Die technologische und wirtschaftliche Entwicklung auf den Weltmärkten hat brisante Veränderungen in der Arbeitswelt ausgelöst. In diesem Zusammenhang spricht Ralph Sichler vom Ende der Industriegesellschaft und vom Übergang zur Wissensgesellschaft, wo die Autonomie des einzelnen Akteures eine wesentliche Rolle spielt:
„Sowohl in ihrer Arbeit als auch in Bezug auf ihre Arbeit beanspruchen heute viele Menschen einen großen Freiraum. Sie wollen selbst entscheiden, wann sie welche Arbeiten mit welchen Mitteln erledigen. Und sie wollen die zeitliche Anordnung von Arbeitszeiten und Freizeiten möglichst selbstständig regeln.“(Ralph Sichler8 2006:39)
Mit dem Wandel der Anforderungen an Erwerbstätige ändert sich der Verlauf ihrer Erwerbsbiographie. Ralph Sichler zufolge wird die traditionelle Erwerbsbiographie heutzutage durch die sogenannte fragmentierte Erwerbsbiographie ersetzt. Die typischen Lebensabschnitte wie Ausbildung, Erwerbstätigkeit und Ruhestand werden mit diversen berufspraktischen Tätigkeiten, Zusatzqualifizierungen, Umschulungen, Teil- oder Nicht-Erwerbstätigkeit vervollständigt.
Der Globalisierungsprozess bringt einen hohen Konkurrenzdruck mit sich, der einen großen Einfluss auf die Gestaltung sowohl des Arbeitslebens als auch auf die Gestaltung des Privatlebens ausübt. Die Prozesse der Dezentralisierung und der Individualisierung erfordern möglichst flexible Arbeitsformen in den Organisationsstrukturen. Somit ändert sich auch das klassische Bild des Mitarbeiters. In meiner Arbeit versuche ich folgende Frage zu beantworten: inwiefern werden die Anforderungen an Erwerbstätige vom Markt beeinflusst und welche Chancen und Risiken sind damit verbunden. Im Weiteren werde ich mich mit der These vom Arbeitskraftunternehmer als neuem Leittypus der Erwerbsarbeit von Voß und Pongratz auseinandersetzen und empirische Studien zu dieser These analysieren.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- 1. Historischer Überblick
- 2. Die sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen der Arbeit:
- 2.1. Ökonomischer Wandel
- 2.2. Der Wertewandel
- 2.3. Die Subjektivierung von Arbeit
- 3. Neue Arbeitsformen und empirisches Feld
- 4. Unternehmer - ihrer selbst
- 5. Chancen und Risiken
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die veränderten Anforderungen an Erwerbstätige im Kontext des modernen Arbeitsmarktes. Sie befasst sich mit den Herausforderungen und Chancen, die sich aus der Globalisierung, dem Wertewandel und dem Übergang zur Wissensgesellschaft ergeben.
- Die Entwicklung des Arbeitskraftunternehmers als neues Leittypus der Erwerbsarbeit
- Der Einfluss des ökonomischen Wandels und der wirtschaftlichen Globalisierung auf die Anforderungen an Erwerbstätige
- Die Rolle des Wertewandels und der Subjektivierung von Arbeit in der Gestaltung des Arbeitslebens
- Chancen und Risiken für Erwerbstätige im Kontext der neuen Arbeitsformen
- Analyse empirischer Studien zu den modernen Anforderungen an Erwerbstätige
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einführung der Hausarbeit beleuchtet die aktuellen Veränderungen in der Arbeitswelt und die Herausforderungen, die sich daraus für Erwerbstätige ergeben. Kapitel 1 liefert einen historischen Überblick über die Entwicklung des Arbeitskraftunternehmers und stellt die verschiedenen Typen der Arbeitskraft im Laufe des industriellen Kapitalismus vor. Kapitel 2 beschäftigt sich mit den sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen der Arbeit, die den Wandel des Arbeitslebens prägen. Der Fokus liegt dabei auf dem ökonomischen Wandel, dem Wertewandel und der Subjektivierung von Arbeit. Kapitel 3 widmet sich den neuen Arbeitsformen und empirischen Studien zu dem Thema der Arbeitskraftunternehmer. Kapitel 4 stellt die Arbeitskraftunternehmer als neuen Leittypus der Erwerbsarbeit vor und untersucht deren Rolle im modernen Arbeitsmarkt. Kapitel 5 analysiert die Chancen und Risiken, die mit den modernen Anforderungen an Erwerbstätige verbunden sind.
Schlüsselwörter
Arbeitskraftunternehmer, Globalisierung, Ökonomischer Wandel, Wertewandel, Subjektivierung von Arbeit, Neue Arbeitsformen, Chancen, Risiken, Empirische Studien, Wissensgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein „Arbeitskraftunternehmer“?
Das Konzept von Voß und Pongratz beschreibt einen neuen Leittypus der Erwerbsarbeit, bei dem Mitarbeiter ihre Arbeitskraft selbst wie ein Unternehmen vermarkten, organisieren und kontrollieren müssen.
Wie unterscheidet sich die fragmentierte von der traditionellen Erwerbsbiographie?
Die traditionelle Biographie (Ausbildung-Beruf-Ruhestand) wird durch Brüche wie Umschulungen, Teilzeitphasen und Zusatzqualifizierungen ersetzt, was eine ständige Anpassung erfordert.
Welchen Einfluss hat die Wissensgesellschaft auf die Arbeitnehmer?
In der Wissensgesellschaft spielt die Autonomie des Einzelnen eine zentrale Rolle. Menschen fordern mehr Freiraum bei der Entscheidung, wann, wo und wie sie ihre Aufgaben erledigen.
Was bedeutet die „Subjektivierung von Arbeit“?
Es beschreibt den Trend, dass persönliche Eigenschaften, Emotionen und die individuelle Persönlichkeit immer stärker in den Arbeitsprozess einbezogen und für den Markterfolg genutzt werden.
Welche Risiken birgt der Wandel der Arbeitswelt?
Zu den Risiken zählen hoher Konkurrenzdruck, die Entgrenzung von Arbeit und Privatleben sowie die Notwendigkeit zur ständigen Selbstoptimierung und Flexibilität.
Welche Chancen ergeben sich für moderne Erwerbstätige?
Chancen liegen in größeren Gestaltungsspielräumen, höherer Selbstbestimmung und der Möglichkeit, die eigene Erwerbsbiographie individueller an persönliche Lebensentwürfe anzupassen.
- Quote paper
- Olga U. (Author), 2011, Moderne Anforderungen an Erwerbstätige, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200141