„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Diese alte Volksweisheit ist nach wie vor die Auffassung vieler Menschen und auf Grund dessen fehlt vielen Personen im höheren Alter die Motivation eine Fremdsprache zu erlernen. Doch ist dem wirklich so? Lernen Kinder eine Fremdsprache umso schneller und besser, desto jünger sie sind? Ist der Fremdsprachenunterricht mit Erwachsenen sinnlos, weil ihre Sprachlernfähigkeit ohnehin verloren ist? Auf diese Fragestellungen und insbesondere auf die Probleme, die ältere LernerInnen beim Fremdsprachenlernen erfahren können, soll in dieser Hausarbeit eingegangen werden. Dabei soll vor allem auf die oftmals vernachlässigte Zielgruppe der SeniorInnen, d.h. auf die über 60-jährigen Bezug genommen werden. Zunächst wird der allgemeine Altersbegriff erläutert, welcher bereits als aufbauende Hinführung zum Kernthema dienen soll. In Abschnitt 3 wird eine Differenzierung zwischen den einzelnen Altersgruppen bezüglich der Lernfähigkeiten vorgenommen. In Bezug auf das Alter beim Fremdsprachenerwerb gibt es zahlreiche veraltete Theorien und Studien. Auf Grund dessen wird in Punkt 4 die Rolle des Faktors Alter in neueren Fremdsprachenlerntheorien erklärt.
Abschnitt 5 bildet den Kern dieser Hausarbeit. Er beinhaltet die Hauptprobleme, welche die Mehrheit der älteren Lernenden haben. Dabei soll vermieden werden sich lediglich auf Fakten, Theorien und Erklärungsversuche zu beziehen, sondern es sollen dabei auch Ansätze die nützlich für die Unterrichtspraxis sein können, dargestellt werden.
In der vorliegenden Hausarbeit wird der Begriff „Fremdsprachenunterricht“ anstatt „Deutsch als Fremdsprache – Unterricht“ verwendet. Dies ist eine bewusste Entscheidung, da die hier genannten Fakten nicht nur in DaF eine Rolle spielen.
Inhalt
1 Einleitung
2 Alter als Konstrukt
3 Fremdsprachenlernen im Kindes- und Erwachsenenalter
3.1 Kinder und jüngere Erwachsene
3.2 Ältere Erwachsene
4 Neuere Fremdsprachentheorien über den Faktor Alter
4.1 Universal Grammar-Theory
4.2 Monitor Theory
5 Probleme des Fremdsprachenlernens älterer LernerInnen
5.1 Das Gedächtnis
5.2 Das Hörverstehen
5.3 Die Aussprache
5.4 Angst und Scham
6 Zusammenfassung
Bibliografie
Häufig gestellte Fragen
Können ältere Menschen noch erfolgreich eine Fremdsprache lernen?
Ja, die Arbeit räumt mit der Volksweisheit „Was Hänschen nicht lernt...“ auf und zeigt, dass auch SeniorInnen über 60 erfolgreich Sprachen lernen können, wenn die Lehrmethoden angepasst werden.
Welche Rolle spielt das Gedächtnis beim Sprachenlernen im Alter?
Das Gedächtnis verändert sich zwar, ist aber nicht verloren. Die Arbeit thematisiert spezifische Probleme älterer Lerner und bietet Ansätze für die Unterrichtspraxis, um die Merkfähigkeit zu unterstützen.
Wie beeinflussen Angst und Scham den Lernprozess bei Senioren?
Ältere Lerner fürchten oft, sich vor anderen zu blamieren. Die Arbeit betont, dass eine motivierende Atmosphäre ohne Leistungsdruck entscheidend für den Lernerfolg ist.
Was besagt die „Universal Grammar-Theory“ in Bezug auf das Alter?
Diese Theorie untersucht, ob der angeborene Spracherwerbsmechanismus im Alter noch zugänglich ist oder ob Erwachsene andere kognitive Strategien nutzen müssen.
Gibt es Probleme beim Hörverstehen und der Aussprache im Alter?
Ja, physiologische Veränderungen können das Gehör und die Artikulationsfähigkeit beeinflussen. Die Arbeit zeigt auf, wie der Unterricht darauf Rücksicht nehmen kann.
Ist Fremdsprachenunterricht für Erwachsene ab 60 sinnvoll?
Absolut. Die Arbeit argumentiert gegen veraltete Theorien und betont die kognitiven sowie sozialen Vorteile des Sprachenlernens für SeniorInnen.
- Quote paper
- Jenny Fischer (Author), 2009, Der Faktor Alter beim Fremdsprachenerwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195770