Diese Arbeit soll einen kurzen Überblick über die historische Entwicklung der Langobardischen Herrschaft über Gebiete des heutigen Italiens geben. Ich werde versuchen die langobardische Frühgeschichte, insbesondere ihre Herkunft darzustellen und danach den Prozess der Wanderung nach Italien erläutern. Die Landnahme Italiens und die Herrschaft im Langobardischen Königreich werde ich sowohl aus historischer, als auch aus archäologischer Sicht darlegen. Meiner Auffassung nach sind sowohl die Ergebnisse der HistorikerInnen und GermanistInnen, wie auch verschiedenste Ergebnisse aus Grabungen und Deutungen von Funden für die richtige Rekonstruktion dieser Wanderbewegung und Herrschaft von Bedeutung.
Im ersten Kapitel meiner Seminararbeit wende ich mich der Langobardischen Geschichte vor 568, also vor der italischen Landnahme zu. Dabei werde ich in einem ersten Schritt die Frühgeschichte der Langobarden und die ersten Wanderungsbewegungen genauer betrachten, um mich danach der langobardischen Herrschaft über „Rugiland“ (unter anderem Teile des heutigen Niederösterreichs) zuzuwenden.
Das nächste Kapitel behandelt die Landnahme Italiens einmal aus historischer und einmal aus archäologischer Sicht, wobei anzumerken ist, dass man diese beiden Disziplinen und damit auch deren Ergebnisse nicht immer völlig getrennt betrachten kann. Ich werde im zweiten Kapitel ebenfalls kurz auf die Sprache der Langobarden eingehen.
Im letzten Kapitel versuche ich einen kurzen Überblick über die politische Geschichte des langobardischen Königreiches bis 774 zu bieten. In insgesamt fünf Unterkapiteln werde ich auf verschiedene innenpolitische und außenpolitische Entwicklungen eingehen und so unter anderem die Höhe- und auch die Tiefpunkte der langobardischen Königsmacht darstellen. In einem kurzen Exkurs möchte ich einige Gedanken zu den langobardischen Gesetzen und Rechtsvorstellungen zusammenfassen. Die Arbeit schließe ich dann mit einer Auflistung der langobardischen Könige.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Langobardische Geschichte vor der Landnahme Italiens
1.1 Zur Frühgeschichte der Langobarden
1.2 Die langobardische Herrschaft über Rugiland – die Langobarden in Österreich
2 Die Landnahme der Langobarden in Italien…
2.1 … aus historischer Sicht
Exkurs: Die Sprache der Langobarden
2.2 … aus archäologischer Sicht
3 Die Herrschaft der Langobarden in Italien bis 774
3.1 Vom Interregnum bis zur Konsolidierung des Königreiches unter Agilulf und Rothari
Exkurs: Langobardisches Recht
3.2 Die Bayerische Dynastie und ihre Ablösung
3.3 Der Höhepunkt der langobardischen Königsmacht unter Liutprand
3.4 Liutprands Nachfolger
3.5 Das Ende des Langobardenreiches
3.6 Tafel der langobardischen Könige
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen historischen Überblick über die Langobarden, wobei der Fokus auf ihrer Herkunft, den Wanderungsbewegungen und der politischen sowie gesellschaftlichen Entwicklung ihrer Herrschaft in Italien liegt. Dabei werden sowohl historische als auch archäologische Erkenntnisse zur Rekonstruktion dieser Prozesse verknüpft.
- Frühgeschichte und Ethnogenese der Langobarden
- Historische Analyse der Landnahme in Italien
- Archäologische Untersuchung der Siedlungsstrukturen
- Politische Entwicklung des Langobardenreiches bis 774
- Gesellschaftliche und rechtliche Strukturen (Rechtswesen)
Auszug aus dem Buch
Die Landnahme der Langobarden in Italien…
Ganz zentral für die Ereignisse vor und nach Ostern 568 ist die Antwort auf die Frage, ob die gens Langobardorum Italien als Foederat oder als Feind des Imperiums besetzte. Die Forschung war und ist sich in dieser Frage jedoch noch immer sehr uneinig. Jedoch vertritt der Großteil der ForscherInnen die Ansicht, dass Alboin als Feind des Kaisers und nicht im byzantinischen Auftrag Italien besetzte.
