Der immer stärker werdende Konkurrenzkampf an den nationalen und internationalen Märkten macht eine genaue Betriebs- und Kostenüberwachung für Unternehmen heutzutage unentbehrlich. Kostenrechnungssysteme geben den Firmen die Möglichkeit die Ist-kosten mit den Plankosten zu vergleichen und somit ineffiziente Unternehmensabläufe aufzudecken und zu analysieren.
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der Errechnung von Plankosten und arbeitet den Soll-Ist-Vergleich sowie die Abweichungsanalyse im Voll- und Teilkostenansatz heraus.
Die Grenzplankostenrechnung gehört in den Bereich der Teilkostenkalkulation und gliedert somit alle Kosten in der Kostenstellen- sowie der Kostenträgerrechnung in fixe und variable Kosten auf. Die flexible Plankostenrechnung ist dagegen Teil der Vollkostenrechnung und verrechnet alle effektiven Kosten (einschließlich der Fixkosten) auf die Kostenträger. Dadurch kann es schnell zu unternehmerischen Fehlentscheidungen führen, da auch beschäftigungsunabhängige Kosten proportionalisiert und den variablen Kosten gleichgestellt werden.
Die durch Grenzplankostenrechnung oder flexible Plankostenrechnung erhaltenen Plankosten werden im Soll-Ist-Vergleich mit den tatsächlich angefallenen Istkosten verglichen. Ziel der anschließenden Abweichungsanalyse ist es Unwirtschaftlichkeiten aufzudecken und zu verbessern. Dieses Vorgehen steigert das Kostenbewusstsein der Verantwortlichen im Unternehmen und hat somit positiven Einfluss auf die Kostengestaltung und die Effizienz der Unternehmensabläufe.
Inhaltsverzeichnis
1. Gliederung
2. Übersicht des Thema
3. Plankostenrechnung
3.1. Vollkostenrechnung
3.1.1 starre Plankostenrechnung
3.1.2 flexible Plankostenrechung
3.1.3 Fixkostenproblem der Vollkostenrechnung
3.2. Teilkostenrechnung
3.2.1 Grenzplankostenrechnung
4. Soll-Ist-Vergleich im Teil- und Vollkostenansatz
4.1 Ablauf eines Soll-Ist-Vergleichs in der flexiblen Plankostenrechnung
4.2 Ablauf eines Soll-Ist-Vergleichs in der Grenzplankostenrechung
4.3 Zweck und Voraussetzung des Soll-Ist-Vergleichs
5. Abweichungsanalyse im Vergleich
5.1 Preisabweichung
5.2 Verbrauchsabweichung
5.3 Beschäftigungsabweichung
5.4 Fixkosten-Analyse
6. Ergebnisse
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht den Aussagegehalt des Soll-Ist-Vergleichs und der Abweichungsanalyse im Kontext der Grenzplankostenrechnung im direkten Vergleich zur flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis. Das Ziel ist es, die Eignung beider Systeme zur Kostenkontrolle und Entscheidungsunterstützung zu bewerten sowie die methodischen Unterschiede in der Handhabung fixer Kosten herauszuarbeiten.
- Grundlagen der Plankostenrechnung (Voll- vs. Teilkostenrechnung)
- Methodik des Soll-Ist-Vergleichs in verschiedenen Kostenrechnungssystemen
- Systematische Abweichungsanalyse (Preis-, Verbrauchs- und Beschäftigungsabweichung)
- Analyse des Fixkostenproblems und die Vorteile der Grenzplankostenrechnung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Starre Plankostenrechnung
Die starre Plankostenrechnung ist die einfachste Form der Plankostenrechnung im Bereich der Vollkostenrechnung. Hier werden nur die Plankosten bei Planbeschäftigung ermittelt und es werden nicht zwischen fixen und variablen Kosten unterschieden.
