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Ist unser Wille wirklich frei?

Title: Ist unser Wille wirklich frei?

Term Paper , 2011 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christine Glatz (Author)

Psychology - General
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1 Einleitung
Das heutige Menschenbild ist geprägt von der Annahme des freien Willens. Doch was genau versteht sich unter dem Konstrukt „freier Willen“? Schon vor 2000 Jahren machten sich einige Philosophen erste Gedanken zu der Definition des freien Willens. Anfang des 20. Jahrhunderts kam dieses Thema auch in den Fokus der Psychologen. Eine allgemein anerkannte Definition des Konstrukts gibt es jedoch bis heute noch nicht. Jede Fachrichtung vertritt eine unterschiedliche Meinung, was wirkliche Willensfreiheit eigentlich bedeutet. Da sich in der folgenden Hausarbeit mit psychologischen Forschungen zu diesem Thema beschäftigt wird, geht die Definition des freien Willens hier auf die psychologische Sicht zurück. Bei dieser Sichtweise ist der freie Wille grundsätzlich auf bewusste Entscheidungsprozesse bezogen. Nach dem 3-Komponenten-Modell des freien Willens müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein, damit eine Handlung als willensfrei angenommen werden kann:
- ¬Die handelnde Person könnte auch eine andere Handlungsalternative wählen
- Die handelnde Person handelt aus verständlichen Gründen, nicht willkürlich
- Die handelnde Person ist die Urheberin ihrer Handlungen
Aktuelle neuropsychologische Forschungen zeigen Hirnaktivitäten auf, welche vermeintlich handlungsvorbereitend sind, aber schon auftreten, bevor eine bewusste Handlungsintention entsteht. Somit wird die Option der wirklichen Willensfreiheit für den Menschen in Frage gestellt. Ist es nun an der Zeit für ein neues Menschenbild, bei dem der Mensch ein Opfer seiner eigenen Neurone ist, welche für alle Gefühle und Handlungen verantwortlich sind?
In dieser Hausarbeit soll sich mit dieser Frage auseinander gesetzt werden. Dazu werden die wichtigsten Experimente der Neuropsychologischen-Forschung zum Thema Willensfreiheit erläutert, diskutiert und einen Ausblick auf zukünftige Investigationen gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Libet Experiment (1979)

2.1 Versuchsaufbau

2.2 Ergebnisse

2.3 Kritik

3 Experiment von Haggard und Eimer (1999)

3.1 Versuchsaufbau

3.2 Ergebnisse

3.3 Kritik

4 Kritische Würdigung der traditionellen Experimente

5 Experiment von Haynes, Soon, Brass & Heinze (2008)

5.1 Versuchsaufbau

5.2 Ergebnisse

6 Fazit

7 Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die wissenschaftliche Debatte um die menschliche Willensfreiheit vor dem Hintergrund neurophysiologischer Experimente. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob neurobiologische Hirnaktivitäten, die bereits vor einer bewussten Handlungsentscheidung messbar sind, die Freiheit des menschlichen Willens widerlegen oder ob Handlungen durch bewusste Steuerungsprozesse beeinflussbar bleiben.

  • Analyse historischer und aktueller neurophysiologischer Experimente zur Handlungsplanung.
  • Untersuchung des "Bereitschaftspotentials" als neuronaler Indikator unbewusster Vorbereitung.
  • Kritische Reflexion der Methodik von Messungen zur bewussten Handlungsintention.
  • Diskussion der philosophischen Implikationen für das menschliche Verantwortungsgefühl.

Auszug aus dem Buch

2.1 Versuchsaufbau

In Libets Experiment erhielten die Versuchspersonen die Anweisung ihre Hand immer dann zu beugen, wenn sie den inneren Wunsch oder Drang dazu verspürten. Dabei sollten sie einen schnell rotierenden Punkt einer Uhr beobachten und sich den Zeitpunkt merken, an dem der Wunsch ihre Hand zu bewegen das erste Mal auftrat (Zeitpunkt w). Die Uhr bestand hierbei aus einem Lichtpunkt auf einem Oszilloskop, der in 2,56 Sekunden einen kompletten Kreis beschrieb, womit sie 25-mal schneller lief als eine herkömmliche Uhr. Außerdem erhielten die Versuchspersonen die Anweisung, einige Handlungsentscheidungen spontan zu fällen (Kondition w) und andere vorauszuplanen (Kondition m), also Zeit verstreichen zu lassen bis die gewünschte Beugung der Hand ausgeführt wird. Insgesamt nahmen neun Personen an der Studie teil und jede absolvierte 40 Durchläufe, mit der Anweisung, die Hand innerhalb jedes Durchlaufes einmal zu bewegen.

