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Die Zeit - Immanuel Kants transzendentale Ästhetik der Zeit und ihre Bedeutung für die neuzeitliche naturwissenschaftliche und philosophischen Debatte

Title: Die Zeit - Immanuel Kants transzendentale Ästhetik der Zeit und ihre Bedeutung für die neuzeitliche naturwissenschaftliche und philosophischen Debatte

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 35 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: M.A. Martina Merten (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Was ist Zeit? Woher kommt sie? Wie ist ist sie zu fassen?

Immanuel Kant beschäftigte sich bereits im 18. Jhd. "Kritik der reinen Venunft" mit den "Grundlagen der Wahrnehmung" - "Zeit" und "Raum". Im Abschnitt zur "transzendentalen Ästhetik" beschreibt er: "Wir verfügen einerseits über einen äußeren Sinn, der uns Vorstellungen im Raum gibt. Wir haben andererseits einen inneren Sinn, mit dem wir Vorstellungen in der Zeit erzeugen. Raum und Zeit sind Voraussetzung der sinnlichen Vorstellungen, weil wir uns keine Gegenstände ohne Raum und Zeit vorstellen können. Gleichzeitig sind unsere Sinne rezeptiv, d. h. sie werden von einer begrifflich nicht fassbaren Außenwelt („dem Ding an sich selbst“) affiziert."

Nach Kant erkennen wir nicht das Ding an sich, sondern nur dessen Erscheinung oder das Ding für uns. Diese Erscheinung wird aber durch uns als Subjekt, durch die apriorischen Sinnlichkeitsformen gegeben. Nach unserer Vorstellung der Außenwelt gibt es Gegenstände, die von den Sinnen aufgenommen werden – es wird affiziert. Diese sinnlichen Anschauungen werden uns nur als räumliche Gegenstände gegeben. Das Räumlich-Sein ist sogar die Bedingung ihrer Existenz. Die Außenwelt ist dabei bereits eine "subjektive" Vorstellung. Solche aus einzelnen Elementen zusammengesetzten empirischen Anschauungen nennt Kant Empfindungen. "Raum" und "Zeit" aber werden als reine Formen der sinnlichen Anschauung den Empfindungen (der Materie) hinzugefügt. Sie sind reine Formen der menschlichen Anschauung und gelten nicht für Gegenstände an sich. Dies bedeutet, dass Erkenntnis immer vom Subjekt abhängig ist. Unsere Realität sind die Erscheinungen, d. h. alles was für uns in "Raum" und "Zeit" ist. Dass wir uns keine Gegenstände ohne Raum und Zeit vorstellen können, liegt nach Kant an unserer Beschränktheit und nicht in den Gegenständen an sich. Ob "Raum" und "Zeit" in den Dingen an sich existieren, können wir nicht wissen.

Verschiedene "Neukantianer" haben inzwischen versucht, den Fragen und Antworten über "Raum" und "Zeit" erneut auf den Grund zu gehen und Kants Lehre weiter zu entwickeln. Lesen Sie mehr über Kants und ihre Erkenntnisse in diesem Buc

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einführung - Wie spät war es am Anfang oder Was ist Zeit?

B. Kants transzendentale Ästhetik und ihre Bedeutung für die neuzeitliche naturwissenschaftliche und philosophischen Zeit-Interpretation

