Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Intercultural Pedagogy

Interkulturelle Kompetenz: Wohin führt dieser Begriff?

Title: Interkulturelle Kompetenz: Wohin führt dieser Begriff?

Bachelor Thesis , 2012 , 25 Pages , Grade: 2

Autor:in: Dipl.-Ing. (FH) Georg Jäggle (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Welt rückt in Folge der Globalisierung zusammen und damit auch verschiedene Kulturen. Im Zuge dieser Veränderung entwickelten sich neue Disziplinen in der Pädagogik. Es war die interkulturelle Kompetenz geboren. Welche Entwicklung hat der Begriff „Interkulturelle Kompetenz“ genommen?
Im Laufe meines Studiums an Universität Wien habe ich mich mit dem Thema der Interkulturellen Pädagogik befasst. Ich stellte mir zuerst die Frage, was für Kompetenzen als LehrerIn notwendig sind, um dem Anspruch der Bildung gerecht zu werden, allen Menschen, egal welcher Geburt oder Herkunft, den Zugang zu Bildung und Bildungsinstitutionen ermöglichen zu können. Eine Literaturrecherche machte mich auf den Begriff „interkulturelle Kompetenz“ aufmerksam. Nun stellte sich mir die Frage, was unter interkulturellen Kompetenzen zu verstehen sei. Beim Versuch, eine Antwort darauf zu finden, erkannte ich die Unschärfe des Begriffes. In dieser Arbeit möchte ich den historischen Wandel des Begriffes darstellen, auf die Begriffe Kompetenz und Kultur eingehen und einen kritischen Blick auf den Begriff „Interkulturelle Kompetenz“ werfen. Dafür wählte ich die Literaturrecherche, in der Sammelwerke, Zeitschriften und Monografien herangezogen wurden.
Des Weiteren wird überprüft, ob Interkulturelle Kompetenz der pädagogischen Intention, den Menschen in seiner Fähigkeit der Selbstbestimmung zu fördern bzw. ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, gerecht wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

3. Einleitung

4. Forschungsleitende Fragen

5. Historischer Verlauf

5.1 Migrationsgesellschaftliche Differenz als interkulturelle Differenz

6. Der Kompetenzbegriff

7. Kultur

7.1 Unterschiedliche kulturelle Ansätze

7.2 Kohärenz- versus kohäsionsorientierte Ansätze zum Kulturbegriff

7.3 Kritik am Kulturbegriff

8. Interkulturelle Handlungskompetenz

8.1 Ein Beispiel (Kompetenzmodell)

9. Interkulturelle Kompetenz

9.1 Kritik an interkultureller Kompetenz

9.2 Aktueller Diskurs

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den pädagogischen Modebegriff der "Interkulturellen Kompetenz", beleuchtet dessen historischen Wandel sowie die zugrunde liegenden Konzepte von Kultur und Kompetenz und prüft, inwiefern diese Ansätze tatsächlich das pädagogische Ziel der Selbstbestimmung des Menschen fördern oder eher zu Stigmatisierung und Bevormundung beitragen.

  • Historische Entwicklung der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Kompetenz- und Kulturbegriff
  • Analyse von Interkulturalität versus Transkulturalität
  • Diskussion über Machtasymmetrien und Fremdbilder in interkulturellen Interaktionen
  • Evaluation des pädagogischen Professionalitätsverständnisses

Auszug aus dem Buch

8.1 Ein Beispiel (Kompetenzmodell)

Hier wird die Interkulturelle Handlungskompetenz aus Teilkompetenzen abstrahiert. Die Selbstkompetenz ist die Fähigkeit zum Erkennen der eigenen Stärken, Schwächen, sozialen und kulturellen Bedingtheit und der Fertigkeit zum Aufbau von Selbstvertrauen. Die Sozialkompetenz ist die Bereitschaft mit anderen gemeinsam zu arbeiten. Die Kulturkompetenz ist die Fähigkeit ein Wissen über die eine und andere Kultur zu erwerben. (Vgl.: Eß, 2010, S.27) Hier ist eine Kritik angebracht. Mecheril bringt hier die Verschränkung von Wissen und Nicht-Wissen ein. Es gibt eine Vorstellung im Rahmen interkulturellen Handelns, dass Handeln gelinge, wenn die handelnde Person spezifisches Wissen über das Gegenüber hat und damit zum Einsatz bringen kann.

„Das Wissen um den und die Andere, so könnte hier typisiert formuliert werden, ist eine Praktik der Nicht-Erkennung des Anderen durch das Erkennen.“ (Mecheril, 2010a, S.28) Hier könnte das Nicht-Wissen, als bedrohende und Unsicherheiten auslösendem Faktoren aufgezeigt werden. Es bleibt immer ein Rest, der nicht ist und nicht Wissen werden kann und dessen Verhältnis zum Wissen unklar ist. (Vgl.: Wimmer, 1996, S.425). Der Rest ist die Unsicherheit im professionellen Handeln, die nicht überwindbar ist. „Sie stellt vielmehr ein Konstitut professionellen Handelns dar – auch und insbesondere in interkulturellen Situationen.“ (Mecheril, 2010a, S.29) Des Weiteren schriebt Wulf (1999, S.61), dass „Nicht der Anspruch den Anderen zu verstehen, sondern die Erkenntnis, dass der Andere different und nicht verstehbar ist, muss zum Ausgangspunkt interkultureller Bildung werden.“ Es ist der Kontext des Nicht-Wissens und die Erkennbarkeit des Anderen in seiner Unerkennbarkeit. Es sollte somit zu einer Verschränkung von Wissen und Nicht-Wissen kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

3. Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation der Autorin dar, den Begriff der interkulturellen Kompetenz im Kontext der pädagogischen Arbeit mit Menschen unterschiedlicher Herkunft kritisch zu hinterfragen und seine begriffliche Unschärfe zu beleuchten.

