Einleitung
Wer in Deutschland Moscheen besucht und die Gemeinden betrachtet, wird bemerken, dass wenige Jugendliche in den Moscheen anwesend sind. Eine Ausnahme bilden lediglich die Freitagsgebete und bestimmte religiöse Tage. Die Erkenntnis, dass die älteren Gemeindemitglieder immer mehr werden und die jugendlichen Gemeindemitglieder immer weniger, stellt die Zukunft der Moscheen in Hinblick auf die religiöse Entwicklung der Jugendlichen negativ dar. Viele islamische Religionslehrer unternehmen Wandertage in die Moscheen, da viele Jugendliche noch nie in einer Moschee gewesen sind. Aus islamischer Sicht ist das ein schwerwiegendes Problem, denn jeder Muslim muss wenigstens, einmal in der Woche zum Freitagsgebet gehen.
Für die von mir verfasste Bachelorarbeit wurden Interviews mit männlichen und weiblichen Jugendlichen durchgeführt, in denen allgemeine Fragen über Probleme mit den Jugendlichen in den Moscheen gestellt wurden. Als Hauptgründe für den Rückgang der Jugendlichen in den Moscheen wurden die Probleme in der Durchführung der Vermittlung religiösen Wissens zwischen Imam und Jugendlichen sowie der Mangel an spiritueller Gotteserfahrung ermittelt.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Probleme der Vermittlung religiösen Wissens und des Mangels der Jugendlichen an spiritueller Gotteserfahrung zu beheben, indem erlebnispädagogische Ansätze Theorien entwickelt werden sollen, anhand derer die Jugendlichen nicht nur in der Moschee beten, sondern dort auch lernen, Gott zu erfahren und zu spüren. Außerdem sollen diese Theorien Ideen für Konzepte anbieten, die zum Ziel haben, den Einklang des Körpers mit der Seele wieder herzustellen.
Als Erstes möchte ich einen groben Überblick über die Grundlagen, sowie die Ziele der Erlebnispädagogik schaffen. Danach gehe ich der Frage nach, wie sich erlebnisorientierte Lernkonzepte in der Moschee umsetzen lassen und welche Probleme ihnen dabei im Weg stehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Problemdarstellung
1.1 Die sozialen und kulturellen Probleme
1.2 Pädagogische Probleme
1.3 Der Mangel an religiöser Erfahrung
2. Problemlösung
3. Die Erlebnispädagogik
3.1 Begriffserklärung
3.2 Ziele der Erlebnispädagogik
a. Selbsterfahrung und individuelles Lernen
b. Soziales Lernen
c. Umweltbewusstsein und ökologisches Lernen
3.3 Geschichte der Erlebnispädagogik
3.4 Methodische Prinzipien der Erlebnispädagogik
3.5 Wirkungs- und Lernmodelle der Erlebnispädagogik
4. Die Rolle des Leitenden bzw. Imams
5. Skizze der erlebnispädagogischen Aktivität in der Moschee
5.1 Kleine Spiele
5.2 Die Aktivitäten
a. Dreamwalker
b. Fear not: Fürchte Dich nicht
c. Leiter besteigen
d. Winde des Vertrauens / Lass dich halten
e. Schilfmeerdurchquerung / Vertrauenslauf
6. Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum sinkt die Zahl der Jugendlichen in den Moscheen?
Als Hauptgründe wurden Probleme bei der Vermittlung religiösen Wissens durch Imame und ein Mangel an spiritueller Gotteserfahrung ermittelt.
Wie kann Erlebnispädagogik in der Moschee helfen?
Erlebnispädagogische Ansätze sollen es Jugendlichen ermöglichen, Gott nicht nur theoretisch zu studieren, sondern aktiv zu erfahren und zu spüren.
Welche konkreten Aktivitäten werden vorgeschlagen?
Vorgestellt werden Übungen wie „Dreamwalker“, „Winde des Vertrauens“ oder die „Schilfmeerdurchquerung“ zur Förderung von Selbsterfahrung und Vertrauen.
Was sind die Ziele der Erlebnispädagogik in diesem Kontext?
Ziele sind soziales Lernen, Selbsterfahrung, individuelles Lernen sowie die Wiederherstellung des Einklangs von Körper und Seele.
Welche Rolle spielt der Imam bei diesen neuen Konzepten?
Die Arbeit untersucht die veränderte Rolle des Leitenden oder Imams bei der Umsetzung erlebnisorientierter Lernkonzepte.
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- B.A. Nurullah Uslu (Author), 2011, Die Umsetzung der Erlebnispädagogik in der Moschee, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202452