Während der Versuchsanordnung wurden die Hirnpotentiale der Teilnehmer per Elektroenzephalografie (EEG) registriert. Durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche können mit diesem Verfahren die summierten elektrischen Aktivitäten des Gehirns gemessen werden. Daraus lässt sich dann das Bereitschaftspotential (BP) errechnen, welches willkürlichen motorischen Handlungen voraus geht. Dieses kann durch die Mittelwertberechnung der EEGs mehrerer Versuchsdurchgänge ermittelt werden und wird vom Zeitpunkt der tatsächlichen Bewegung rückwärts gemittelt. Zusätzlich wurde die Muskelaktivität der Probanden mittels eines Elektromyogramms (EMG) aufgezeichnet. Bei dieser Methode lassen sich mit Hilfe von konzentrischen Nadelelektronen, welche in den Muskel gestochen werden, Potentialschwankungen von einzelnen motorischen Einheiten ableiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Konstrukt der Willensfreiheit und stellt die zentrale Frage nach der Vereinbarkeit von neurophysiologischen Befunden und einem freien Menschenbild.

2 Das Libet Experiment (1979): Dieses Kapitel beschreibt das Pionier-Experiment von Benjamin Libet, welches untersuchte, ob Hirnaktivitäten zeitlich vor bewussten Handlungsentscheidungen liegen.

3 Experiment von Haggard und Eimer (1999): Hier wird eine Replikationsstudie vorgestellt, die methodische Kritikpunkte an Libet aufgriff und das Konzept des lateralisierten Bereitschaftspotentials einführte.

4 Kritische Würdigung der traditionellen Experimente: Dieser Abschnitt diskutiert die methodischen Schwächen der frühen Studien, insbesondere die Übertragbarkeit einfacher motorischer Bewegungen auf komplexe menschliche Entscheidungen.

5 Experiment von Haynes, Soon, Brass & Heinze (2008): Dieses Kapitel analysiert ein moderneres Experiment, das mittels fMRI-Technologie versucht, Handlungsentscheidungen über längere Zeiträume präziser vorherzusagen.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Frage, ob unbewusste Prozesse die menschliche Freiheit vollständig determinieren oder lediglich Handlungsrahmen vorbereiten.

7 Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Studien.

Schlüsselwörter

Willensfreiheit, Libet-Experiment, Bereitschaftspotential, Neuropsychologie, Handlungsentscheidung, Bewusstsein, motorischer Cortex, Haggard und Eimer, fMRI, unbewusste Prozesse, Handlungsplanung, Veto-Funktion, Determinisums, Hirnaktivität, Entscheidungsprozesse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung darüber, ob der Mensch tatsächlich frei entscheiden kann oder ob Handlungen durch unbewusste neurophysiologische Prozesse festgelegt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Neuropsychologie der Willensentscheidung, die methodische Kritik an klassischen Experimenten und die philosophische Interpretation von Hirnaktivitätsdaten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die wichtigsten neuropsychologischen Studien zur Willensfreiheit darzustellen, ihre methodischen Stärken und Schwächen zu diskutieren und einen Ausblick auf die aktuelle Debatte zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf der Analyse und kritischen Diskussion relevanter neurophysiologischer Experimente (wie die von Libet, Haggard/Eimer und Haynes et al.) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung und kritische Analyse dreier entscheidender Versuchsreihen, ergänzt durch eine allgemeine methodische Würdigung der Forschungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Willensfreiheit, Bereitschaftspotential, Handlungsentscheidung und die Debatte um unbewusste Determinanten charakterisiert.

Was ist die spezifische Kritik an Benjamin Libets Versuchsaufbau?

Kritiker bemängeln, dass einfache motorische Bewegungen unter Zeitdruck nicht die Komplexität einer echten "freien Willensentscheidung" im Alltag widerspiegeln.

Warum spielt das fMRI in der Studie von Haynes et al. (2008) eine wichtige Rolle?

Das fMRI ermöglichte eine präzisere räumliche Zuordnung der Hirnaktivitäten und erlaubte es, Entschlüsse bereits Sekunden vor der bewussten Wahrnehmung anhand neuronaler Muster in speziellen Hirnarealen abzuleiten.

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Details

Title
Ist unser Wille wirklich frei?
College
University of Cologne
Grade
2,0
Author
Christine Glatz (Author)
Publication Year
2011
Pages
14
Catalog Number
V197246
ISBN (eBook)
9783656232193
ISBN (Book)
9783656232360
Language
German
Tags
wille
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Glatz (Author), 2011, Ist unser Wille wirklich frei?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197246
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