Die bilanzielle Behandlung des Geschäfts- oder Firmenwerts (auch Goodwill genannt) weist nach nationalen und internationalen Rechnungslegungsstandards zum Teil wesentliche Unterschiede auf. Ursächlich für diese unterschiedlichen Vorschriften sind die unterschiedlichen Philosophien, die das HGB (nationales resp. deutsches Handelsrecht) und die international gültigen Vorschriften der IAS/IFRS verfolgen. Genießt nach den IAS/IFRS die Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen für Investoren bzw. Anleger die oberste Priorität, so treten beim deutschen Handelsrecht vor allem die Belange des Gläubigerschutzes (Vorsichtsprinzip) in den Vordergrund .
Mit der Verabschiedung des Bilanzmodernisierungsgesetzes (BilMoG) durch den deutschen Bundestag wurde das HGB grundlegend reformiert. Durch das BilMoG soll eine Verbesserung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses durch die Annäherung an die IAS/IFRS bewirkt werden.
Auch auf internationaler Ebene wurde in den vergangenen Jahren die bilanzielle Behandlung des Goodwills weitreichenden Veränderungen unterworfen. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang die Veröffentlichung des IFRS 3 „Business Combinations“ (Unternehmenszusammenschlüsse), der Überarbeitung der IAS 36 „Im-pairment of assets“ (Wertminderung von Vermögenswerten) und der IAS 38 „Intangible assets“ (Immaterielle Vermögenswerte) zu nennen.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der vergleichenden Betrachtung der Bilanzierung und Bewertung des Goodwills resp. des Geschäfts- oder Firmenwerts nach nationalen (HGB) und internationalen (IAS/IFRS) Rechnungslegungsstandards.
Das Ziel der Arbeit ist es, die unterschiedlichen (Goodwill-) Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der nationalen (HGB) und internationalen (IAS/IFRS) Rechnungslegungsstandards in vergleichender Weise gegenüberzustellen.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Abkürzungen
1. Einleitung
2. Grundlagen zum Goodwill
2.1 Begriff und Entstehungsursachen des Goodwills
2.2 Arten des Goodwills
3. Bilanzierung und Bewertung des Goodwills nach
3.1 Bilanzierung und Bewertung des originären Goodwills
3.2 Bilanzierung und Bewertung des derivativen Goodwills...
3.2.1 Bilanzierung und Bewertung des Goodwills in der Erstperiode.
3.2.2 Bilanzierung und Bewertung des Goodwills in den Folgeperioden
4. Bilanzierung und Bewertung des Goodwills nach IAS/IFRS
4.1 Bilanzierung und Bewertung des originären Goodwills
4.2 Bilanzierung und Bewertung des derivativen Goodwills...
4.2.1 Bilanzierung und Bewertung des Goodwills in der Erstperiode.
4.2.2 Bilanzierung und Bewertung des Goodwills in den Folgeperioden.
5. Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen originärem und derivativem Goodwill?
Originärer Goodwill ist selbst geschaffen und darf nicht bilanziert werden. Derivativer Goodwill entsteht bei einem Unternehmenskauf und muss aktiviert werden.
Wie wird Goodwill nach HGB bewertet?
Nach HGB wird der Goodwill planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, wobei das Vorsichtsprinzip und der Gläubigerschutz im Vordergrund stehen.
Wie erfolgt die Folgebewertung nach IAS/IFRS?
Im Gegensatz zum HGB erfolgt nach IFRS keine planmäßige Abschreibung, sondern ein jährlicher Werthaltigkeitstest (Impairment-only-Approach).
Was änderte sich durch das Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG)?
Das BilMoG führte zu einer Annäherung des HGB an die internationalen Standards, behielt aber wesentliche Unterschiede bei der Bewertung des Goodwills bei.
Warum gibt es unterschiedliche Rechnungslegungsphilosophien?
Während das HGB den Gläubigerschutz priorisiert, fokussieren IFRS auf entscheidungsrelevante Informationen für Investoren (Investor Protection).
- Quote paper
- Stefan Meuser (Author), 2012, Bilanzierung und Bewertung des Goodwills, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205504