Die vorliegende Arbeit versucht die Sonderstellung von George A. Romeros erstem Spielfilm Night of the living Dead (1968) im Genre des amerikanischen Horrofilms zu betonen und ihn aus seinem kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Kontext heraus zu analysieren. Die Bedeutung von Romeros Machwerk, das bis zum heutigen Tag 5 Fortsetzungen (von Romero selbst) und etliche Remakes bzw. Variationen nach sich gezogen hat, ergibt sich sowohl aus seiner Stellung zum klassischen amerikanischen Horrorfilm der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als auch aufgrund seiner Innovationen im Genre des amerikanischen Horrorfilms Ende der 1960er Jahre, womit Romeros Film auch dem teilweise wilden und ungezügelten Kino des New Hollywood zugerechnet werden kann. So sind es nicht nur die scheinbar unmotivierten Gewaltexzesse auf der Leinwand, deren nihilistischer Terror bisher ungesehen war, sondern auch ästhetische und narrative Neuerungen innerhalb des Genres sowie die explizite Bezugnahme auf Politik und Gesellschaft der Zeit auf Bildebene, die Romeros ersten Spielfilm zu einem wegweißendem und bedeutendem Machwerk und schließlich zum Vorbild eines neu entstehenden Subgenres des Horrorfilms werden ließen. Bevor die verschiedenen relevanten Facetten in NIGHT analysiert werden, soll zunächst der klassische amerikanische Horrorfilm vorgestellt werden, der bereits 1932 im Film White Zombie (R: Victor Halperin) die Figur des Untoten bzw. Zombies verwendet, um anschließend Romeros Film in den kulturellen und gesellschaftlichen Kontext der 1960er Jahre - mit Fokus auf die Vereinigten Staaten von Amerika und natürlich Hollywood – zu situieren.
Gliederung
1. Einleitung
1.1 Der klassische Horrorfilm und seine (literarischen) Wurzeln
1.2 Das Motiv des Untoten im klassischen amerikanischen Horrorfilm
2. Der amerikanische Spielfilm in den 1960er Jahren
2.1 Hitchcocks Psycho als Startpunkt des modernen Horrorfilms
3. George A. Romeros NIGHT als Schwellenfilm des amerikanischen Horrorfilms
3.1 Night of the living Dead – Produktion, Rezeption, Distribution
3.2 Das Motiv des Untoten in Romeros NIGHT und seine Abgrenzung zum Untoten des klassischen Horrors
3.2.1 Ausstellung und Auflösung des menschlichen Körpers in NIGHT
3.3 Ästhetik und Narration in Romeros NIGHT
3.3.1 Ästhetik und Strategien der Authentifizierung in NIGHT
3.3.2 Narration in NIGHT
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
5.1 Filmquellen
5.2 Sekundärquellen
5.3 Abbildungsverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum gilt „Night of the Living Dead“ als Schwellenfilm?
Der Film markiert den Übergang vom klassischen zum modernen Horrorfilm, indem er mit ästhetischen und narrativen Traditionen bricht und gesellschaftspolitische Themen der 1960er Jahre direkt anspricht.
Wie unterscheiden sich Romeros Untote vom klassischen Zombie?
Im Gegensatz zum klassischen Zombie (z. B. in „White Zombie“), der oft durch Voodoo kontrolliert wurde, sind Romeros Untote ungesteuerte, kannibalistische Wesen, die eine existenzielle Bedrohung für die gesamte Gesellschaft darstellen.
Welchen Einfluss hatte Alfred Hitchcocks „Psycho“ auf das Genre?
„Psycho“ wird in der Arbeit als Startpunkt des modernen Horrors definiert, da er den Schrecken in den Alltag und die menschliche Psyche verlagerte, was den Weg für Romeros viszeralen Horror ebnete.
Welche gesellschaftlichen Bezüge weist der Film auf?
Der Film reflektiert den Nihilismus und die Spannungen der 1960er Jahre in den USA, einschließlich Rassismus, dem Vietnamkrieg und dem Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen.
Was ist neu an der Ästhetik von „Night of the Living Dead“?
Romero nutzt Strategien der Authentifizierung, wie einen dokumentarischen Stil und explizite Gewaltdarstellungen, die den bis dahin gewohnten „sicheren“ Abstand des Zuschauers zum Leinwandgeschehen auflösen.
Wird der Film dem „New Hollywood“ zugerechnet?
Ja, aufgrund seiner innovativen Erzählweise, der unabhängigen Produktion und der kompromisslosen Darstellung von Gewalt und gesellschaftlichem Scheitern passt er in die Ära des New Hollywood.
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- Bachelor of Arts Christoph Hurka (Author), 2011, Untote in Pittsburgh. George A. Romeros "Night of the living Dead" als Schwellenfilm des amerikanischen Horrorkinos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198000