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Verlagslandschaft und Buchhandel im 18. Jahrhundert

Title: Verlagslandschaft und Buchhandel im 18. Jahrhundert

Seminar Paper , 2010 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Master of Arts Alexander Eichler (Author)

Book Science
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Viele Buchhistoriker lassen das 18. Jahrhundert mit dem Hubertusburger Frieden von 1763 beginnen, weil sie der Ansicht sind, dass in den beiden ersten Dritteln des Jahrhunderts nur wenig Neuerungen interessant sind und sich im Allgemeinen, wie zum Beispiel an der Druckpraxis, nichts geändert hat. In der Tat ist dieser Ansicht beizupflichten, jedoch wird die vorliegende Arbeit versuchen auch auf die Jahrzehnte vor diesem Ereignis einzugehen, um den Weg des Buches, als Sekundär- und kulturelles Leitmedium zu skizzieren.
Grundsätzlich ist die Dominanz der Sekundär- bzw. Printmedien von 1500 bis etwa 1900 unübersehbar, allerdings waren Druckmedien zunächst Individual- bzw. Kleingruppen- und erst später Massenmedien in regionalen und nationalen Teilöffentlichkeiten. Das 18. Jahrhundert gilt daher als Blüte- und Hochzeit der Druckmedien und als Zeitalter der Herrschaft des Geistes über den Körper. Ein weiteres Kennzeichen dieser Epoche ist die ökonomische und juristische Ausdifferenzierung der Buchbranche und die Entstehung eines neuen literarischen Marktes, der die alten oralen Medien ergänzte und diese zunehmend in Abhängigkeit stellte. Es entstanden Bibliotheken, Büchereien, Lesegesellschaften und andere wichtige Institutionen bei der Herausbildung einer ersten umfassenden bürgerlichen Öffentlichkeit, die aufgrund des Anwachsens der Bevölkerung einen wesentlichen Schub für medienkulturelle Neuerungen mit sich brachte. Hervorzuheben ist hier der Brief als Medium privater Kommunikation. Besondere Bedeutung hat ebenfalls die Multimedialität des Verlages, der neben Büchern, Kalendern, Taschenbüchern und Zeitschriften, auch das Medium Zeitung umschloss.
Im Gegensatz zum Autorenwesen sind Verlagswesen und Buchhandel weniger gut erforscht und daher liegen vielen in dieser Arbeit erwähnten Zahlenbeispielen nur Schätzungen zugrunde. So vermutet man, dass im 18. Jahrhundert insgesamt ca. 175.000 Titel in Deutschland verlegt wurden, was fast doppelt so viele Bücher wie im Jahrhundert zuvor sind. Natürlich muss man bei derartigen Betrachtungen entsprechende Ursachen anführen, so wurde die blühende Buchkultur des 17. Jahrhunderts durch den Dreißigjährigen Krieg tiefgreifend geschädigt, wodurch Deutschland weit hinter das Entwicklungsniveau von England und Frankreich fiel und erheblichen Nachholbedarf hatte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Veränderungen des Buchhandels und Verlagswesens im 18. Jahrhundert

2.1. Übergang vom Tausch- zum Geldhandel

2.2. Entstehung einer bürgerlichen Öffentlichkeit

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Veränderungen des Buchhandels und Verlagswesens im 18. Jahrhundert sowie deren maßgeblichen Einfluss auf die Entstehung einer bürgerlichen Öffentlichkeit in Deutschland.

  • Wandel der Handelsformen vom Tausch- zum Geldhandel
  • Entwicklung des Verlagswesens und der Marktpositionen
  • Die Rolle des Buchhandels im Zeitalter der Aufklärung
  • Auswirkungen der "Bücherflut" auf die Lesekultur
  • Der Einfluss wirtschaftlicher Faktoren auf das kulturelle System

