Depression ist eine Störung, welche die Gefühlsseite bzw. die emotionale Seite des Menschen
betrifft. Dabei handelt es sich um eine gedrückte und depressive Stimmung. Der Begriff
„Depression“ leitet sich vom lateinischen „deprimere“ ab, was Bedrücktheit bedeutet. Das
griechische Wort dafür ist „Melancholie“ (Schwarzgalligkeit).
Depressive Verstimmungen sind uns meistens aus unserer eigenen Erfahrung bekannt. Wir
kennen das Gefühl der Traurigkeit oder der Niedergeschlagenheit, z.B. beim Verlust eines
Freundes, beim Nicht-Bestehen einer Prüfung, beim Verlust des Arbeitsplatzes usw.
Schätzungsweise leiden 20% aller Erwachsenen irgendwann in ihrem Leben an irgendeiner
depressiven Störung. Wenn man die unklinischen Depressionen einschließt, kann die
Lebensprevalenzrate 30% erreichen (Compas, 1997). Damit gehören die Depressionen zu den am
meisten verbreiteten psychischen Störungen. Bei einem Teil der Betroffenen wird die depressive
Störung so schwer, dass eine medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung erforderlich
wird.
Die Symptome drücken sich auf verschiedenen Ebenen aus: auf der Gefühlsebene
(Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeitsgefühle, Freudeverlust, Entwicklung einer
pessimistischen Zukunftsperspektive usw.), auf der Handlungsebene (Ermüdbarkeit, Apathie,
Antriebslosigkeit, Rückzug aus der Gesellschaft usw.), auf der kognitiven Ebene (verminderte
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung) und auf der körperlichen Ebene (
Schlafstörungen, Gewichtsänderungen, körperliche Schmerzen, Verminderung des Sexualtriebes
usw.).
Die Depression unterscheidet sich von der normalen Trauer dadurch, dass sie oft grundlos,
unverhältnismäßig stark und lange ausfällt.
Die vorliegende Arbeit bezieht sich hauptsächlich auf die Diagnose und Ursachen von
Depression im Kindes- und Jugendalter. Die Interventionsverfahren sind kein Teil dieser Arbeit.
Im großen und ganzen umfassen die therapeutischen Maßnahmen die medikamentöse und die
psychotherapeutische (z.B. die kognitiv-behavioristische Therapie) Behandlung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Klassifikation
- Die Erfassung depressiver Störungen
- Epidemiologie und Verlauf
- Epidemiologie
- Verlauf
- Major Depression und Dysthymia
- Major Depression
- Dysthymia
- Drei Falldarstellungen und die dazugehörigen Diagnosen
- Cindy
- Billy
- George
- Risikofaktoren
- Neurobiologische Faktoren
- Kognitive Faktoren
- Komorbidität
- Familiäre Faktoren
- Negative Lebensereignisse
- Der sozioökonomische Status
- Alter und Geschlecht
- Eine Zusammenfassung der Risikofaktoren in einem Modell
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Diagnose und die Ursachen von Depression im Kindes- und Jugendalter zu beleuchten. Im Zentrum stehen die Klassifikation depressiver Störungen, die Erfassung dieser Störungen mithilfe von Interviewverfahren und Fragebögen sowie die Identifizierung relevanter Risikofaktoren.
- Klassifikation und Definition depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen
- Methoden zur Erfassung von Depression im Kindes- und Jugendalter
- Die Epidemiologie und der Verlauf depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen
- Die Rolle von Risikofaktoren für die Entstehung depressiver Störungen
- Einblicke in die verschiedenen Typen depressiver Störungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Depression bei Kindern und Jugendlichen ein, definiert den Begriff „Depression“ und erläutert die Relevanz der Thematik.
- Klassifikation: In diesem Kapitel werden verschiedene Klassifikationssysteme für depressive Störungen vorgestellt, darunter ICD-10 und DSM-IV. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kategorien depressiver Störungen, wie Major Depression und Dysthymia, werden erläutert.
- Die Erfassung depressiver Störungen: Dieses Kapitel befasst sich mit den Methoden zur Erfassung depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Es werden gängige Interviewverfahren und Fragebögen vorgestellt, die zur Diagnosefindung eingesetzt werden.
- Epidemiologie und Verlauf: Dieses Kapitel beleuchtet die Verbreitung und den Verlauf depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Es werden statistische Daten zur Prävalenz und zu den verschiedenen Verlaufsmustern der Störung vorgestellt.
- Major Depression und Dysthymia: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die beiden häufigsten Arten depressiver Störungen: Major Depression und Dysthymia. Es werden die charakteristischen Symptome, die diagnostischen Kriterien und die Unterschiede zwischen diesen Störungen erläutert.
- Drei Falldarstellungen und die dazugehörigen Diagnosen: Dieses Kapitel präsentiert Fallbeispiele von Kindern und Jugendlichen, die an depressiven Störungen leiden. Die Symptome und die jeweiligen Diagnosen werden anhand der Fallbeispiele verdeutlicht.
- Risikofaktoren: Dieses Kapitel untersucht verschiedene Risikofaktoren, die die Entstehung depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen begünstigen können. Es werden sowohl neurobiologische als auch soziale und psychologische Faktoren beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Depression, Kindes- und Jugendalter, Diagnostik, Klassifikation, Risikofaktoren, Interviewverfahren, Fragebögen, Epidemiologie und Verlauf. Weitere wichtige Begriffe sind Major Depression, Dysthymia, komorbide Störungen, neurobiologische Faktoren, kognitive Faktoren, familiäre Faktoren und sozioökonomische Faktoren.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Depression und normaler Trauer?
Depression ist oft grundlos, unverhältnismäßig stark und hält über einen wesentlich längeren Zeitraum an als normale Trauer.
Welche Symptome zeigen sich bei Kindern auf der körperlichen Ebene?
Symptome können Schlafstörungen, Gewichtsänderungen und unspezifische körperliche Schmerzen sein.
Was unterscheidet Major Depression von Dysthymia?
Major Depression ist durch schwere Episoden gekennzeichnet, während Dysthymia eine chronische, aber oft weniger intensiv ausgeprägte Form der depressiven Verstimmung beschreibt.
Welche Risikofaktoren begünstigen Depressionen im Jugendalter?
Dazu gehören neurobiologische Faktoren, familiäre Belastungen, negative Lebensereignisse und kognitive Faktoren wie eine pessimistische Weltsicht.
Wie wird eine Depression bei Kindern diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt meist über strukturierte Interviewverfahren und standardisierte Fragebögen sowie die Klassifikationssysteme ICD-10 oder DSM-IV.
Wie häufig sind depressive Störungen insgesamt?
Schätzungsweise leiden etwa 20% aller Erwachsenen irgendwann in ihrem Leben an einer depressiven Störung; bei Kindern und Jugendlichen ist die Tendenz ebenfalls signifikant.
- Quote paper
- Anas Nashef (Author), 2001, Depression bei Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19751