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Das Konzept Erinnerungsorte

Einführung, Methodik und wissenschaftlicher Diskurs

Title: Das Konzept Erinnerungsorte

Seminar Paper , 2011 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dirk Sippmann (Author)

History of Germany - Modern History
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Ein Vergleich zwischen Wissenschaft und Modewelt mag auf den ersten Blick etwas befremdlich wirken, wohlmöglich würden sich viele – vor allem wohl Wissenschaftler – auch gegen einen solchen wehren und sich in ihrer Berufsehre verletzt fühlen, doch zeigen sich verblüffende Gemeinsamkeiten. Die Modewelt ist geprägt von einer ständigen Jagd nach neuen Trends. Alljährlich versuchen sich Modeschaffende an immer neuen Kreationen oder forcieren mit ihren Werken eine bestimmte Stilrichtung. Mal setzt sich ein Trend von den Laufstegen dieser Welt in Boutiquen und Filialen der großen Modeketten durch, mal wird ein neuer Look auf den Straßen der Metropolen aufgegriffen von den Modedesignern. Die Wissenschaft kennt ähnliche Phänomene. Geraden in den Geisteswissenschaften gibt es Phasen, in denen ein Forschungsschwerpunkt eine ganze Reihe von Wissenschaftlern einer Teildisziplin dazu veranlasst, sich diesem Thema zu widmen. Ein zeitlich begrenzter Wissenschaftstrend ist entstanden. Häufig erreicht die wissenschaftliche Debatte nach einer Weile auch die Feuilletons der Tagezeitungen, entwickelt sich zu einer breiten gesellschaftlichen Diskussion und erreicht mitunter sogar den Boulevard. Die Thematik dieser Arbeit widmet sich einem Gegenstand der Geschichtswissenschaft, der genau den anderen Weg gegangen ist. Nicht die wissenschaftliche Diskussion bildete die Grundlage für eine breite öffentliche Auseinandersetzung, sondern ausgehend von einem breiten Diskurs mit vielen Protagonisten haben Historiker das Thema zu einem wissenschaftlichen Forschungsgegenstand gemacht.

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Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Thema und Fragestellung
  • Pierre Noras Lieux de mémoire: Was sind Erinnerungsorte?
    • Maurice Halbwachs und die Theorie des kollektiven Gedächtnisses
    • Verlust der Identität des kollektiven Gedächtnisses - Idee, Methodik und Vorgehen von Nora
  • Deutsche Erinnerungsorte
  • Kritische Reflexion
  • Resümee
  • Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Diese Arbeit widmet sich dem Konzept der Erinnerungsorte und untersucht dessen theoretische Grundlagen, Methodik und Anwendung in der Geschichtswissenschaft. Sie analysiert die Entstehung und Entwicklung dieses Konzepts im Kontext der Debatte um Erinnerungskultur und stellt die Vor- und Nachteile des Konzeptes in einer kritischen Diskussion dar.

  • Theorie des kollektiven Gedächtnisses nach Maurice Halbwachs
  • Pierre Noras Konzept der Erinnerungsorte (Lieux de mémoire)
  • Anwendung des Konzeptes in der Geschichtswissenschaft
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen des Konzeptes
  • Bedeutung des Konzepts für die Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur

Zusammenfassung der Kapitel

  • Das Vorwort stellt die Verbindung zwischen Wissenschaft und Modewelt her, um den zeitlichen Wandel von Forschungsschwerpunkten zu verdeutlichen. Die Arbeit konzentriert sich auf das Konzept der Erinnerungsorte, das aus einer breiten öffentlichen Diskussion in die Geschichtswissenschaft gelangte.
  • Das zweite Kapitel erläutert die Thematik "Erinnerungskultur" und stellt die Fragestellung der Arbeit vor: die Untersuchung des Konzepts der Erinnerungsorte. Es wird auf die Vielschichtigkeit des Themas hingewiesen und die Fokussierung auf einen Forschungsansatz begründet.
  • Das dritte Kapitel widmet sich dem Konzept der Erinnerungsorte (Lieux de mémoire) von Pierre Nora. Es werden zunächst die theoretischen Anknüpfungspunkte, insbesondere die Theorie des kollektiven Gedächtnisses von Maurice Halbwachs, erläutert. Anschließend werden die Methodik und die Umsetzung des Konzepts in den Werken Noras betrachtet.

Schlüsselwörter

Die Arbeit fokussiert auf die zentralen Begriffe Erinnerungskultur, kollektives Gedächtnis, Erinnerungsorte (Lieux de mémoire), Pierre Nora, Maurice Halbwachs, Geschichtswissenschaft, Forschungsparadigma, Nationalstaatsgedanke und zeitgeschichtliche Relevanz.

Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter dem Konzept der „Erinnerungsorte“?

Erinnerungsorte (Lieux de mémoire) sind langlebige Kristallisationspunkte des kollektiven Gedächtnisses, die materiell (Denkmäler), ideell (Werte) oder funktionell (Riten) sein können.

Wer begründete das Konzept der Lieux de mémoire?

Das Konzept wurde maßgeblich von dem französischen Historiker Pierre Nora in den 1980er Jahren entwickelt.

Welche Rolle spielt Maurice Halbwachs für dieses Konzept?

Halbwachs lieferte mit seiner Theorie des kollektiven Gedächtnisses die soziologische Grundlage, auf der Nora sein historisches Konzept aufbaute.

Warum wurde das Konzept der Erinnerungsorte zu einem „Wissenschaftstrend“?

Es ermöglichte eine neue Perspektive auf die Nationalgeschichte und verband geschichtswissenschaftliche Forschung mit gesellschaftlichen Debatten über Identität und Erinnerungskultur.

Gibt es auch Kritik am Konzept der Erinnerungsorte?

Kritiker bemängeln teilweise eine Unschärfe des Begriffs oder eine zu starke Fokussierung auf nationale Identitätskonstruktionen, die andere Erinnerungsebenen vernachlässigen könnten.

Wie unterscheiden sich „Geschichte“ und „Gedächtnis“ laut Nora?

Für Nora ist Gedächtnis lebendig und in stetigem Wandel, während Geschichte die oft distanzierte, rekonstruierte Darstellung der Vergangenheit ist.

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Details

Title
Das Konzept Erinnerungsorte
Subtitle
Einführung, Methodik und wissenschaftlicher Diskurs
College
University of the Federal Armed Forces München
Grade
1,0
Author
Dirk Sippmann (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V199149
ISBN (eBook)
9783656256762
ISBN (Book)
9783656257073
Language
German
Tags
konzept erinnerungsorte einführung methodik diskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dirk Sippmann (Author), 2011, Das Konzept Erinnerungsorte , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199149
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