Im Jahr 1820 wird die Erzählung „Spieler-Glück“ im dritten Band von Ernst Theodor Amadeus Hoffmanns Erzählungs- und Aufsatzsammlung „Die Serapionsbrüder“ veröffentlicht.
46 Jahre später diktiert der völlig verschuldete russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewskij seiner Stenographin Anna Snitkina in 26 Tagen den Roman „Der Spieler“, der am 1. November 1866 fertig gestellt ist.
Verschiedenen Biographien und Arbeiten über Dostojewskij , kann man entnehmen, dass der Schriftsteller Hoffmanns Werke kannte und diese für manch eigene Passagen zum Vorbild nahm. Eine künstlerische Verbindung zwischen den Beiden ist nicht von der Hand zu weisen. Allein die nahezu identische Themenwahl von Hoffmanns Erzählung und Dostojewskijs Roman, die bereits aus den Titeln „Spieler-Glück“ und „Der Spieler“ hervorgeht, scheint diese Vermutung nahe zu legen.
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung
2. Zwei Lebensgeschichten, ein Motiv
2.1. Ernst Theodor Amadeus Hoffmann
2.2. Fjodor Michailowitsch Dostojewski
2.3. Hoffmann, Dostojewski und die Spielsucht
3. E.T.A. Hoffmann: Spieler-Glück
3.1. Die Handlung
3.2. Erzählabsicht und Wirkung
3.3. Sprache und Erzählstruktur
4. Fjodor Dostojewski: Der Spieler
4.1. Die Handlung
4.2. Erzähl- und Spielerstruktur
5. „Spieler-Glück“ und „Der Spieler“ im Vergleich
5.1. Das Spiel und seine Spieler
5.2. „Glückliche“ Spielleidenschaft und Abhängigkeit
5.3. Zwei „Arten“ von Spielern
5.4. Das „Spiel der Fantasie“
5.5. Der Geschlechter-Code
6. Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Welche Verbindung besteht zwischen E.T.A. Hoffmann und Dostojewski?
Dostojewski kannte Hoffmanns Werke gut und nutzte sie teilweise als Vorbild für eigene Passagen, was sich besonders in der thematischen Nähe zum Glücksspiel zeigt.
Wie unterscheiden sich die Titel „Spieler-Glück“ und „Der Spieler“ in ihrer Bedeutung?
Während Hoffmanns Titel „Spieler-Glück“ ironisch auf das vermeintliche Glück anspielt, fokussiert Dostojewskis „Der Spieler“ stärker auf die Psychologie und Abhängigkeit der Person.
Spielt die eigene Spielsucht der Autoren eine Rolle?
Ja, die Arbeit beleuchtet die Biographien beider Autoren und untersucht, inwieweit persönliche Erfahrungen mit der Spielleidenschaft in die Werke eingeflossen sind.
Was wird unter dem „Geschlechter-Code“ im Vergleich der Werke verstanden?
Die Arbeit analysiert, wie männliche und weibliche Rollen im Kontext des Glücksspiels und der damit verbundenen sozialen Konsequenzen dargestellt werden.
Welche Erzählstrukturen nutzen die Autoren für das Thema Spiel?
Die Untersuchung vergleicht die Sprache und den Aufbau, von Hoffmanns romantischer Erzählweise bis hin zu Dostojewskis psychologischem Realismus.
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- Nadja Krakowski (Author), 2011, Das Glücksspiel erzählen. Von E.T.A. Hoffmanns "Spielerglück" zu Dostojewskis "Der Spieler", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196544