In der Zeitschrift „Technikgeschichte“ wurde erstmals im Jahre 1992 ein Aufsatz veröffentlicht, der das Thema Frauen und Technik behandelte. Das Thema Haushaltstechnik wurde ein Jahr später in einem Aufsatz von Joachim Schaier bedacht.
Die stiefmütterliche Behandlung des Themas Haushaltstechnik hat sich in den letzten Jahren zwar dahingehend verändert, dass zumindest der große Komplex Hausarbeit verstärkt in den Fokus historischer Untersuchungen rückte, das Thema Haushaltsgeräte und ihre Bedeutung für den Haushalt als sich wandelnder Ort, wurden dennoch nur dürftig behandelt.
Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit dem Thema der arbeitserleichternden Haushaltstechnik am Beispiel der Waschmaschine auseinander.
Kein Gerät hat so bedeutend zur „Befreiung der Frau“ beigetragen und dies soll anhand von zwei Werbekampagnen aus dem Jahre 1964 und 1965 soll untersucht werden. Zu Beginn werden kurz die Voraussetzungen für die Haushaltstechnisierung dargelegt. Zum einen die Elektrizität und zum anderen wird kurz auf die Situation der BRD in den 60er Jahren eingegangen. Im Anschluss behandelt ein großer Komplex die Waschmaschine. Von der Tätigkeit des Waschens vor den elektrischen Maschinen über den Einzug der Waschmaschinen in die Haushalte der BRD wird zu den beiden Werbekampagnen der Firmen Miele aus dem Jahre 1964 und Constructa von 1965 hingearbeitet. Diese werden auf ihre Botschaften hin analysiert und der Bedeutungsgehalt wird herausgearbeitet. Daran anschließend wird das Frauenbild der BRD dieser Zeit in Zusammenhang mit der Haushaltstechnik betrachtet und danach die Technik und der Alltag bewertet. Inwieweit die Waschmaschine tatsächlich befreiend auf die Hausfrauenarbeit eingewirkt hat und welchen Stellenwert man der Waschmaschine als Haushaltsgerät zubilligen kann, wird in diesem Punkt beantwortet werden, ebenso die Bedeutung der Waschmaschine für die Bundesrepublik Deutschland der 60er Jahre.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Die Voraussetzungen für den technisierten Haushalt
2.1 Elektrizität
2.2 Die BRD der 60er Jahre
3. Die Waschmaschine - „Die Befreiung der Hausfrau“?
3.1 Waschen gestern
3.2 Der Einzug der Waschmaschine in den Haushalt der BRD
3.3 Die Waschmaschine in der Werbung
3.3.1 „ Miele De Luxe “ 1964
3.3.2 Constructa 1965
3.3.3 Andere Werbung
3.3.4 Der Nebennutzen in der Werbung
3.3.5 Zusammenfassung
4. Veränderte Rollenbilder durch die Haushaltstechnik
5. Die Technik und der Alltag
6. Fazit
7. Quellenangaben
8. Literaturangaben
Häufig gestellte Fragen
Warum wird die Waschmaschine als Beispiel für Haushaltstechnik gewählt?
Die Waschmaschine gilt als das Gerät, das am bedeutendsten zur „Befreiung der Frau“ von schwerer körperlicher Hausarbeit beigetragen hat.
Welche Werbekampagnen werden in der Arbeit analysiert?
Analysiert werden Werbekampagnen der Firmen Miele (1964) und Constructa (1965) und deren Botschaften an die Hausfrauen.
Wie war die Situation des Waschens vor der Technisierung?
Die Arbeit vergleicht die mühsame Tätigkeit des Waschens von früher mit dem Komfortgewinn durch elektrische Maschinen in den 60er Jahren.
Veränderten Haushaltsgeräte das Frauenbild der 60er Jahre?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der versprochenen Befreiung und den tatsächlichen Rollenbildern in der BRD jener Zeit.
Was ist der "Nebennutzen" in der Werbung für Waschmaschinen?
Damit sind Versprechungen gemeint, die über die reine Sauberkeit hinausgehen, wie zum Beispiel mehr Freizeit oder ein „besseres Leben“.
- Quote paper
- Hans-Peter Berger (Author), 2011, "Das ganze Jahr Urlaub im Heim" - Haushaltstechnik als Versprechen nach einem besseren Leben am Beispiel der Waschmaschine in der BRD der 60er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205060