Man muss jedoch auch beachten, dass schon zuvor (547/548) die Langobarden als Foederaten der Byzantiner Provinzen in Besitz genommen haben. Außerdem kämpften in den Jahren 552/553 starke langobardische Verbände im byzantinischen Heer gegen Perser und Goten. Aber man darf nicht vergessen, dass die zeitgenössischen langobardischen Quellen und auch die fränkischen Chroniken dieser Zeit die Landnahme in Italien als blutige Eroberung sahen. Am deutlichsten allerdings sieht man die langobardische Haltung an deren Bündnispolitik. Alboin schloss vor der Eroberung Italiens ein Bündnis mit dem Awarenkhan Bayan – erst dies machte die Landnahme überhaupt möglich. Diese Allianz zeigt aber auch die Unmöglichkeit eines gleichzeitigen byzantinisch-langobardischen Bündnisses auf, da der Awarenkhan wohl als der ärgste Feind Kaiser Justins II. anzusehen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Arbeit setzt sich zum Ziel, einen Überblick über die Geschichte und Herrschaft der Langobarden in Italien aus historischer und archäologischer Perspektive zu geben.
1 Langobardische Geschichte vor der Landnahme Italiens: Dieses Kapitel behandelt die Herkunft und die frühen Wanderungsbewegungen des Volkes bis zur Ansiedlung im Raum des heutigen Österreichs.
2 Die Landnahme der Langobarden in Italien…: Hier wird der Prozess der Landnahme Italiens ab 568 kritisch beleuchtet, wobei historische Quellen und archäologische Funde einander gegenübergestellt werden.
3 Die Herrschaft der Langobarden in Italien bis 774: Der letzte Abschnitt beschreibt die politische Entwicklung des Königreiches, die Rolle der verschiedenen Dynastien und den Untergang des Reiches durch die Franken.
Schlüsselwörter
Langobarden, Italien, Landnahme, Völkerwanderung, Alboin, Geschichte, Archäologie, Edictus Rothari, Herrschaft, Könige, Ethnogenese, Byzanz, Franken, Mittelalter, Rechtssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht zur Geschichte der Langobarden, beginnend bei ihren Ursprüngen bis hin zum Untergang ihres Reiches in Italien im Jahr 774.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Frühgeschichte, der tatsächlichen Landnahme in Italien, der gesellschaftlichen Organisation und der politischen Konsolidierung unter verschiedenen Königen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Rekonstruktion der langobardischen Wanderbewegung und Herrschaft durch eine interdisziplinäre Betrachtung aus historischer und archäologischer Sicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse schriftlicher Quellen (wie die Historia Langobardorum) sowie auf die Auswertung archäologischer Funde und Grabinventare.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte vor 568, den eigentlichen Landnahmeprozess unter Alboin sowie die politische und rechtliche Entwicklung des Reiches in Italien bis zur Eroberung durch Karl den Großen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Langobarden, Landnahme, Ethnogenese, Edictus Rothari, Herrschaft, sowie der Vergleich zwischen historischer Überlieferung und archäologischen Befunden.
Was besagt der Exkurs zum langobardischen Recht?
Der Exkurs erläutert die Entwicklung vom primitiven Stammesrecht hin zur schriftlichen Fixierung im Edictus Rothari und die Anpassung an römische Rechtstraditionen.
Welche Bedeutung kommt der "fara" zu?
Die "fara" bildete eine zentrale soziale und militärische Untereinheit, die auf Verwandtschaftsstrukturen basierte und für die Organisation der Landnahme essentiell war.
Warum wird die Rolle der Kirche betont?
Die Arbeit thematisiert die konfessionellen Spannungen zwischen Arianismus und Katholizismus und deren Einfluss auf die Stabilisierung der langobardischen Königsmacht.
Wie vollzog sich das Ende des Reiches?
Das Ende des Langobardenreiches wird als ein Prozess beschrieben, der nach dem Eingreifen der Franken unter Karl dem Großen mündete, was zur Machtübernahme durch diesen und zur Integration der Langobarden in das Fränkische Reich führte.
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- Mag. Marc Neumeister (Author), 2008, Die Langobarden in Italien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198371