In der letzten Dekade des 20.Jahrhunderts entstand als Antwort auf wachsende Flexibilitätsansprüche das sogennante "Flexicurity-Modell". Als „Best-Practice“-Beispiel werden in diesem Zusammenhang in der wissenschaftlichen Literatur immer wieder Dänemark und die Niederlande genannt.
Deutschland versuchte nach der Jahrtausendwende mit den „Hartz-Gesetzen“ ebenfalls den Weg des „Flexicurity“ zu beschreiten, wurde diesem allerdings nicht in vollem Umfang gerecht.
Provokativ formuliert kann nun gefragt werden: „Was hat Deutschland falsch gemacht?“
Die vorliegende Seminararbeit untersucht anhand der „Hartz-Gesetze“, weshalb Deutschland mit seinen Anstrengungen hinter dem dänischen Bild zurückgeblieben ist und welche Elemente demzufolge noch zu modifizieren sind. Nach einer Betrachtung des Forschungsstandes zu dieser Frage folgt eine genauere Definition des „Flexicurity“-Begriffs, auf dessen Basis nachfolgend sowohl die Situation des dänischen Königreichs bzw. der BRD vor und nach den Reformen, als auch der der Implementationsprozess an sich näher beleuchtet wird. Die Beschreibung des Implementationsprozesses wird an den gängigen Bestimmungsgrößen staatlichen Handelns aufgehängt, die Ergebnisse der Reformprozesse anhand der vorangegangenen „Flexicurity“-Definition kategorisiert. Den Schluss bilden Analyse und Fazit.
Zum besseren Vergleich wird die Situation der beiden Länder vor der Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 herangezogen.
Inhaltverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Definition des Begriffs „Flexicurity“
2. Flexicurity in Dänemark
2.1 Ausgangssituation in Dänemark
2.2 Einführung des Modells in Dänemark
2.3 Konsequenzen der Einführung in Dänemark
3. Flexicurity in Deutschland
3.1 Ausgangssituation in Deutschland
3.2 Einführung des Modells in Deutschland
3.3 Konsequenzen der Einführung in Deutschland
4. Ländervergleich
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Frequently Asked Questions
What does the term "Flexicurity" mean?
Flexicurity is a social policy model that combines labor market flexibility (easy hiring and firing) with high social security (unemployment benefits and active labor market policies).
Why is Denmark considered a "Best-Practice" example for Flexicurity?
Denmark successfully implemented a "Golden Triangle" of flexible contractual arrangements, comprehensive social security, and an active labor market policy, leading to low unemployment rates.
Did the "Hartz reforms" make Germany a Flexicurity model?
While the Hartz laws increased flexibility, the study argues that Germany did not fully achieve the security aspect compared to the Danish model, leaving parts of the implementation incomplete.
What are the main differences between the German and Danish labor market reforms?
The differences lie in the level of social protection, the intensity of active support for the unemployed, and the historical starting positions of both welfare states.
What can Germany learn from the Danish Flexicurity approach?
The analysis suggests that further modifications in the balance between flexibility and social safeguards are necessary for Germany to reach the effectiveness of the Danish system.
- Quote paper
- Sven Piechottka (Author), 2012, "Flexicurity" in der Bundesrepublik Deutschland und im Königreich Dänemark, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198964