I. Zur subjektiven bzw. objektiven Bestimmung der Zeit

1. Der objektive Zeitbegriff und seine Bedeutung für die Naturwissenschaft

2. Der subjektive Zeitbegriff und seine Bedeutung für die Geisteswissenschaften

II. Zur Zeit-Interpretation bei Immanuel Kants „Kritik der reinen Vernunft“

1. Immanuel Kants Zeit-Interpretation in der „Kritik der reinen Vernunft“

2. Thesen zur Zeit-Anschauung bei Immanuel Kant

2.1 Die 1. These: Zur Apriorität der Zeit

2.2 Die 2. These: Zur Apriorität und den Vorstellungen der Zeit

2.3. Die 3. These: Zu den Erscheinungen in der Zeit

2.4. Die 4. These: Zeit als reine Form der sinnlichen Anschauung

2.5. Die 5. These: Zur Unendlichkeit der Zeit

3. Zu Inhalt und Methode der Zeit-Interpretation in der „Kritik der reinen Vernunft“

3.1 1. Interpretationsansatz: Raum-Zeit-Idealismus

3.2 2. Interpretationsansatz: Raum und Zeit als Anschauungsformen

3.3 3. Interpretationsansatz: Raum und Zeit für den Gebrauch der Wissenschaft

3.4 4. Interpretationsansatz: Von der Anthropologie zur Epistemologie

3.5 5. Interpretationsansatz: Kritik der reinen Vernunft als „Metaphysik von der Metaphysik“

III. Neuzeitlicher Entwurf von Kants Zeit-Interpretation innerhalb der Transzendentalphilosophie

1. Die Zeit und Kants religionsphilosohische Frage: „Was dürfen wir hoffen?“

2. Die Zeit als „Freiheit durch Kausalität“ im Umkehrschluß zu I. Kant

3. Die Zeit und ihre „neutrale Dimension“ als „Gebiet des Naturbegriffs“ im Sinne Kants

4. Die Feldtheoretische Transzendentalphilosophie

C. Schlußbetrachtung – Zur Interpretation der Zeit und ihrer rein sinnlichen Anschauung bei Immanuel Kant

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Immanuel Kants transzendentale Elementarlehre der Zeit und analysiert deren anhaltende Relevanz für die neuzeitliche philosophische sowie naturwissenschaftliche Debatte. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie Kants Verständnis der Zeit als „reine Form der sinnlichen Anschauung“ mit modernen physikalischen Theorien und zeitgenössischen philosophischen Interpretationen vermittelt werden kann.

  • Kritische Analyse von Kants Zeitbegriff in der „Kritik der reinen Vernunft“.
  • Gegenüberstellung von objektiv-physikalischer und subjektiv-psychologischer Zeitauffassung.
  • Untersuchung der Bedeutung von Raum und Zeit als apriorische Anschauungsformen.
  • Synthese von Kants Transzendentalphilosophie mit Ansätzen der modernen Feldtheorie.
  • Erörterung der Zeit im Kontext von Freiheit, Kausalität und der menschlichen Erfahrung.

Auszug aus dem Buch

1. Der objektive Zeitbegriff und seine Bedeutung für die Naturwissenschaft

Die Zeit ist als Naturzeit ist sowohl als rhytmischer Wechsel von Jahres- und Tageszeiten als auch als einmaliger Entwicklungsgang im Sinne von Evolution zu verstehen. Man spricht dann von objektiver Zeit. Zu dieser gehört als Grundbedingung das Vergehen. Unter dieser objektiven Auffassung läßt sich Zeit alsdann dreifach bestimmen: 1.

als Jetzt-Folge,

als Fluß bzw. Verlauf, und

als Auslegung, d.h. Zeit als eine „bleibende Einheit im Wechsel“ zu interpretieren. Im objektiven Sinn hat J.W. von Goethe den Zeitbegriff in seinem Gedicht „Prometeus“ bereits treffend beschrieben:

„Hat mich nicht zum Manne geschmiedet

Die allmächtige Zeit

Und das ewige Schicksal

Meine Herren und Deine?“

Der objektiv-physikalische Zeitbegriff ist daher auch eng mit der wissenschaftlichen Forschung nach der Zeit verbunden. Wissenschaftlich gesehen sind Zeit und Raum die grundlegenden Existenzformen der Materie. Umgekehrt ist die Zeit auch stets an Materie gebunden – es gibt keinen an sich seiende, unabhängig von der Materie existierende, absolute Zeit. Denn die physikalische Zeit beginnt mit dem erst mit dem Urknall. Es kann davor eine „Zeit“ gegeben haben oder auch nicht. Die moderne physikalisch-mathematische Theorie der Zeit ist die Relativitätstheorie.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung - Wie spät war es am Anfang oder Was ist Zeit?: Der Autor führt in die grundlegenden Fragestellungen zur Natur der Zeit ein und stellt die Relevanz des Themas für Wissenschaft und Alltag dar.

