„Und wer berät eigentlich die Lehrer?“ Diese Frage stellte sich mir bereits in der ersten Sitzung des Seminars „Grundlagen der Beratung“, in der gemeinsam Beratungssituationen im Alltag gesammelt wurden. Bekanntlich sind Lehrer steigenden Belastungen ausgesetzt: die
Klassen werden immer größer, die Arbeitszeiten verlängern sich, Burnout ist heute aktueller denn je (vgl. Mutzeck 2008a, S. 35). Beratungsformen in der Schule gibt es viele, sowohl Schülerberatung zu Leistungsproblemen oder zur Fächerwahl als auch Elternberatung zu
Fördermaßnahmen oder anderen Einzelhilfen (vgl. Schnebel 2007). An wen aber wendet sich der Lehrer, der, dem hohen Krankenstand und den zunehmenden Frühpensionierungen in den Schulen nach (vgl. Mutzeck 2008a, S.35), genauso Beratung benötigt? Neben
Lehrerberatungen durch die Schulleitung oder durch einen externen professionellen Berater hat sich das Konzept der „Kollegialen Beratung“ durchgesetzt (vgl. Schnebel 2007, S. 104).
Hierbei beraten sich Lehrer auf unterschiedliche Weise gegenseitig. Doch ist dies überhaupt möglich, denn eigentlich sind Lehrer ja keine Beratungsexperten – oder etwa doch?
Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich darstellen, inwiefern sich Lehrer wechselseitig bei Problemen des Schulalltags helfen und unterstützen können und dadurch externe Hilfen ersetzt oder ergänzt werden. Es wird geklärt, ob und wie weit Lehrer dabei als eigentliche
Laien im Bereich der Beratung ihr ganz eigenes Expertentum mit einbringen oder sogar erweitern können.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. KLÄRUNG DER BEGRIFFLICHKEITEN
3. WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE GRUNDLAGEN
3.1 Menschenbildannahmen und Subjektive Theorien
3.2 Handlungskonzeption
3.3 Beratungskonzeption
4. PRINZIPIEN UND VORAUSSETZUNGEN
4.1 Die Beratungsgruppe
4.2 Kollegialität
4.3 Fester Ablauf
5. ANLÄSSE
6. ZIELE UND FUNKTIONEN
7. PROBLEME UND GRENZEN
8. BEISPIELHAFTE MODELLE
8.1 KOPING nach Wahl
8.2 Reflektierendes Team nach Andersen
8.3 Kollegiale Supervision nach Mutzeck
8.3.1 Die Beratungsgruppe
8.3.2 Der Ablauf einer Sitzung
8.3.3 Begleitung von außen
9. SCHLUSS
10. LITERATURVERZEICHNIS
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Konzept der „Kollegialen Beratung“?
Es handelt sich um eine Beratungsform, bei der sich Lehrer gegenseitig bei Problemen des Schulalltags unterstützen, ohne dass ein externer professioneller Berater anwesend sein muss.
Warum benötigen Lehrer heutzutage vermehrt Beratung?
Lehrer sind steigenden Belastungen wie größeren Klassen, längeren Arbeitszeiten und einem erhöhten Burnout-Risiko ausgesetzt, was professionelle oder kollegiale Unterstützung notwendig macht.
Können Lehrer als „Laien“ überhaupt effektiv beraten?
Die Arbeit untersucht, inwieweit Lehrer durch ihre Praxiserfahrung ein eigenes „Expertentum“ einbringen können, das externe Hilfen sinnvoll ergänzt oder ersetzt.
Welche beispielhaften Modelle für kollegiale Beratung gibt es?
Vorgestellt werden unter anderem das KOPING-Modell nach Wahl, das Reflektierende Team nach Andersen und die Kollegiale Supervision nach Mutzeck.
Gibt es Grenzen für diese Form der Beratung?
Ja, die Arbeit thematisiert auch Probleme und Grenzen, etwa wenn die emotionale Belastung zu hoch ist oder die Gruppe nicht über die nötigen methodischen Kompetenzen verfügt.
- Quote paper
- Sonja Schneider (Author), 2012, Kollegiale Beratung in der Schule - Laien als Experten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198412