Aus der Wirtschaftspresse sind die beinahe täglichen Meldungen von Fusionen und Unternehmensübernahmen nicht mehr wegzudenken. Der Drang nach Wachstum und der Konzentrationsprozess in der Wirtschaft führt zu immer mehr Unternehmenszusammenschlüssen. Mit dem Ziel, Marktanteile zu gewinnen und Synergieeffekte auszunutzen, wird das externe Wachstum vielfach als einzige Marschrichtung für Unternehmungen angesehen. Hinter diesen Finanztransaktionen stehen vielfältige Beweggründe und Motive.
Die strategischen Wachstumsmotive bilden zusammen mit den finanziellen Motiven die weitgehend am häufigsten genannten und akzeptierten Beweggründe für Fusionen und Übernahmen. Diese werden in der Arbeit dargestellt und kritisch untersucht. Darüber hinaus wird versucht, auch nicht rein rationale und betriebswirtschaftliche
Motive darzustellen und auf die persönlichen Beweggründe der Beteiligten einzugehen. Hierbei werden Faktoren wie das ehrgeizige Streben nach Macht und Ansehen vorgestellt. Schließlich wird die Rolle der externen Berater und die Perspektive der Verkäuferseite behandelt. Bei den angeführten Beweggründen werden jeweils die
entsprechenden, in der Literatur zu findenden, theoretischen Erklärungsansätze dargestellt. Ferner werden aktuelle Bezüge zu Beispielen aus der Praxis gezeigt.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1 DEFINITIONEN
2.2 FORMEN VON UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSEN
2.3 HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES M&A - MARKTES
3. Motive und Beweggründe von M&A - Projekten
3.1 STRATEGISCHE UND INVESTMENTORIENTIERTE M&A - PROJEKTE
3.2 STRATEGISCHE WACHSTUMSMOTIVE
3.2.1 Internes vs. externes Wachstum
3.2.1.1 Monopoltheorie
3.2.2 Synergien
3.2.3 Effizienztheorien
3.2.4 Risikostreuung / Diversifikation
3.2.4.1 Portfoliotheorie
3.2.5 Personal und Know how
3.2.6 Prävention
3.3 FINANZIELLE MOTIVE
3.3.1 Unterbewertungen
3.3.2 Steuern
3.3.3 Shareholder Value
3.4 PERSÖNLICHE MOTIVE
3.4.1 Macht
3.4.1.1 „Ruhm und Ehre“ - These
3.4.2 Action
3.4.3 Gier
3.4.4 Selbstschutz / Ablenkung
3.4.5 Agency Theorie
3.4.5.1 Free Cash Flow Hypothese
3.4.6 Hybris Theorie
3.4.7 Grenzen der persönlichen Motive
3.5 DIE ROLLE DER BERATER
3.6 MOTIVE UND BLICKWINKEL DER VERKÄUFERSEITE
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine kritische Analyse der Motive für Unternehmenszusammenschlüsse vorzunehmen. Dabei wird untersucht, inwieweit Fusionen und Übernahmen betriebswirtschaftlich begründet sind oder ob persönliche Beweggründe des Managements sowie externe Faktoren eine entscheidende Rolle spielen.
- Unterscheidung zwischen strategischen, finanziellen und persönlichen Motiven bei M&A-Projekten.
- Analyse theoretischer Erklärungsansätze für Unternehmenswachstum und Synergieeffekte.
- Kritische Betrachtung irrationaler Managerentscheidungen und Machtstreben.
- Untersuchung der Rolle externer Berater und der Perspektive der Verkäuferseite.
- Bezugnahme auf aktuelle Praxisbeispiele und M&A-Marktentwicklungen.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Internes vs. externes Wachstum
Wie schon erwähnt dienen M&A Projekte überwiegend der Umsetzung von Wachstumsstrategien. Dabei kann man zwischen dem internen und dem externen Wachstum unterscheiden. Will man in einen neuen Geschäftsbereich oder Markt vordringen, so gelingt dieses Wachstum schneller durch Kauf als durch Aufbau einer eigenen Struktur. Für langsames stetiges Wachstum bleibt oft weder die Zeit noch die Geduld des Managements und nicht zuletzt der Aktionäre. Das Manager Magazin schreibt über diese Situation: „Internes Wachstum zu schaffen, das die Börse beeindruckt, erweist sich als überaus mühsam, häufig gar als unmöglich. Mit Aufkäufen katapultieren sich die Unternehmensveränderer schnell in neue Dimensionen“.