B. Kants transzendentale Ästhetik und ihre Bedeutung für die neuzeitliche naturwissenschaftliche und philosophischen Zeit-Interpretation: Dieses Hauptkapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen traditionellen Zeitverständnissen und Kants transzendentaler Wende.

I. Zur subjektiven bzw. objektiven Bestimmung der Zeit: Es werden die Unterschiede und gegenseitigen Bezüge zwischen der physikalisch-objektiven und der psychologisch-subjektiven Sichtweise auf die Zeit erörtert.

II. Zur Zeit-Interpretation bei Immanuel Kants „Kritik der reinen Vernunft“: Eine tiefgehende Untersuchung von Kants spezifischer Zeit-Anschauung, unterteilt in zentrale Thesen und methodische Interpretationsansätze.

III. Neuzeitlicher Entwurf von Kants Zeit-Interpretation innerhalb der Transzendentalphilosophie: Dieses Kapitel verknüpft Kants Philosophie mit modernen Ansätzen, insbesondere der feldtheoretischen Transzendentalphilosophie von Peter Rohs.

C. Schlußbetrachtung – Zur Interpretation der Zeit und ihrer rein sinnlichen Anschauung bei Immanuel Kant: Eine abschließende Synthese, die die Zeit als wesentlichen Aspekt der menschlichen Erkenntnis und Weltdeutung zusammenfasst.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Zeit, Transzendentalphilosophie, Raum-Zeit, Anschauungsform, Metaphysik, Relativitätstheorie, Subjektivität, Feldtheorie, Naturbegriff, Freiheit, Kausalität, Erkenntnistheorie, Zeitpfeil, Phänomenologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung des Zeitbegriffs bei Immanuel Kant und dessen Bedeutung für moderne wissenschaftliche und philosophische Diskurse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören Kants Transzendentalphilosophie, das Verhältnis von objektiver und subjektiver Zeit sowie die Brücke zwischen klassischer Metaphysik und moderner Feldtheorie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Kants These der Zeit als „reine Form der sinnlichen Anschauung“ in den Kontext heutiger naturwissenschaftlicher Erkenntnisse integriert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, die Kants Originalschriften (insbesondere die Kritik der reinen Vernunft) mit zeitgenössischen Interpreten wie Peter Rohs und naturwissenschaftlichen Theorien vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der subjektiven vs. objektiven Zeit, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Kants Thesen sowie die moderne feldtheoretische Deutung der Zeit innerhalb der Transzendentalphilosophie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kritische Begriffe sind unter anderem Transzendentalphilosophie, Zeitanschauung, Feldtheorie, Naturbegriff und Subjektivität.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen A-Reihe und B-Reihe bei der Zeit?

Die A-Reihe bezieht sich auf das modale Zeitverständnis (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft), während die B-Reihe die unveränderliche Anordnung der Ereignisse nach dem „Früher“ und „Später“ beschreibt.

Was ist die „feldtheoretische Transzendentalphilosophie“ nach Peter Rohs?

Es handelt sich um einen Ansatz, der die Feldtheorie der Natur mit einer Theorie der Subjektivität verbindet, um die Verbindung zwischen physischer Welt und menschlicher Erkenntnis neu zu deuten.

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Details

Title
Die Zeit - Immanuel Kants transzendentale Ästhetik der Zeit und ihre Bedeutung für die neuzeitliche naturwissenschaftliche und philosophischen Debatte
College
University of Frankfurt (Main)  (Philosophische Fakultät)
Course
Kritik der reinen Vernunft (I. Kant)
Grade
sehr gut
Author
M.A. Martina Merten (Author)
Publication Year
2002
Pages
35
Catalog Number
V2031
ISBN (eBook)
9783638112512
ISBN (Book)
9783638637633
Language
German
Tags
Zeit-Interpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Martina Merten (Author), 2002, Die Zeit - Immanuel Kants transzendentale Ästhetik der Zeit und ihre Bedeutung für die neuzeitliche naturwissenschaftliche und philosophischen Debatte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2031
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