4. Forschungsleitende Fragen: Es werden die zentralen Forschungsfragen definiert, die sich mit den Grundlagen, Konsequenzen und blinden Flecken interkultureller Kompetenzansätze befassen.

5. Historischer Verlauf: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von der Ausländerpädagogik der 60er Jahre bis zur heutigen interkulturellen Pädagogik nach.

5.1 Migrationsgesellschaftliche Differenz als interkulturelle Differenz: Hier werden die Paradigmenwechsel zwischen Ausländerpädagogik und interkultureller Pädagogik anhand der unterschiedlichen Sichtweisen auf Herkunft, Kultur und Identität kontrastiert.

6. Der Kompetenzbegriff: Eine komplexe Analyse der verschiedenen Kompetenzdefinitionen, die den Fokus auf Fähigkeiten und Handlungsvermögen im Laufe des Lebens legt.

7. Kultur: Dieses Kapitel exploriert das Verständnis von Kultur als dynamisches Geflecht von Bedeutungen und Orientierungsmatrix.

7.1 Unterschiedliche kulturelle Ansätze: Diskussion transkultureller Ansätze und des normativen Anspruchs der Pädagogik, Begegnungen zum Nutzen aller Mitglieder der Gesellschaft zu gestalten.

7.2 Kohärenz- versus kohäsionsorientierte Ansätze zum Kulturbegriff: Untersuchung der Entstehung kultureller Stabilität durch Normalität anstelle von gemeinsamen Werten.

7.3 Kritik am Kulturbegriff: Eine kritische Betrachtung der Gefahr, durch den Kulturbegriff menschliche Verhaltensweisen fälschlicherweise als festlegbar und materialisiert darzustellen.

8. Interkulturelle Handlungskompetenz: Untersuchung der professionellen Anforderungen und der Gefahr der Kulturalisierung durch einseitige Kompetenzverständnisse.

8.1 Ein Beispiel (Kompetenzmodell): Präsentation und Kritik eines Kompetenzmodells, das die Verschränkung von Wissen und Nicht-Wissen in interkulturellen Situationen thematisiert.

9. Interkulturelle Kompetenz: Historischer Rückblick auf die Ursprünge des Begriffs in der Sozialpsychologie und seine heutige Anwendung im deutschen Sprachraum.

9.1 Kritik an interkultureller Kompetenz: Diskussion der Problematik, interkulturelle Kompetenz als rein zweckrationales oder instrumentelles Konzept zu verwenden.

9.2 Aktueller Diskurs: Reflexion über neue Begriffe wie Diversity und die disziplinierende Wirkung pädagogischer Institutionen.

10. Fazit: Zusammenfassende Antwort auf die Forschungsfragen, die vor der Bevormundung durch scheinbares Verstehen warnt und zum Anerkennen des Anderen aufruft.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kompetenz, Pädagogik, Kultur, Migration, Identität, Differenz, Kompetenzmodell, Ausländerpädagogik, Selbstbestimmung, Machtasymmetrie, Wissenssoziologie, Diskurs, Professionelles Handeln, Diversität, Transkulturalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem pädagogischen Konzept der "interkulturellen Kompetenz" auseinander und hinterfragt, ob dieses Konzept seinen pädagogischen Zielen gerecht wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der interkulturellen Pädagogik, die Definition von Kultur und Kompetenz sowie die Auseinandersetzung mit Machtasymmetrien in der Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Unschärfe des Begriffs "Interkulturelle Kompetenz" aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit er zur Förderung der Selbstbestimmung von Menschen beiträgt oder diese behindert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturrecherche sowie die hermeneutische Methode und komparative Interpretation, um verschiedene Forschungsansätze zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird der Wandel von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik analysiert, theoretische Konzepte von Kultur diskutiert und die Kritik an einer instrumentellen Nutzung interkultureller Kompetenz erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Interkulturelle Kompetenz, Kultur, Migration, Identität, Differenz und pädagogisches Handeln.

Wie unterscheidet sich der transkulturelle vom interkulturellen Ansatz?

Der interkulturelle Ansatz betont stärker die Unterschiede zwischen Kulturen, während der transkulturelle Ansatz das Gemeinsame und die Möglichkeiten der Entwicklung im Eigenen in den Vordergrund stellt.

Was bedeutet die "Verschränkung von Wissen und Nicht-Wissen"?

Dies bezeichnet die Erkenntnis, dass professionelles Handeln nicht nur auf dem Wissen über andere Kulturen basieren darf, sondern auch die Anerkennung einer nicht überwindbaren Unsicherheit und der Einzigartigkeit des Gegenübers voraussetzt.

Warum wird der Begriff "Interkulturelle Kompetenz" kritisiert?

Die Kritik richtet sich unter anderem gegen die Gefahr der Kulturalisierung, die Bevormundung der Interaktionspartner und die Tendenz, den Begriff für rein zweckrationale Effizienzziele zu instrumentalisieren.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Interkulturelle Kompetenz: Wohin führt dieser Begriff?
College
University of Vienna  (Bildungswissenschaften)
Grade
2
Author
Dipl.-Ing. (FH) Georg Jäggle (Author)
Publication Year
2012
Pages
25
Catalog Number
V200052
ISBN (eBook)
9783656275763
ISBN (Book)
9783656277323
Language
German
Tags
Interkulturell Kompetenz Kritik Kulturbegriff Migration Lehrer Handlungskompetenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Ing. (FH) Georg Jäggle (Author), 2012, Interkulturelle Kompetenz: Wohin führt dieser Begriff?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200052
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint