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Der Nordirlandkonflikt. Eine Retrospektive von den Anfängen bis zum Jahr 1969

Título: Der Nordirlandkonflikt. Eine Retrospektive von den Anfängen bis zum Jahr 1969

Trabajo Universitario , 2003 , 19 Páginas , Calificación: Sehr gut

Autor:in: Mag. Christian Rabl (Autor)

Política - Región: Europa Occidental
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Ich habe diesen Konflikt gewählt, weil ich immer schon sehr an Irland – und der Nordirland- Problematik im Speziellen – interessiert war. Nicht zuletzt auch der politischen Situation wegen. Zusätzlich motiviert haben mich – so banal das klingen mag – Spielfilme wie „Vertrauter Feind“ oder „Im Namen des Vaters“. Da diese Filme leider nur auf kleine Teilbereiche des Nordirland-Problems hinweisen, habe ich beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen und herauszufinden, worum es tatsächlich bei diesem Konflikt geht.

Wir leben in der sogenannten „westlichen, zivilisierten Welt“ und doch findet seit Jahren mitten unter uns ein – offensichtlich – religiös motivierter Konflikt statt. Hier eröffnet sich auch schon die erste Frage, der ich nachgehen möchte. Handelt es sich beim Nordirland-Konflikt tatsächlich um einen „konfessionellen Konflikt“ oder ist dies doch nur ein Teilaspekt der Thematik. Nun, ich bin sehr schnell dahintergekommen, dass man den Nordirland-Konflikt – so wie jeden anderen Konflikt – nicht allein dadurch lösen kann, indem man an seinen Anfang geht, also ins Jahr 1969. Vielmehr muss man schon viele hundert Jahre früher beginnen, um die tatsächlichen Hintergründe nur ansatzweise verstehen zu können. Konkret wird mein geschichtlicher Rückblick um 1155 beginnen. Schon damals – so meine Meinung – hat das eigentliche Problem seinen Anfang genommen.

Ich hoffe durch meine folgenden Ausführungen den Umfang meiner historischen Retrospektive rechtfertigen zu können. Wie und warum es also zu diesem Konflikt kommen konnte, wird sich – so hoffe ich – durch die Analyse der historischen Entwicklung beleuchten lassen. Natürlich ist es im Zuge dieser Untersuchung auch erforderlich festzustellen, wer die Konfliktparteien sind und welche Absichten sie verfolgen. Hier handelt es sich konkret um 3 große Parteien – die in sich natürlich mehrere Ebenen umfassen. Einige dieser Konfliktparteien – die Größeren nämlich – werde ich herausnehmen und gesondert vorstellen. Einige kleinere Konfliktgruppen, die sich häufig von den Größeren losgelöst haben, werde ich in die Darstellung des historischen Konfliktverlaufes einbinden. Beginnen möchte ich aber mit einer kurzen Einführung in die geografische Besonderheiten von Irland als Ganzes und Nordirland.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Geografische Einführung

Irland – die historische Entwicklung bis 1921

Der Beginn des englischen Einflusses

Versuche der Anglisierung

„Plantation of Ulster“

Die “Home-Rule-Bill”

Die Entstehung der Konfliktparteien im historischen Kontext

Der Osteraufstand

Getrennte Wege – Geschichte 1921 – 1969

Die Teilung der Insel

Irland

Nordirland

Der Kern des Konfliktes

Der Ausbruch des Konfliktes

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Genese des Nordirland-Konflikts von seinen mittelalterlichen Ursprüngen bis zum Jahr 1969. Das Ziel ist es, die tieferliegenden politischen, sozialen und konfessionellen Wurzeln aufzuzeigen, die zur Spaltung und den späteren gewaltsamen Auseinandersetzungen führten, statt den Konflikt nur auf das Jahr 1969 zu reduzieren.

  • Historische Analyse des englischen Einflusses und der Anglisierungsprozesse
  • Untersuchung der langfristigen Auswirkungen der „Plantation of Ulster“
  • Darstellung der Entstehung und Radikalisierung politischer Konfliktparteien
  • Analyse der Teilung der Insel und ihrer Folgen für Irland und Nordirland

Auszug aus dem Buch

„Plantation of Ulster“

Das Machtvakuum, das somit entstand, nutzte England, um auch Ulster zu „anglisieren“. Dies geschah in Form der sogenannten „Plantation of Ulster“, die es den sogenannten „Undertakers“ erlaubte, sich in und um Ulster anzusiedeln, mit der Auflage, sie müssten eine protestantische Gemeinschaft gründen. Folgendes Zitat bringt die Ziele der Engländer auf den Punkt:

