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Intergenerationelle Gerechtigkeit

Title: Intergenerationelle Gerechtigkeit

Term Paper , 2011 , 32 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl-Oec Katharina Hott (Author), Melanie Funk (Author)

Economics - Other
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Summary Excerpt Details

Das Thema der intergenerationellen Gerechtigkeit hat in der politischen, der ökonomi-schen und in der sozialphilosophischen Diskussion zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Während im Bereich der Politik der Geltungsanspruch nach dem Postulat der intergenera-tionellen Gerechtigkeit scheinbar schon selbstverständlich ist, ist „die theoretische Refle-xion der Geltungsbedingungen sowie der inhaltlichen Konkretisierung keineswegs ge-klärt“ . Das lässt sich auch auf eine fehlende philosophische Tradition zurückführen, in der fundamentale Aufschlüsse und Erkenntnisstandards hätten entwickelt werden können. Das Thema der intergenerationellen Gerechtigkeit ist erst mit vermehrten Hinweisen auf irreversible Folgeschäden des menschlichen Handelns zum täglichen Diskurs geworden. Seit den siebziger Jahren hat sich ein Bewusstsein dahingehend eingestellt, dass heutige Handlungen künftige Lebensgrundlagen wesentlich mitbestimmen, somit ist die Umwelt-problematik und das Nachhaltigkeitsthema wesentlich an die Frage nach der Generatio-nengerechtigkeit geknüpft.
Eine Ethik, die die Verantwortbarkeit des Handelns bezüglich der Folgen besonders für zukünftige Generationen zum Inhalt hat, ist noch relativ neu und erst im Kommen. Es existiert der Trend dahingehend, dass sich Ökologen, Mediziner, Gentechniker sowie wirtschaftlich und politisch Handelnde immer mehr mit zukunftsethischen Fragestellungen konfrontiert sehen.
Diese Arbeit soll einen kurzen inhaltlichen Einblick in die Themenfelder der intergenerati-onellen Gerechtigkeit geben. Dazu wird zunächst in Kapitel zwei die vorwiegend politische Debatte über das Thema näher betrachtet. Anschließend werden unterschiedliche Defini-tionen des Generationenbegriffs vorgestellt um dann auf die Unterscheidung zwischen intra- und intergenerationelle Gerechtigkeit näher einzugehen. Kapitel drei ist den mehr praktischen Problemen, die mit Generationengerechtigkeit verknüpft sind, gewidmet, wo-bei konkret die Verantwortung für Zukünftige und für Alte kurz erläutert wird. Kapitel vier prüft anschließend, ob etablierte ethische Konzepte der Gerechtigkeit auf die intergenera-tionellen Problemstellungen anwendbar sind und zeigt ferner die Besonderheiten selbiger auf. Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit den theoretischen sozialethischen Ansätzen im Bereich der Generationengerechtigkeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thematische Hinführung und Begriffsabgrenzungen

2.1 Debatte über Generationengerechtigkeit

2.2 Generationenkonzepte

2.2.1 Chronologische (temporale) Generation

2.2.2 Chronologische (intertemporale) Generation

2.2.3 Soziale Generation

2.2.4 Familiäre Generation

2.3 Beziehung zwischen inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit

3. Praktische Probleme der intergenerationellen Gerechtigkeit

3.1 Verantwortung für Alte

3.2 Verantwortung für Zukünftige

4. Besonderheit intergenerationeller Gerechtigkeit

4.1 Anwendbarkeit etablierter ethischer Prinzipien

4.2 Spezielle Merkmale intergenerationeller Gerechtigkeit

5. Ethische Begründungsmodelle

5.1 Hans Jonas

5.2 Dieter Birnbacher

5.3 John Rawls

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische und ethische Fundierung der intergenerationellen Gerechtigkeit, um aufzuzeigen, wie Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen vor dem Hintergrund ökologischer und sozialer Herausforderungen begründet werden kann.

  • Analyse verschiedener Generationenkonzepte
  • Unterscheidung zwischen inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit
  • Diskussion praktischer Probleme der Generationenverantwortung
  • Überprüfung der Anwendbarkeit klassischer ethischer Prinzipien
  • Ethische Begründungsansätze von Hans Jonas, Dieter Birnbacher und John Rawls

Auszug aus dem Buch

5.1 Hans Jonas

Dieser Unterabschnitt stellt den Ansatz „Prinzip Verantwortung“ von HANS JONAS vor. Hintergrund seines 1979 erschienen Werkes ist die Ausweitung menschlicher Fähigkeiten und Handlungsspielräume. Hatte der Mensch früher noch relativ wenig Einfluss auf die Natur und konnte das Ökosystem kaum wesentlich verändern, so ist das heute anders. Die Natur ist nicht länger als eine Konstante zu betrachten. In den siebziger Jahren hat sich zunehmend das Wissen durchgesetzt, dass die Industrieländer in eine lebensbedrohliche Krise geraten sind. Die Erschöpfung der globalen Ressourcen, die Gefahr des Atomkrieges und die zunehmende Weltbevölkerung standen im Zentrum der Besorgnisse.

