Seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 standen die großen Zentralbanken dieser Welt immer wieder im Fokus medialer Betrachtung und waren die Hauptakteure, um die Negativfolgen dieser Krise auf ein Minimum zu reduzieren. Auch abseits solcher Notfallprogramme waren Zentralbanken in der Vergangenheit immer wieder aktiv, indem sie auf verschiedene Weise in Finanzmärkte eingriffen. Kern dieser Arbeit sollen Eingriffe auf Devisenmärkten und deren Übetragungswege auf den Wechselkurs sein, mittels derer eine Zentralbank die aktive Steuerung des Wechselkurses erzielen kann. Auch wenn freie Wechselkurse heutzutage die Regel sind, wird der Wechselkurs doch nur selten den reinen Marktkräften überlassen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung und Problemstellung
- 2. Ausgestaltung von Zentralbankinterventionen
- 2.1. Nicht-sterilisierte Interventionen
- 2.2. Sterilisierte Interventionen
- 3. Transmissionskanäle
- 3.1. Portfolio Balance-Ansatz
- 3.2. Signalisierungskanal
- 3.3. Koordinationskanal
- 4. Das LSAP der Federal Reserve
- 4.1. Transmissionskanäle
- 5. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit Zentralbankinterventionen auf Finanzmärkten und analysiert deren Einfluss auf den Wechselkurs. Im Zentrum steht dabei die Erörterung der verschiedenen Transmissionskanäle, die diesen Einfluss vermitteln.
- Notwendigkeit und Klassifizierung von Zentralbankinterventionen
- Analyse der Ausgestaltung von Interventionen (sterilisiert vs. nicht-sterilisiert)
- Diskussion verschiedener Transmissionskanäle (Portfolio Balance-Ansatz, Signalisierungskanal, Koordinationskanal)
- Empirische Evidenz und der aktuelle Dissens in der Fachliteratur
- Anwendungsbeispiel: Das Large-Scale Asset Purchase Program (LSAP) der Federal Reserve
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Die Einleitung stellt die Problemstellung vor und führt in das Thema der Zentralbankinterventionen ein. Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und Effektivität von Interventionen auf Wechselkursmärkten und deren Einfluss auf finanzwirtschaftliche Variablen. Kapitel 2: Es werden die zwei Hauptkategorien von Zentralbankinterventionen, sterilisierte und nicht-sterilisierte Interventionen, erläutert. Es werden die jeweiligen Auswirkungen auf die Geldmenge und die ökonomischen Implikationen diskutiert. Kapitel 3: Die Arbeit analysiert die verschiedenen Transmissionskanäle von Zentralbankinterventionen, darunter der Portfolio Balance-Ansatz, der Signalisierungskanal und der Koordinationskanal. Es wird auf die aktuelle Debatte und den Dissens in der Fachliteratur eingegangen. Kapitel 4: Der Schwerpunkt liegt auf dem Large-Scale Asset Purchase Program (LSAP) der Federal Reserve. Es wird untersucht, wie das LSAP die verschiedenen Transmissionskanäle beeinflusst.
Schlüsselwörter
Zentralbankinterventionen, Wechselkurs, Devisenmarkt, Transmissionskanäle, Portfolio Balance-Ansatz, Signalisierungskanal, Koordinationskanal, Sterilisation, Nicht-Sterilisation, LSAP, Federal Reserve, Geldpolitik, Finanzmärkte
Häufig gestellte Fragen
Warum greifen Zentralbanken in Devisenmärkte ein?
Zentralbanken intervenieren, um extreme Wechselkursschwankungen abzumildern, die preisliche Wettbewerbsfähigkeit zu steuern oder makroökonomische Stabilität in Krisenzeiten zu gewährleisten.
Was ist der Unterschied zwischen sterilisierter und nicht-sterilisierter Intervention?
Bei einer nicht-sterilisierten Intervention ändert sich die inländische Geldmenge direkt. Bei einer sterilisierten Intervention gleicht die Zentralbank die Geldmengenänderung durch Offenmarktgeschäfte wieder aus.
Was besagt der "Signalisierungskanal"?
Interventionen können als Signal für die künftige Geldpolitik dienen und so die Erwartungen der Marktteilnehmer und damit den Wechselkurs beeinflussen.
Was ist das LSAP-Programm der Federal Reserve?
Das Large-Scale Asset Purchase Program (LSAP) ist ein großangelegtes Programm zum Kauf von Vermögenswerten, um die langfristigen Zinsen zu senken und die Wirtschaft zu stützen.
Was erklärt der "Portfolio-Balance-Ansatz"?
Er geht davon aus, dass Wertpapiere verschiedener Währungen keine perfekten Substitute sind. Eine Änderung des Angebots durch die Zentralbank zwingt Anleger zur Umschichtung ihrer Portfolios, was den Wechselkurs bewegt.
- Quote paper
- Sebastian Schrön (Author), 2012, Zentralbankinterventionen auf Finanzmärkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196293