„Es galt, die irische Insel systematisch mit protestantischen Siedlern zu füllen, die dort eine starke probritische Garnison bilden sollten. Dieser Garnison sollte die Aufgabe zufallen, die rebellische einheimische Bevölkerung niederzuhalten und die britische Herrschaft zu sichern. Als Gegenleistung für die probritische Loyalität wurden den Siedlern Land und andere Vorteile sowie der militärische Beistand des Mutterlandes versprochen.“

Da sich aber nicht ausreichend neue Siedler fanden, gelang die „Plantation“ zwar nicht vollständig, aber sie hatte zumindest eine konfessionelle und somit auch gesellschaftliche Spaltung zur Folge. Zumindest in Ulster waren die katholischen Ureinwohner nun in der Minderheit, wodurch schon von Beginn an dieses katholisch-protestantische Verhältnis von Spannungen und Rivalität gekennzeichnet war. Während die Protestanten auf alle Klassen verteilt waren, befanden sich die Katholiken – sowohl in Ulster, als auch im restlichen Irland - fast nur in den untersten Klassen und wurden sozial und politisch schwer benachteiligt. Schon hier wurde also ein weiterer Grundstein für einen Konflikt gelegt, der sich bis heute verfolgen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation, den Nordirland-Konflikt historisch zurückzuverfolgen und grenzt den Untersuchungszeitraum ein.

Geografische Einführung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die physische Beschaffenheit und die sozioökonomischen Unterschiede zwischen Irland und Nordirland.

Irland – die historische Entwicklung bis 1921: Die historische Analyse reicht von der ersten englischen Einflussnahme im Jahr 1155 bis zu den weitreichenden politischen Umbrüchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Getrennte Wege – Geschichte 1921 – 1969: Es wird die Zäsur der Inselteilung beleuchtet, die zu eigenständigen Entwicklungen in Irland und Nordirland führte und schließlich in den gewaltsamen Konflikt mündete.

Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der Nordirland-Konflikt das Resultat einer jahrhundertelangen strukturellen Diskriminierung ist, die mit der „Plantation“ ihren Ursprung nahm.

Schlüsselwörter

Nordirland-Konflikt, Irland, Geschichte, England, Plantation of Ulster, Katholiken, Protestanten, Home Rule, Diskriminierung, Konfliktparteien, Osteraufstand, Teilung, Unionisten, Nationalisten, Bürgerrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den historischen Ursprüngen des Nordirland-Konflikts und analysiert dessen Entwicklung von der ersten englischen Einflussnahme im Mittelalter bis ins Jahr 1969.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Anglisierung Irlands, die „Plantation of Ulster“, die konfessionelle Spaltung, die Teilung der Insel 1921 sowie die Entstehung der verschiedenen Konfliktparteien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Nordirland-Konflikt keine rein konfessionelle Angelegenheit des 20. Jahrhunderts ist, sondern tief verwurzelte historische Ursachen besitzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse unter Verwendung von Lexika und Fachliteratur zur nordirischen Geschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Etappen vor 1921 und die Zeit der Trennung zwischen 1921 und 1969.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Nordirland-Konflikt, historische Entwicklung, Konfessionelle Spaltung, Diskriminierung und der politische Einfluss der britischen Krone.

Warum spielt die „Plantation of Ulster“ eine so zentrale Rolle für den Autor?

Der Autor sieht in der gezielten Ansiedlung protestantischer Siedler durch England den entscheidenden Wendepunkt, der die soziale und politische Spaltung der nordirischen Gesellschaft dauerhaft festigte.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der „Home-Rule-Bill“?

Die „Home-Rule-Bill“ wird als zentraler politischer Brennpunkt dargestellt, der zur Radikalisierung sowohl der unionistischen als auch der nationalistischen Lager führte und eine Bürgerkriegsstimmung erzeugte.

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Detalles

Título
Der Nordirlandkonflikt. Eine Retrospektive von den Anfängen bis zum Jahr 1969
Universidad
University of Vienna  (Inst. f. Politikwissenschaften Wien)
Curso
Proseminar: Friedenssicherung
Calificación
Sehr gut
Autor
Mag. Christian Rabl (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
19
No. de catálogo
V20360
ISBN (Ebook)
9783638242523
ISBN (Libro)
9783668194328
Idioma
Alemán
Etiqueta
Nordirlandkonflikt Anfängen Proseminar Friedenssicherung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Mag. Christian Rabl (Autor), 2003, Der Nordirlandkonflikt. Eine Retrospektive von den Anfängen bis zum Jahr 1969, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20360
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