Die Allokation von knappen Ressourcen ist ein grundlegendes Problem einer Gesellschaft. Sie ist immer dann erforderlich, wenn der Bedarf an Gütern die verfügbaren Güter übersteigt. Dieses Problem finden wir in vielen Bereichen der Medizin, jedoch ganz besonders in der Transplantationsmedizin. Es handelt es sich bei der Allokation von Transplantaten also um ein typisches Verteilungsproblem, aber es führt hier zu besonders drastischen Konsequenzen: Menschen müssen selektiert werden, Menschen leiden oder sterben im schlimmsten Fall. Seit im Jahre 1954 zum ersten Mal eine erfolgreiche Organtransplantation durchgeführt wurde, ist im Bereich der Transplantationsmedizin ein kontinuierlicher Fortschritt zu verzeichnen, der dazu führt, dass der Bedarf an Transplantaten ebenfalls kontinuierlich gestiegen ist. Die heutige Praxis der Transplantationsmedizin in Deutschland entspricht weitgehend denen, im deutschen Transplantationsgesetz (TPG), welches am 1. Dezember 1997 in Kraft getreten ist, festgelegten Rechtsnormen. Jedoch lässt sich sagen, dass die heutige bisherige Praxis bislang zu einem erheblichen Nachfrageüberschuss an Transplantaten führte, was einen Mangel an Transplantaten zur Folge hat. Menschen, denen aus medizinischer Sicht geholfen werden kann, müssen lange Zeit – oft vergeblich – auf ein Transplantat warten und erleiden einen unnötigen Verlust an Lebensqualität während der Wartezeit oder sterben sogar. Daher sollte im Interesse leidender Patienten nach neuen Möglichkeiten gesucht werden um die derzeitige Allokation von Organen zu verbessern und somit den vorhandenen Organmangel weitgehend abzubauen. Im ersten Teil meiner Seminararbeit beschreibe ich die, derzeitig in Deutschland praktizierte, Vergabe von Transplantaten, führe empirische Daten über das aktuelle Angebot und die aktuelle Nachfrage von Transplantaten an und erkläre kurz zu welcher Situation ein Mangel an Transplantaten führt. Jedoch sei anzumerken, dass ich lediglich auf die postmortale Organspende eingehe und die Lebendspende weitgehend vernachlässige. Im zweiten Teil der Arbeit setzte ich mich vorerst mit grundlegenden Überlegungen auseinander, die zum weiteren Verständnis beitragen. Es folgen zwei alternative Allokationsansätze – das Vorsorgeprinzip und insbesondere das Clubmodell -, sowie ein Vergleich derer mit der derzeitig praktizierten Allokation. Abschließend nehme ich zu den Alternativen kritisch Stellung.
Inhaltsverzeichnis:
Abkurzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Status quo in Deutschland
2.1 Organmangel in Deutschland
2.2 Merkmale der aktuellen Marktsituation: Freier Markt und Schwarzmarktbildung
2.3 Zwischenfazit
3. Losungsansatze zur Uberwindung der Knappheit durch eine Vergroherung des Organangebots
3.1 GrundlegendeUberlegungen
3.1.1 Eigentumsrechte
3.1.2 Transaktionskosten
3.1.3 Reziprozitat
3.2 Vorsorgeprinzip vs. Trennprinzip
3.2.1 Okonomische Effizienz
3.2.2 Der Aspekt der Gerechtigkeit
3.3 Die Clublosung
3.3.1 Auftretende Probleme und mogliche Losungen
4. Schlussbemerkung / Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen zur Allokation von Organtransplantaten
Was ist das Hauptproblem der Transplantationsmedizin in Deutschland?
Es besteht ein erheblicher Nachfrageüberschuss an Organen, was zu langen Wartezeiten, sinkender Lebensqualität oder dem Tod von Patienten führt.
Was versteht man unter dem "Clubmodell" bei der Organvergabe?
Das Clubmodell basiert auf Reziprozität: Bevorzugt Organe erhalten diejenigen, die selbst bereit sind, im Falle ihres Todes Organe zu spenden.
Was ist der Unterschied zwischen Vorsorgeprinzip und Trennprinzip?
Das Vorsorgeprinzip belohnt die Spendenbereitschaft, während das Trennprinzip die Spende strikt von der Empfangsberechtigung entkoppelt.
Welche rechtlichen Grundlagen regeln die Organspende in Deutschland?
Die zentrale Rechtsnorm ist das Transplantationsgesetz (TPG) von 1997, das die postmortale Spende und die Lebendspende regelt.
Warum werden alternative Allokationsansätze diskutiert?
Um den Organmangel abzubauen und die Effizienz sowie Gerechtigkeit bei der Verteilung knapper Transplantate zu erhöhen.
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- Anonym (Author), 2009, Die Allokation von Organtransplantaten durch Clubs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198528