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Der vestibuläre Sinn

Title: Der vestibuläre Sinn

Presentation / Essay (Pre-University) , 2010 , 7 Pages , Grade: 1

Autor:in: Lena Scheer, geb. Moczall (Author)

Health - Miscellaneous
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Bei der von mir ausgewählten Zielgruppe handelt es sich um Grundschulkinder im Alter zwischen 6 und 11 Jahren. In der Gruppe sind drei Jungs und ein Mädchen. Alle vier zeigen Bewegungsauffälligkeiten von unterschiedlicher Art. Die Kinder zeigen jedoch alle im Bereich des Gleichgewichtssinns Beeinträchtigungen und vermeiden Bewegungen, die den vestibulären Sinn ansprechen. Sie haben ein geringes Selbstbewusstsein und trauen sich bei sportlichen Aktivitäten, insbesondere im Schulsportunterricht, wenig zu. Nach Zimmer (1993) übertragen Kinder negative Erfahrungen, die sie zum Beispiel bei Bewegungsaufgaben machen, auch auf andere Bereiche. Dies kann zur Folge haben, dass sie nicht nur bei Bewegungsspielen nicht mitmachen, sondern sich auch bei anderen Aktivitäten in oder mit der Gruppe zurückziehen, aus Angst vor Misserfolgen und aus Angst, von den anderen Kindern ausgelacht und nicht anerkannt zu werden.
Die Kinder wurden von ihren Eltern zur Reittherapie angemeldet und gehen regelmäßig, seit ungefähr einem Vierteljahr, gemeinsam zum heilpädagogischen Voltigieren, um freudvolle Körper- und Bewegungsaufgaben mit dem Partner Pferd zu erleben.
Ich habe diese (fiktive) Gruppe ausgewählt, weil ich in einem Praktikum und durch das Anleiten eigener Spiel- und Voltigiergruppen vielfältige Erfahrungen auf dem Gebiet des heilpädagogischen Reitens gesammelt und gesehen habe, wie die Bewegungsaufgaben auf dem Pferd das Gleichgewicht schulen. Zudem trägt das Pferd an sich durch seine Bewegungen zu einer Haltungsverbesserung und einer Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeit bei (vgl. Gäng 1994, 22). Diese Erfahrungen mache ich auch beim Reiten in meiner Freizeit.
Kinder werden durch den Partner „Pferd“ aufgefordert, zu handeln und treten in Kontakt mit einem Lebewesen, das sie so annimmt wie sie sind. Sie brauchen in den Stunden, die sie bei der Reittherapie verbringen, keine Angst vor Misserfolgen haben. Bei den Bewegungsaufgaben in Aufgabe drei habe ich daher Übungen aus dem heilpädagogischen Voltigieren ausgewählt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Beschreibung einer Zielgruppe und Begründung der Wahl

2. Der vestibuläre Sinn – Beschreibung und Erläuterung der Funktion und der Wahrnehmungsleistung

3. Benennung und Beschreibung von Bewegungsaufgaben, die den vestibulären Sinn ansprechen, Begründung, wie und warum diese den vestibulären Sinn ansprechen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung des vestibulären Systems für die kindliche Entwicklung darzustellen und aufzuzeigen, wie spezifische Bewegungsangebote im Rahmen der Reittherapie gezielt zur Schulung des Gleichgewichts sowie zur emotionalen Stabilisierung eingesetzt werden können.

  • Grundlagen der vestibulären Wahrnehmung und deren Funktion
  • Einfluss vestibulärer Störungen auf das Verhalten und die emotionale Entwicklung
  • Die Rolle des Partners „Pferd“ als therapeutisches Medium
  • Praktische Anwendungsbeispiele heilpädagogischen Voltigierens zur Gleichgewichtsförderung
  • Integration von koordinativen und kognitiven Anforderungen im Therapiesetting

Auszug aus dem Buch

Der vestibuläre Sinn – Beschreibung und Erläuterung der Funktion und der Wahrnehmungsleistung

„„Er muss sein inneres Gleichgewicht finden“, sagen wir von einem Menschen, der sich in einer besonderen Problemlage befindet. Vielleicht hat er „die Balance verloren“, und es dauert eine Weile, bis er wieder „mit beiden Beinen fest im Leben steht“. Und wenn einer „aus dem Lot geraten“ ist, hilft nur, ihn wieder „fest zu verankern““ (Zimmer 1995, 123).

Der Mensch braucht den Gleichgewichtssinn wie die Luft zum Atmen. Ohne ihn wäre kein aufrechter Gang und keine Orientierung im Raum möglich. Er ist also (über-) lebenswichtig für den Menschen (vgl. Zimmer 1995, 125). Viele Sprichworte und Redensarten handeln vom „Gleichgewicht“.

