Insomnien gehören neben Hypersomnien, Parasomnien und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, zu dem großen Komplex der Schlafstörungen. Sie sind am weitesten verbreitet und können jeden Menschen zumindest vorübergehend einmal betreffen (Backhaus & Riemann, 1999). Da Insomnien sowohl als eigenständiges Störungsbild als auch in Zusammenhang mit einer psychischen Störung (z.B. Depression) oder aber infolge einer körperlichen Erkrankung auftreten können, ist ein ausführlicher und differenzierter diagnostischer Prozess unabdingbar (Riemann & Hajak, 2009). Des Weiteren werden aus der jeweiligen Diagnosestellung adäquate Interventionsmaßnahmen abgeleitet, die an verschiedenen auslösenden bzw. aufrecht erhaltenden Faktoren, welche zuvor anhand von Störungsmodellen identifiziert wurden, ansetzen. Für die primäre Insomnie wird neben des Vorhandenseins eines Hyperarousals und dysfunktionalen Schlafgewohnheiten zunehmend der negative Einfluss von Stress auf die Schlafqualität, insbesondere in Form von sozialem Stress, diskutiert (Schulz et al., 2003). In der heutigen psychotherapeutischen Praxis werden bisher rein schlafspezifische Therapiemaßnahmen mit großem Erfolg eingesetzt. Allerdings könnte in Zukunft in Hinblick auf die zunehmende Relevanz von sozialen Stressfaktoren auf die Berücksichtigung von lebenssituationsspezifischen Maßnahmen, wie z.B. der Aufbau sozialer Kompetenzen, nicht mehr verzichtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung
2. Insomnie – Beschreibung des Störungsbildes
3. Diagnostische Verfahren
4. Störungsmodell der Insomnie
5. Behandlung von Schlafstörungen nach Riemann und Backhaus Kognitiv-verhaltenstherapeutisches Kurzzeitkonzept
6. Der Faktor sozialer Stress
7. Konsequenzen für die Behandlung von Schlafstörungen?!
7.1 Ergänzung der Behandlung durch spezifische Maßnahmen zum
Umgang mit sozialem Stress – Selbstverbalisation und
Selbstverstärkung
8. Fazit
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Insomnie?
Insomnien sind Schlafstörungen, die durch Ein- oder Durchschlafprobleme sowie eine mangelnde Schlafqualität gekennzeichnet sind. Sie können eigenständig oder als Folge psychischer oder körperlicher Erkrankungen auftreten.
Welche Rolle spielt sozialer Stress bei Schlafstörungen?
Sozialer Stress (z. B. Konflikte im Umfeld, Einsamkeit) führt oft zu einem Hyperarousal (erhöhte Erregung), das das Einschlafen erschwert und die Schlafqualität massiv beeinträchtigt.
Wie wird eine primäre Insomnie behandelt?
Häufig wird ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Kurzzeitkonzept nach Riemann und Backhaus eingesetzt, das an Schlafgewohnheiten und dysfunktionalen Gedanken ansetzt.
Was sind "lebenssituationsspezifische Maßnahmen" in der Therapie?
Dies sind Ergänzungen zur klassischen Schlaftherapie, wie z. B. der Aufbau sozialer Kompetenzen oder Strategien zur Stressbewältigung, um die Ursachen des sozialen Stresses direkt anzugehen.
Was versteht man unter "Selbstverbalisation" bei der Behandlung?
Es handelt sich um eine Technik, bei der Patienten lernen, ihre inneren Dialoge positiv zu beeinflussen, um Stress abzubauen und Entspannung vor dem Schlafen zu fördern.
Warum ist ein differenzierter diagnostischer Prozess wichtig?
Da Schlafstörungen Symptome anderer Krankheiten (wie Depressionen) sein können, muss geklärt werden, ob die Insomnie primär oder sekundär ist, um die richtige Intervention abzuleiten.
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- B.Sc. Dorothea Schreier (Author), 2011, Insomnie - Welche Rolle spielt sozialer Stress und welche Konsequenzen könnten sich daraus für ihre Behandlung ergeben?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202670