Solche Annahmen ließen JONAS zu der Überzeugung kommen, dass die bisherige Ethik nur unzureichend die gegenwärtigen Bedingungen des Menschen berücksichtigt und sich nur auf den unmittelbaren Nahbereich menschlicher Verantwortung bezieht. Die tradierte Ethik – womit er besonders die Ethik KANTS meint – sei für die neuen Herausforderungen ungeeignet, weil sich deren Imperative nicht auf einen Verantwortungsbereich in der Zukunft erstrecken. Außerdem würde die Existenz der Menschheit immer als gegeben vorausgesetzt, was angesichts des Wandels der Technik und des damit verbundenen Natureinflusses nicht mehr selbstverständlich sei.

JONAS fordert dementsprechend, dass an Stelle einer Ethik der Nähe und der Gleichzeitigkeit eine Ethik der Fernverantwortung bzw. Fernstenliebe tritt. Diese Ethik soll die bisherige allerdings nicht ersetzen, sondern vielmehr um die neuen Probleme der technologischen Zivilisation ergänzen. JONAS fasst seine Forderungen in folgendem Imperativ zusammen: „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das wachsende Interesse an intergenerationeller Gerechtigkeit ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die behandelten ethischen Ansätze.

2. Thematische Hinführung und Begriffsabgrenzungen: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Konzepte von Generationen und grenzt die intergenerationelle von der intragenerationellen Gerechtigkeit ab.

3. Praktische Probleme der intergenerationellen Gerechtigkeit: Hier werden die konkreten Herausforderungen bei der Verantwortung gegenüber älteren Menschen und zukünftigen Generationen, etwa durch den demografischen Wandel oder Umweltbelastungen, beleuchtet.

4. Besonderheit intergenerationeller Gerechtigkeit: Das Kapitel prüft, ob klassische ethische Prinzipien auf generationenübergreifende Probleme anwendbar sind, und arbeitet deren spezifische Merkmale heraus.

5. Ethische Begründungsmodelle: Hier werden die Theorien von Hans Jonas, Dieter Birnbacher und John Rawls detailliert gegenübergestellt, um Begründungsrahmen für eine Zukunftsethik zu liefern.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und diskutiert mögliche praktische Umsetzungsstrategien für eine generationengerechte Politik.

Schlüsselwörter

Intergenerationelle Gerechtigkeit, Generationengerechtigkeit, Zukunftsethik, Hans Jonas, Dieter Birnbacher, John Rawls, Prinzip Verantwortung, Nachhaltigkeit, Demografischer Wandel, Ressourcen, Umweltethik, Vertragstheorie, Zeitpräferenz, Generationenvertrag, Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept der intergenerationellen Gerechtigkeit und untersucht, wie heutige Generationen eine ethisch begründete Verantwortung gegenüber Zukünftigen wahrnehmen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Generationen, der Unterscheidung zu intragenerationeller Gerechtigkeit sowie der ethischen Fundierung von Zukunftsethik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu schaffen, warum und wie Handlungen der heutigen Generation die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen beeinflussen und moralisch berücksichtigt werden müssen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine sozialphilosophische und ethische Literaturanalyse, die zentrale Begründungsmodelle bekannter Philosophen auf die Problematik anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich praktischen Problemen wie der Alterssicherung und dem Umweltschutz, prüft die Grenzen etablierter ethischer Prinzipien und analysiert Modelle von Jonas, Birnbacher und Rawls.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Generationengerechtigkeit, Verantwortung, Nachhaltigkeit, Zukunftsvergessenheit und das Prinzip der Fernverantwortung.

Wie definiert die Arbeit den Begriff der Generationengerechtigkeit?

Sie stützt sich auf die Definition, dass Generationengerechtigkeit erreicht ist, wenn die Chancen zukünftiger Angehöriger zur Bedürfniserfüllung mindestens so groß sind wie die der heutigen Generation.

Welche Rolle spielt der „Schleier des Nichtwissens“ bei John Rawls?

Rawls nutzt dieses Gedankenexperiment, um zu verdeutlichen, dass faire Gerechtigkeitsregeln entstehen würden, wenn niemand seinen eigenen Status oder seine zeitliche Einordnung wüsste.

Was kritisiert die Arbeit am herkömmlichen Verantwortungsbegriff?

Herkömmliche Ethik konzentriert sich oft auf den direkten Nahbereich, während intergenerationelle Probleme eine Ausweitung auf weit entfernte, zukünftige Folgen erfordern.

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Details

Title
Intergenerationelle Gerechtigkeit
College
University of Kassel
Course
Ökonomie und Gerechtigkeit
Grade
2,0
Authors
Dipl-Oec Katharina Hott (Author), Melanie Funk (Author)
Publication Year
2011
Pages
32
Catalog Number
V195973
ISBN (eBook)
9783656219682
ISBN (Book)
9783656220640
Language
German
Tags
Intergenerationelle Gerechtigkeit Generationenvertrag Generationenkonzept Birnbacher soziale Verantwortung John Rawls Hans Jonas Verantwortung für Alte Ethik Philosophen Intragenerationelle Gerechtigkeit Generationengerechtigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl-Oec Katharina Hott (Author), Melanie Funk (Author), 2011, Intergenerationelle Gerechtigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195973
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