Plankostensatz = Gesamte Gemeinkosten / Planbeschäftigung
An diesem Plankostensatz hält man dann als Vergleichsmaßstab für die Ist-Kosten starr fest. Somit wird während der Abrechnungsperiode auf die Anpassung der Plankosten, an die sich ändernden Beschäftigungsgrade verzichtet. Diese fehlende Anpassung der Kostenwerte an Beschäftigungsschwankungen erlauben zwar eine einfache und schnelle Abrechnung, beeinträchtigen aber ganz erheblich den Aussagegehalt der Rechnungen, insbesondere die Möglichkeit der Wirtschaftlichkeitskontrolle. Aus diesem Grund findet man heutzutage die starre Plankostenrechnung kaum noch in der Praxis.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gliederung: Dient der strukturellen Übersicht über die behandelten Themenbereiche der Arbeit.
2. Übersicht des Thema: Bietet einen Einstieg in die Kostenrechnungssysteme und bettet die Seminararbeit in den Kontext der Kosten- und Leistungsrechnung ein.
3. Plankostenrechnung: Erläutert die theoretischen Grundlagen und die Notwendigkeit der Plankostenrechnung sowie die Unterschiede zwischen Voll- und Teilkostenansätzen.
4. Soll-Ist-Vergleich im Teil- und Vollkostenansatz: Beschreibt die methodischen Abläufe des Soll-Ist-Vergleichs und die spezifischen Anforderungen für verschiedene Plankostenrechnungssysteme.
5. Abweichungsanalyse im Vergleich: Analysiert detailliert verschiedene Abweichungsarten und deren Ermittlung, um Unwirtschaftlichkeiten sichtbar zu machen.
6. Ergebnisse: Zieht ein Fazit und stellt die Vorteile der Grenzplankostenrechnung gegenüber der flexiblen Vollkostenrechnung heraus.
Schlüsselwörter
Plankostenrechnung, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Grenzplankostenrechnung, Soll-Ist-Vergleich, Abweichungsanalyse, Preisabweichung, Verbrauchsabweichung, Beschäftigungsabweichung, Fixkosten, Nutzkosten, Leerkosten, Kostenkontrolle, Kostenrechnungssysteme, Preiskalkulation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Effizienz von Kostenrechnungssystemen und untersucht, wie ein Soll-Ist-Vergleich sowie die darauf aufbauende Abweichungsanalyse am besten gestaltet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Abgrenzung zwischen Voll- und Teilkostenrechnung, die operative Durchführung von Soll-Ist-Vergleichen und die methodische Aufarbeitung von Kostenabweichungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist der Nachweis, dass die Grenzplankostenrechnung gegenüber der flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis eine aussagekräftigere Informationsgrundlage für die Unternehmenssteuerung bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der verschiedene Kostenrechnungsverfahren gegenübergestellt und deren rechnerische Ansätze für die Abweichungsermittlung kritisch bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Kostenrechnungssysteme, den methodischen Ablauf von Soll-Ist-Vergleichen und eine detaillierte Erläuterung der verschiedenen Abweichungsarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Grenzplankostenrechnung, Vollkostenrechnung, Abweichungsanalyse, Fixkostenproblematik und Wirtschaftlichkeitskontrolle.
Warum wird die Beschäftigungsabweichung in der Grenzplankostenrechnung nicht ermittelt?
In der Grenzplankostenrechnung entfällt diese, da Fixkosten nicht proportionalisiert werden und somit keine rechnerische Verzerrung bei abweichendem Beschäftigungsgrad auftritt.
Was sind laut dem Autor die Nachteile der Vollkostenrechnung bei kurzfristigen Entscheidungen?
Die Vollkostenrechnung führt durch die Verrechnung fixer Kosten zu Fehlinformationen, da Fixkosten kurzfristig nicht entscheidungsrelevant sind und durch die Proportionalisierung falsche Signale für das Management setzen können.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Betriebswirtin Norika Gölz (Autor:in), 2002, Soll-Ist-Vergleich und Abweichungsanalyse in der Grenzplankostenrechnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20379