Die Textlinguistik hat anhand der Bestimmung von Textualitätsmerkmalen Verfahren zur Analyse von Texten entwickelt. Zu fragen ist, ob die der Linguistik entstammenden Kenntnisse über Funktion und regelhaften Aufbau von Texten nicht nur für die Analyse, sondern auch für die Förderung der Herstellungskompetenz genutzt werden können. Für die Textproduktion ist jedoch nicht nur von Interesse, welche Bedingungen für Textualität erfüllt werden müssen. Ebenso sind die Prozesse des Schreibens an sich zum Gegenstand linguistischer Forschungsansätze geworden. Hierbei stellen sich Fragen danach, von welchen verschiedenen Prozessen der Produktionsvorgang bestimmt ist, in welcher Beziehung diese Prozesse zueinander stehen, wie sie beschrieben werden können und durch welche äußeren Bedingungen sie beeinflußt werden. Will man untersuchen, wie das Herstellen schriftlicher Texte im Deutschunterricht gefördert werden kann, so ist der Aufsatzunterricht angesprochen. In der geschichtlichen Entwicklung der Aufsatzdidaktik können verschiedene Traditionsströme festgestellt werden, die unterschiedliche Vorstellungen von der Textproduktion repräsentieren. Die Unterscheidung solcher Traditionen, das Feststellen ihrer noch bestehenden Einflüsse auf heutigen Unterricht und vor allem die Beschreibung der heutigen Ausrichtung von Aufsatzunterricht stellen Aspekte dar, die in dieser Arbeit aufzugreifen sind. Zunächst soll jedoch behandelt werden, wie in der Linguistik entwickelte Verfahren zur Beschreibung und Analyse von Texten für eine Förderung der Textproduktion eingesetzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Textanalyse in ihrer Anwendung für die Textproduktion
2.1 Die Bewußtmachung von Textualitätsmerkmalen
2.2 Textordnungsprinzipien als Lösungsmuster für Kommunikationsprobleme
3. Die Textproduktion im Aufsatzunterricht
3.1 Der rhetorische Aufsatz
3.2 Der Aufsatz als Ausdruck von Subjektivität
3.3 Der Aufsatzunterricht im 20. Jahrhundert
4. Der Schreibprozeß
4.1 Ansätze zur Beschreibung des Produktionsvorganges
4.2 Textproduktion unter dem Einfluß von Formulierungsproblemen
4.3 Die Planung von Texten
5. Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wie kann die Textlinguistik die Textproduktion fördern?
Durch die Analyse von Textualitätsmerkmalen können Schüler ein Bewusstsein für den regelhaften Aufbau und die Funktion von Texten entwickeln.
Was sind die zentralen Prozesse beim Schreiben?
Der Schreibprozess umfasst die Planung von Texten, die Formulierung unter Berücksichtigung von Kommunikationsproblemen und die Überarbeitung.
Welche Traditionen gibt es im Aufsatzunterricht?
Man unterscheidet unter anderem den rhetorischen Aufsatz und den Aufsatz als Ausdruck von Subjektivität.
Was versteht man unter Textordnungsprinzipien?
Dies sind etablierte Lösungsmuster für Kommunikationsprobleme, die helfen, Texte strukturiert und verständlich aufzubauen.
Wie hat sich die Aufsatzdidaktik im 20. Jahrhundert verändert?
Die Arbeit beschreibt die Entwicklung von starren Vorgaben hin zu einer stärkeren Berücksichtigung des individuellen Schreibprozesses.
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- Dr. Jens Saathoff (Author), 1992, Textproduktion und Schreibdidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198032