Auszug aus dem Buch

2.1. Übergang vom Tausch- zum Geldhandel

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts war der sogenannte Tauschhandel in der Buchbranche die übliche Verkehrsform zwischen Buchhändlern. Die jeweiligen Staaten des zersplitterten Reichs waren nämlich stets auf größtmögliche Autarkie bedacht und versuchten für ein Verbleiben des Geldes im eigenen Lande zu sorgen. Da in der Frühmoderne besonders diese merkantilistische Wirtschaftsdoktrin der Territorialstaaten verbreitet war, wurde Geldhandel auch in der Buchbranche zunächst vermieden. Im Großen und Ganzen war er so geregelt, dass man bedrucktes ungebundenes Papier gegen Selbiges tauschte und dabei zumeist rein quantitative Bemessungen anstellte. Hatte man auf der jeweiligen Messe seine Ware getauscht, so wurden die Bögen in Fässern mit in die Heimat gebracht und dort vertrieben. Mitunter kam es vor, dass Ausstattung und innerer Wert der Bücher differierten. In solchen Fällen setzte man häufig eine Verrechnung in Verhältnissen ein.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Tauschhandel jedoch problematisch, da er voraussetzte, dass der Buchhändler Verleger und Sortimenter in Personalunion war. Nur wenn man selbst produzierte und große Lagerbestände anlegte, konnte man Handel treiben und Waren tauschen. Auf der anderen Seite begann aber mehr und mehr die Ausdifferenzierung des reinen Verlegers und reinen Sortimenters. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Einerseits wurde der Büchermarkt immer komplexer und andererseits war der Beruf des Verlegers wohl profitabler und weniger riskant. Der bedeutendste negative Nebeneffekt des Tauschhandels war der unübersichtliche Anstieg der angebotenen Buchtitel. Zu oft druckten die Buchhändler in schlechter Qualität und unabhängig von Käuferinteressen, nur um Ware für den Tausch auf den Messen zu haben. Dadurch wurde der Gebrauchswert des Buches, als Mittel der Aufklärung herabgesetzt, weil das bedruckte Papier nur in seiner Funktion als Tauschwert betrachtet wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Stellenwert des 18. Jahrhunderts als Ära der Druckmedien und beschreibt den Weg des Buches als kulturelles Leitmedium unter Berücksichtigung der ökonomischen und juristischen Veränderungen.

2. Veränderungen des Buchhandels und Verlagswesens im 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel analysiert die Professionalisierung der Buchbranche, die Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen Verlegern und Sortimentern sowie den Übergang zu modernen, kapitalorientierten Handelsformen.

2.1. Übergang vom Tausch- zum Geldhandel: Der Abschnitt erläutert die Ablösung des problematischen Tauschhandels durch den Bar- und Konditionshandel, was zu einer Qualitätsverbesserung und einer stärkeren Marktsteuerung führte.

2.2. Entstehung einer bürgerlichen Öffentlichkeit: Hier wird der Zusammenhang zwischen der zunehmenden Alphabetisierung, der wachsenden Titelproduktion und der Herausbildung einer neuen bürgerlichen Öffentlichkeit, auch durch Institutionen wie Lesegesellschaften, dargestellt.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die ökonomische Kapitalisierung des Buchmarktes einerseits kulturelle Werte gefährdete, andererseits jedoch die Grundlage für die moderne bürgerliche Gesellschaft legte.

Schlüsselwörter

Buchhandel, Verlagswesen, 18. Jahrhundert, Aufklärung, Buchkapitalismus, Tauschhandel, Geldhandel, Konditionshandel, bürgerliche Öffentlichkeit, Leserevolution, Buchproduktion, Medienwandel, Buchhistorik, Literaturmarkt, Johann Friedrich Cotta.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Strukturwandel der Buchbranche und des Verlagswesens im 18. Jahrhundert in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Buchhandels, die Professionalisierung des Verlagswesens und die wechselseitige Beziehung zwischen Buchmarkt und der entstehenden bürgerlichen Öffentlichkeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es, den Weg des Buches als kulturelles Leitmedium im 18. Jahrhundert aufzuzeigen und die Transformation des Buchmarktes von einer Tauschwirtschaft hin zu einem frühkapitalistischen System zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird hier angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die historische Quellen und Forschungsergebnisse zur Buch- und Mediengeschichte des 18. Jahrhunderts auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich den Veränderungen im Buchhandel, insbesondere dem Übergang vom Tausch- zum Geld- und Konditionshandel, sowie dem Einfluss der Aufklärung auf die Lesegewohnheiten und die öffentliche Kommunikation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Buchhandel, Verlagswesen, Aufklärung, Buchkapitalismus, bürgerliche Öffentlichkeit und Medienwandel.

Warum war der Übergang zum Geldhandel so entscheidend für die Buchbranche?

Der Übergang ermöglichte eine Professionalisierung, reduzierte die Abhängigkeit von Messen und förderte durch das höhere Marktrisiko für den Verleger eine bessere Qualität der produzierten Waren.

Welche Rolle spielten die Wanderbuchhändler in diesem Prozess?

Sie fungierten als wichtige Vermittler, die auch untere Schichten der Bevölkerung mit Literatur erreichten, die zuvor keinen Zugang zu Büchern hatten, und entzogen sich dabei oftmals der staatlichen Zensur.

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Details

Title
Verlagslandschaft und Buchhandel im 18. Jahrhundert
College
University of the Federal Armed Forces München
Course
Mediengesellschaft im Wandel
Grade
2,0
Author
Master of Arts Alexander Eichler (Author)
Publication Year
2010
Pages
15
Catalog Number
V200517
ISBN (eBook)
9783656265351
ISBN (Book)
9783656265795
Language
German
Tags
Verlagswesen Buchhandel 18. Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Alexander Eichler (Author), 2010, Verlagslandschaft und Buchhandel im 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200517
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