Der vestibuläre Sinn zählt, so wie der kinästhetische und der taktile Sinn, zu den Basissinnen oder Nahsinnen, die eine besondere Bedeutung für die kindliche Entwicklung darstellen.

Das Sinnesorgan ist das Gleichgewichtsorgan (Vestibularsystem) im Innenohr (siehe Abbildung 1 und 2). Es besteht aus drei Bogengängen und dem großen und dem kleinen Vorhofsäckchen (vgl. ebd., 1995, 127).

Das vestibuläre System registriert nach Speckmann und Wittkowski (2006) Beschleunigungen des Kopfes, wobei man zwischen geradlinigen Beschleunigungen, zum Beispiel beim Anfahren und Bremsen mit einem Fahrzeug, und Drehbeschleunigungen, zum Beispiel beim Schaukeln, unterscheidet. Durch diese Bewegungen werden die Rezeptoren (Makulaorgane, Bogengangsorgane) erregt. Die Regungen der Rezeptoren werden zur Hirnrinde weitergeleitet, von wo aus Anpassungsleistungen ausgelöst werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Beschreibung einer Zielgruppe und Begründung der Wahl: Das Kapitel definiert eine Gruppe grundschulpflichtiger Kinder mit motorischen Auffälligkeiten und erläutert die Entscheidung für das heilpädagogische Voltigieren als geeignete Interventionsmaßnahme.

2. Der vestibuläre Sinn – Beschreibung und Erläuterung der Funktion und der Wahrnehmungsleistung: Hier werden die anatomischen Grundlagen sowie die physiologische Bedeutung des Gleichgewichtsorgans für die Orientierung und die emotionale Entwicklung des Menschen dargelegt.

3. Benennung und Beschreibung von Bewegungsaufgaben, die den vestibulären Sinn ansprechen, Begründung, wie und warum diese den vestibulären Sinn ansprechen: Dieser Abschnitt beschreibt konkrete Übungen auf dem Pferderücken und begründet deren Wirksamkeit für die Haltungsstabilisierung und die Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit.

Schlüsselwörter

Vestibuläres System, Gleichgewichtssinn, Heilpädagogisches Reiten, Motopädagogik, Kindliche Entwicklung, Sensorische Integration, Basissinne, Koordination, Bewegungsförderung, Wahrnehmungsleistung, Gleichgewichtsschulung, Psychomotorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung des vestibulären Sinns (Gleichgewichtssinn) für die Entwicklung von Kindern und wie dieser gezielt durch Reittherapie gefördert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themen umfassen die Anatomie und Physiologie des Vestibularsystems, die Auswirkungen von Gleichgewichtsstörungen auf die Psyche sowie die Anwendung heilpädagogischer Voltigierübungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Pferd als „lebendes Übungsgerät“ genutzt werden kann, um bei Kindern mit Gleichgewichtsdefiziten sowohl eine physische Haltungsverbesserung als auch eine emotionale Stärkung zu bewirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Fundierung unter Einbezug relevanter fachwissenschaftlicher Literatur sowie um die praxisorientierte Ableitung und Begründung spezifischer Bewegungsübungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Funktionsbeschreibung des Gleichgewichtsorgans und eine praktische Analyse von Voltigierübungen, die den vestibulären Sinn auf dem Pferderücken gezielt ansprechen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Vestibularsystem, Gleichgewichtsförderung, heilpädagogisches Reiten und sensomotorische Integration charakterisieren.

Wie wirkt sich die Schwerkraftsicherheit auf das Kind aus?

Laut der Arbeit bildet die „Schwerkraftsicherheit“ das Fundament für das Vertrauen in die Umwelt und ist somit eine wesentliche Voraussetzung für gelingende zwischenmenschliche Beziehungen.

Warum wird das Pferd als besonders effektives therapeutisches Medium angesehen?

Das Pferd bietet durch seine rhythmischen Bewegungen in der Gangart Schritt eine komplexe Stimulation, die das Kind permanent zu Haltungsanpassungen und aktiver Gleichgewichtsschulung auffordert, ohne dass dies als Zwang empfunden wird.

Welche Rolle spielen Handgeräte im Kontext der Reittherapie?

Der Einsatz von Handgeräten dient der zusätzlichen Förderung kognitiver und koordinativer Fähigkeiten, da das Kind während der Reitbewegung komplexe Zusatzaufgaben ausführen muss.

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Details

Title
Der vestibuläre Sinn
Grade
1
Author
Lena Scheer, geb. Moczall (Author)
Publication Year
2010
Pages
7
Catalog Number
V205201
ISBN (eBook)
9783656317159
Language
German
Tags
Gleichgewichtssinn Motopädagogik Psychomotorik Heilpädagogisches Reiten/Voltigieren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Scheer, geb. Moczall (Author), 2010, Der vestibuläre Sinn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205201
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