisch- muslimischen Zusammenlebens. Dabei erstreckt sich
der zeitliche Rahmen der Analyse von der Eroberung der iberischen Halbinsel durch die
Mauren im 8. Jahrhundert n. Chr. bis hin zur Herrschaft der Almohaden Mitte des 11.
Jahrhunderts, welche die Flucht der Juden in den Norden zur Folge hatte. Als Grundlage für
eine Analyse der christlichen Bestimmungen, dienen die judenrechtlichen Bestimmungen des
Kodex las siete partidas, die aus dem Jahr 1265, unter der Regentschaft Alfons X., stammen.
Beide Rechtsquellen sollen folglich Aufschluss über die Vereinbarkeit von Judentum und
Islam, beziehungsweise Judentum und Christentum, zu jener Zeit geben, die es zum Schluss
zu bewerten gilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Der historische Hintergrund
4. Die Juden unter islamischer Herrschaft
4.1. Die rechtliche Stellung der Juden als ḏimmīs
4.2. Der Vertrag des Omar
4.2.1. Charakteristika
4.2.2. Öffentliche Sichtbarkeit der Religionen
4.2.3. Merkmale zur Unterscheidung von Juden und Muslimen
4.2.4. Konversion zum Islam
4.2.5. Die Angst vor Verrat
5. Juden unter christlicher Herrschaft
5.1. Historischer Hintergrund
5.2. Über die Juden
5.3. Jüdisches Verhalten
5.4. Die Bekleidung öffentlicher Ämter
5.5. Der Besitz von Synagogen
5.6. Der Schutz des Sabbats
5.7. Konversion zum Christentum
5.8. Soziale Interaktion von Juden und Christen
5.9. Kleidervorschriften
6. Schlussbetrachtungen
7. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wie war die rechtliche Stellung der Juden unter islamischer Herrschaft?
Juden galten als „ḏimmīs“ (Schutzbefohlene). Ihr Status basierte maßgeblich auf dem Vertrag des Omar, der ihnen Religionsausübung erlaubte, aber soziale und rechtliche Beschränkungen auferlegte.
Was regelte der „Vertrag des Omar“ für Juden?
Der Vertrag enthielt Bestimmungen zur öffentlichen Sichtbarkeit der Religion, Kleidervorschriften zur Unterscheidung von Muslimen und Maßnahmen zur Verhinderung von „Verrat“.
Welche christlichen Gesetze betrafen die Juden in Spanien?
Zentral war der Kodex „Las Siete Partidas“ (1265) unter Alfons X., der den Besitz von Synagogen, den Schutz des Sabbats und die soziale Interaktion zwischen Juden und Christen regelte.
Durften Juden im mittelalterlichen Spanien öffentliche Ämter bekleiden?
Sowohl unter islamischer als auch unter christlicher Herrschaft gab es spezifische Einschränkungen für die Bekleidung öffentlicher Ämter, die in den jeweiligen Rechtsquellen untersucht werden.
Warum flohen viele Juden im 11. Jahrhundert in den Norden?
Die Machtübernahme der Almohaden Mitte des 11. Jahrhunderts verschlechterte die Lebensbedingungen der Juden im Süden drastisch und zwang sie zur Flucht in die christlichen Gebiete des Nordens.
- Citation du texte
- Melek Dingil (Auteur), 2012, Das Judentum auf der Iberischen Halbinsel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206642