Die Möglichkeit Unternehmen und Unternehmensteile zu erwerben und zu veräußern, schafft vielfältige strategische Möglichkeiten für die Unternehmensführung. Werden neue Märkte identifiziert oder neue Wachstumsstrategien angestrebt, stellen sich die Alternativen: eigenes internes Wachstum oder die schnellere Akquisition. Gerade in Branchen in denen hohe Eintrittsbarrieren bestehen, oder Unternehmen sich über lange Zeit hinweg einen Markennamen aufgebaut haben, ist internes Wachstum sehr schwierig. Der Anspruch an Mergers & Acquisitions ist, dass sie wesentlich schneller zum Ziel führen, als Investitionen auf der „grünen Wiese“. Vor allem in stagnierenden Märkten ist die Erhöhung des Marktanteils schwierig, teuer und langwierig, so dass die Übernahme eines Mitbewerbers als schnelle Lösung sinnvoll erscheint.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Bedeutung von Fusionen und Übernahmen im Kontext wirtschaftlicher Veränderungsprozesse und stellt die Forschungsfrage nach deren betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit.
2. Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie M&A, unterscheidet Formen von Zusammenschlüssen und skizziert die historische Entwicklung des Marktes anhand der fünf Merger-Wellen.
3. Motive und Beweggründe von M&A - Projekten: Das Hauptkapitel analysiert systematisch strategische, finanzielle und persönliche Motive für Unternehmenszusammenschlüsse, einschließlich der Rolle von Beratern und der Verkäuferseite.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass kein isoliertes Hauptmotiv existiert und betont die Notwendigkeit einer kritischen Distanz bei der Bewertung von M&A-Transaktionen.
Schlüsselwörter
Fusionen, Unternehmensübernahmen, M&A, Wachstumsstrategien, Synergieeffekte, Marktmacht, Strategische Motive, Finanzielle Motive, Persönliche Motive, Management, Agency Theorie, Hybris Theorie, Shareholder Value, Kapitalmarkt, Unterbewertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Motive und Beweggründe hinter Fusionen und Unternehmensübernahmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen strategische Wachstumsziele, finanzielle Aspekte wie Steuervorteile sowie die oft vernachlässigten, persönlichen Machtmotive des Managements.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist eine kritische Hinterfragung, ob M&A-Transaktionen tatsächlich stets eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit darstellen oder durch andere Faktoren motiviert sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Auswertung von Fachliteratur sowie die Analyse aktueller Fälle aus der Fachpresse, um theoretische Erklärungsansätze mit der Praxis zu vergleichen.
Welche Inhalte bilden den Hauptteil der Untersuchung?
Der Hauptteil gliedert sich in strategische Wachstumsziele, finanzielle Motive, persönliche Motivationen der Akteure sowie die Einflüsse externer Berater und die Verkäuferperspektive.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Mergers & Acquisitions, Synergieeffekte, Marktmacht, Agency-Theorie und Hybris-Theorie.
Warum wird die „Hybris-Theorie“ als Motiv für Fusionen angeführt?
Die Theorie besagt, dass Manager den Nutzen einer Übernahme oft falsch einschätzen, sich überschätzen und dementsprechend zu hohe Preise für Zielunternehmen zahlen.
Welche Rolle spielen „persönliche Motive“ in der Argumentation des Autors?
Der Autor argumentiert, dass neben rationalen Gründen auch Faktoren wie Machtstreben, persönliches Ansehen, Action-Suche oder Selbstschutz des Managements signifikante Treiber für Übernahmen sein können.
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- Pasquale Totaro (Author), 2002, Fusionen und Unternehmensübernahmen. Eine Analyse der Motive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2027