Eine der zentralen Aufgaben der Politologie ist es, dass Verhalten politischer Akteure zu erklären. Als politische Akteure können sowohl Politiker bzw. Parteien, als auch die wahlberechtigten Stimmbürger eines Landes verstanden werden. Das Verhalten der politischen Akteure ist dabei eng miteinander verknüpft und kann meist nicht völlig getrennt voneinander betrachtet werden. Spannend gestaltet sich die Frage, wie die Akteure das Handeln des jeweils anderen beeinflussen. Von besonderem Interesse für die Parteienforschung sind Verhaltensmuster, die sich politische Parteien aneignen, um Wahlen zu gewinnen. Da man annehmen darf, dass Parteien immer so viele Stimmen wie möglich erreichen möchten, stellt sich die Frage, wie Parteien ihre Programme gestalten bzw. inwiefern sie dazu bereit sind, ihre Positionen an die Mehrheit der Wählerwünsche anzugleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rational Choice – Grundlagen
3. Die ökonomische Theorie der Demokratie
3.1. Grundzüge des Downschen Modells
3.2. Der rationale Wähler – Parteien als kollektive Akteure
3.3. Kritik an Downs’ rationalem Wähler
4. Warum Parteien die Mitte besetzen müssen
4.1. Parteien als rationale Akteure
4.2. Das Median-Wähler-Theorem
4.3. Grenzen des Median-Wähler-Ansatzes
5. Schluss
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum versuchen Parteien oft die politische Mitte zu besetzen?
Dies basiert auf dem Median-Wähler-Theorem, das besagt, dass Parteien in einem Zweiparteiensystem ihre Positionen zur Mitte hin angleichen müssen, um die Mehrheit der Stimmen zu gewinnen.
Was ist die "Ökonomische Theorie der Demokratie"?
Ein von Anthony Downs entwickeltes Modell, das politisches Verhalten mit den Werkzeugen der Wirtschaftswissenschaften (Rational Choice) analysiert.
Was versteht man unter dem "rationalen Wähler"?
Ein Wähler, der seine Entscheidung basierend auf einem Kosten-Nutzen-Vergleich trifft, um den persönlichen Vorteil aus der Regierungspolitik zu maximieren.
Welche Kritik gibt es an Downs' Modell?
Kritiker bemängeln, dass Wähler oft nicht über alle Informationen verfügen oder aus emotionalen und sozialen Motiven wählen, die nicht rein rational erklärbar sind.
Gibt es Grenzen für das Median-Wähler-Theorem?
Ja, zum Beispiel in Mehrparteiensystemen oder wenn ideologische Bindungen der Stammwähler so stark sind, dass eine Bewegung zur Mitte Stimmen am Rand kosten würde.
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- Martin Armbruster (Author), 2007, Warum Parteien die Mitte besetzen müssen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198104