Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit der Thematik Skandinavismus auseinandersetzen. Die Fragen nach den Ursprüngen der nordischen Bewegung sind in den Geschichten der einzelnen Länder verankert und sollen innerhalb der vorliegenden Arbeit herausgearbeitet werden.
In den ersten beiden Teilen der Arbeit wird ein Überblick über die Geschichte und Definitionsversuch zum Skandinavismus entstehen. Dabei sollen die Inhalte der Bewegung thematisiert werden. Was genau bedeutete zu den verschiedenen Zeiten das Wort Skandinavismus und wie wirkte es im nordischen Raum.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff Skandinavismus
3. Die Wiederauferstehung des Skandinavismus
3.1 Epoche vor dem Zweiten Weltkrieg
3.2 Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg
4. Der neue Skandinavismus
5. Arten des Skandinavismus
5.1 Der literarische Skandinavismus
5.2 Der Studenten-Skandinavismus
5.3 Praktischer Skandinavismus
5.4 Skandinavismus nach dem Jahr 1864
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und politische Bewegung des Skandinavismus im 19. und 20. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, wie das Bestreben nach einer politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Einheit der nordischen Länder entstand, sich im Laufe der Zeit wandelte und welche Faktoren sowohl zur Stärkung als auch zum Scheitern dieser Einigungsversuche beitrugen.
- Historische Herleitung und Definition des Begriffs Skandinavismus
- Die Rolle der Studentenbewegung und der literarischen Elite bei der Verbreitung der Idee
- Wirtschaftspolitische Einigungsversuche, wie die Post- und Münzunion
- Einfluss der Weltkriege und internationaler Bündnisse auf die skandinavische Zusammenarbeit
- Differenzierung in literarischen, studentischen und praktischen Skandinavismus
Auszug aus dem Buch
2. Der Begriff Skandinavismus
Bevor eine konkrete Analyse des Skandinavismus folgt, wird in diesem Teil eine Definition der Begrifflichkeit versucht. Dabei sollen geographische Aspekte, Ursachen und eine allgemeine Definition im Mittelpunkt stehen.
Ersteinmal muss eine Einordnung des Gebietes, in dem der Skandinavismus aufkommt, gekennzeichnet werden. Man kann nicht einfach vom Norden Europas sprechen. Es betrifft ausschließlich Schweden, Norwegen und Dänemark. Finnland spielte in diesem Kontext keine Rolle. Es war nach den napoleonischen Kriegen an Russland gefallen und zuvor praktisch eine Kolonie der Schweden. Außerdem entwickelte sich im 19. Jahrhundert die nationale Bewegung der „Finnisierung“ gegen die noch immer schwedisch geprägte Oberschicht und damit auch gegen den Skandinavismus.
Es stellt sich nun die Frage nach den Ursachen und Zielen für diese Entwicklung. Parallel zum Bestreben von Schweden und Norwegen ging der so genannte Pangermanismus von Deutschland aus. Daraus entstanden Bemühungen Das Haus Bernadotte als möglichen Erben für die dänische Monarchie zu sehen. Allerdings war das wichtigere Argument für die Einheitsbestrebungen eine Opposition zum Pangermanismus zu bilden. Diese entstand bereits im Jahr 1830, besonders unter Studenten, Künstlern und Intellektuellen in Dänemark und Schweden. Ein weiteres Ziel war auf Grundlage der gemeinsamen Kultur und Geschichte, sowie auf die eng miteinander verbundenen Sprachen, einen großen skandinavischen Staat zu etablieren.
Der Skandinavismus bezeichnet demnach grundsätzlich eine politische Bewegung in den nordischen Ländern Europas. Angestrebt wurde eine Vereinigung von Schweden, Norwegen und Dänemark. Dabei versuchte die schwedisch-norwegische Union im 19. Jahrhundert einen Anschluss Dänemarks zu erreichen. Der angestrebte gemeinsame Nationalstaat sollte aus den Monarchien Dänemarks, Schwedens und Norwegens entstehen. Außerdem strebten die Länder auf mehreren Ebenen eine Zusammenarbeit miteinander an. Es sollte eine politisch-, kulturelle und wirtschaftliche Einheit der drei Staaten aus diesen Bemühungen entstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der nordischen Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts ein und erläutert die Schwierigkeit der Quellenlage bei der Erforschung des Skandinavismus.
2. Der Begriff Skandinavismus: In diesem Kapitel wird der Begriff Skandinavismus definiert und geographisch auf Schweden, Norwegen und Dänemark eingegrenzt, wobei historische Hintergründe und die Abgrenzung zum Pangermanismus beleuchtet werden.
3. Die Wiederauferstehung des Skandinavismus: Das Kapitel differenziert die Entwicklung der Bewegung in die Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg und untersucht politische Ansätze sowie den Wandel der Akteure von Studenten hin zu Politikern und Industriellen.
4. Der neue Skandinavismus: Hier wird der Skandinavismus nach 1945 betrachtet, insbesondere im Hinblick auf Institutionen wie den Nordischen Rat und die Herausforderungen durch die wachsende europäische Integration.
5. Arten des Skandinavismus: Dieses Kapitel klassifiziert die Bewegung in ihre literarischen, studentischen und praktischen Ausprägungen und analysiert deren jeweilige gesellschaftliche Bedeutung im 19. Jahrhundert.
6. Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse über die wechselhafte Geschichte des Skandinavismus zusammen und bewertet ihn als Ausdruck eines historisch gewachsenen Zusammengehörigkeitsgefühls der nordischen Staaten.
Schlüsselwörter
Skandinavismus, Nordische Länder, Schweden, Dänemark, Norwegen, Einigungsbestrebungen, Kalmarer Union, Nordischer Rat, Pangermanismus, Nationale Bewegung, Politische Einheit, Geschichte, Skandinavische Union, Identität, Zusammenarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der geschichtlichen Entwicklung und den politischen Ambitionen der Skandinavismus-Bewegung, die auf eine engere Zusammenarbeit oder Union der nordischen Länder abzielte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Einordnung der Bewegung, die Rolle der Akteure (Studenten, Intellektuelle, Politiker), ökonomische Integrationsversuche und die Auswirkungen politischer Krisen auf das Einheitsbestreben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Ursprünge, die verschiedenen Ausprägungen des Skandinavismus und dessen Bedeutung im 19. und 20. Jahrhundert herauszuarbeiten und die Herausforderungen für eine nordische Einheit zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert, um die Entwicklung des Skandinavismus systematisch nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition und Phasen des Skandinavismus, gliedert die Bewegung in verschiedene Arten (literarisch, studentisch, praktisch) und untersucht die zeitlichen Entwicklungen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Skandinavismus, Nordische Länder, Integration, Identität, historischer Wandel und das Spannungsfeld zwischen nationalen Interessen und dem Wunsch nach einer skandinavischen Union.
Welche Rolle spielte der literarische Skandinavismus?
Er fungierte als Vorläufer und kulturelles Fundament der Bewegung, wobei Zeitschriften wie "Brage og Idun" dazu beitrugen, den intellektuellen Austausch und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken.
Warum wird 1864 als Zäsur für den Skandinavismus gesehen?
Nach den Deutsch-Dänischen Kriegen scheiterte das politische Ideal des Skandinavismus auf breiter Front, da die Solidarität der nordischen Nachbarn Dänemark nicht vor dem Gebietsverlust schützen konnte, was zu einer Ernüchterung innerhalb der Bewegung führte.
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- Hans Kramer (Author), 2012, Der Skandinavismus im 19. Jahrhundert , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193732