Einführung und Ausgangssituation:
Die genaue und aktuelle Ermittlung von Verkehrszuständen ist die wesentliche Voraussetzung für eine zuverlässige, d.h. den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechende Information und Beeinflussung des Verkehrs. Sie spielt insbesondere bei den kollektiven dynamischen Verkehrsleitsystemen für den Innerortsbereich (verkehrsabhängige Lichtsignalsteuerung) und den Ausserortsbereich (Streckenbeeinflussung, Alternativroutensteuerung) eine entscheidende Rolle. Eine hinreichende Genauigkeit von Messdaten muss neben der Verkehrsbeeinflussung aber auch für verkehrsplanerische Aufgaben — einschliesslich der Verkehrsstatistik — gewährleistet sein.
Zur Verkehrsdatenerfassung dienen bisher im wesentlichen lokale (ortsfeste) Messstellen, die fast ausschliesslich mit in der Fahrbahn eingelassenen Induktivschleifendetektoren ausgerüstet sind.
Diese Messtechnik liefert lokale, nach Fahrspuren getrennte mikroskopische und makroskopische Verkehrsdaten:
- Geschwindigkeiten
- grobe Fahrzeugklassifizierung (Pkw/Lkw)
- Zeitlücken
- Belegungszeiten
- Verkehrsstärke
- mittlere lokale Geschwindigkeit
- Fahrzeugtyp-Anteile
An Bundesfernstrassen werden neue Anlagen zur Streckenbeeinflussung und Alternativroutensteuerung zum Teil alternativ mit Strahlungsfelddetektoren (Radardetektoren oder Infrarotsensoren) ausgestattet. Das Messdatenspektrum ist ähnlich wie bei den Induktivschleifendetektoren.
Eine neue Methode zur Erfassung von Verkehrsdaten ist die Videobildverarbeitung.
Dabei werden analoge Bilddaten der Kamera digitalisiert.
Mit Hilfe von den Induktivschleifendetektoren im Funktionsprinzip ähnlichen virtuellen Sensoren, die auf das Videobild gelegt werden, können Bewegungen von Objekten im Kamerabild über eine Änderung der Grauwerte bezüglich eines Referenzbildes erkannt und ausgewertet werden.
Videoerfassungssysteme sind in grösserem Umfang zur Verkehrssteuerung in den USA im Einsatz, in Deutschland ist diese Art der Verkehrsdatenerfassung bislang kaum verbreitet.
Ein Vorteil der Verkehrserfassung mit Videotechnik liegt vor allem in der Möglichkeit, einen räumlich begrenzten Strassenabschnitt erfassen zu können.
In der Regel ist es bei entsprechender Positionierung und Ausrichtung möglich, mit nur einer Kamera einen bis zu 8-streifigen Querschnitt zu erfassen.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1. Einführung und Ausgangssituation:
1.1 Problembeschreibung
1.2 Videoerfassungssystem
2. Messprinzip
2.1 Systemkomponenten
2.2 Mobile und lokale Installationen
2.3 Methode der virtuellen Detektoren
2.4 Detektorarten
3. Einflussfaktoren auf die Datenqualität
3.1 Kalibrierung des Videobildes
3.2 Kameraposition/ -ausrichtung
3.3 Detektorenanordnung und Einstellung
3.4 Umfeld-Bedingungen
3.5 Verkehrszusammensetzung
4. Auswertung und Bewertung der Messdaten
4.1 Messdaten der einzelnen Fahrstreifen
4.2 Statistische Berechnungen
4.3 Abweichungen und Fehlerbeschreibung
4.4 Statistische Daten der Messung:
5. Bewertung und Vergleich der gewonnenen Daten
Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert die Verkehrsdatenerfassung per Video?
Analoge Kamerabilder werden digitalisiert. Virtuelle Sensoren im Bild erkennen Änderungen der Grauwerte, wenn Fahrzeuge diese Bereiche passieren, und werten diese als Bewegungen aus.
Welche Verkehrskenngrößen können gemessen werden?
Erfasst werden unter anderem die Verkehrsstärke, Geschwindigkeiten, Fahrzeugklassifizierungen (Pkw/Lkw), Zeitlücken und Belegungszeiten.
Was sind die Vorteile gegenüber Induktivschleifen?
Videotechnik ermöglicht die Erfassung ganzer Strassenabschnitte (bis zu 8 Fahrstreifen) mit einer Kamera, ohne dass bauliche Eingriffe in die Fahrbahn nötig sind.
Welche Faktoren beeinflussen die Datenqualität?
Einflussfaktoren sind die Kalibrierung des Bildes, die Kameraposition, die Lichtverhältnisse (Umfeld-Bedingungen) und die Zusammensetzung des Verkehrs.
Was versteht man unter der Methode der virtuellen Detektoren?
Dabei werden im Computerprogramm Messpunkte auf das Live-Bild der Kamera gelegt, die wie herkömmliche Strahlungsdetektoren oder Schleifen fungieren, aber rein softwarebasiert arbeiten.
- Arbeit zitieren
- Diplom Ökonom - Master of Arts Hilger Schneider (Autor:in), Nhu Thao Võ-Nguyen (Autor:in), 2002, Qualität von Verkehrskenngrössen aus Videomessungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194859