1. Einleitung
Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall spielt die Pädagogik der ehemaligen DDR immer noch eine große Rolle, denn sie hat an den Menschen, die sie erfahren haben, ihre Spuren hinterlassen. Nach und nach werden Stimmen laut, die nach Rehabilitierung verlangen, um dem Leiden der Jugendlichen in den Jugendwerkhöfen Rechnung zu tragen.
In dieser Arbeit möchte ich auf die besondere DDR-Pädagogik in den Jugendwerkhöfen eingehen mit dem Ziel herauszufinden, was die Jugendlichen dort durchmachen mussten, sodass sie heute noch an den Folgen ihres Aufenthaltes dort leiden. Dazu werde ich zunächst den Begriff Jugendwerkhof definieren und dann auf die Geschichte und die Struktur der Jugendwerkhöfe eingehen. Der Grund der Einweisung wie z.B. Schwererziehbarkeit wird von mir ebenfalls beleuchtet. Einen wichtigen Teil macht dann die Umerziehung in den Werkhöfen aus. Inhalte der Umerziehung sind die sozialistische Erziehung mit ihren Eckpfeilern, der Kollektiverziehung, der Arbeitserziehung, der Erziehung zur bewussten Disziplin und zuletzt der Politisch-ideologische Erziehung. Im letzten Teil, der Nachbetreuung, wird dann deutlich werden, ob die DDR-Pädagogik der Jugendwerkhöfe ihr Ziel erreichte oder nicht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition Jugendwerkhöfe
- Geschichte und Struktur der Jugendwerkhöfe
- Einweisung in die Jugendwerkhöfe
- Schwererziehbarkeit als Einweisungsgrund
- Umerziehung
- Sozialistische Erziehung
- Kollektiverziehung
- Arbeitserziehung
- Erziehung zur bewussten Disziplin
- Politisch-ideologische Erziehung
- Nachbetreuung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die besondere Pädagogik der Jugendwerkhöfe in der DDR mit dem Ziel, die Erfahrungen der Jugendlichen in diesen Einrichtungen aufzuzeigen und die bleibenden Folgen ihres Aufenthaltes zu beleuchten.
- Definition und Struktur der Jugendwerkhöfe
- Gründe für die Einweisung in die Jugendwerkhöfe
- Umerziehungsmethoden in den Jugendwerkhöfen
- Sozialistische Erziehung in ihren verschiedenen Facetten
- Nachbetreuung und langfristige Folgen des Aufenthaltes
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz der DDR-Pädagogik und insbesondere der Jugendwerkhöfe im Kontext der Nachwendezeit heraus. Kapitel 2 definiert den Begriff "Jugendwerkhof" und erläutert dessen Funktion als Umerziehungsanstalt für schwererziehbare Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Kapitel 3 befasst sich mit der Geschichte und Struktur der Jugendwerkhöfe, beginnend mit ihrer Gründung im Nachkriegsdeutschland und ihrer Entwicklung unter der DDR-Regierung. Kapitel 4 beleuchtet die Einweisungsprozesse und die Gründe für die Einweisung in die Jugendwerkhöfe, insbesondere die Rolle der "Schwererziehbarkeit".
Schlüsselwörter
DDR-Pädagogik, Jugendwerkhöfe, Umerziehung, Kollektiverziehung, Arbeitserziehung, Politisch-ideologische Erziehung, Schwererziehbarkeit, Sozialistische Erziehung, Nachbetreuung.
Häufig gestellte Fragen
Was war ein Jugendwerkhof in der DDR?
Ein Jugendwerkhof war eine Spezialeinrichtung der Jugendhilfe in der DDR zur Umerziehung von Jugendlichen, die als "schwererziehbar" galten.
Was sind die Eckpfeiler der sozialistischen Erziehung?
Dazu gehörten Kollektiverziehung, Arbeitserziehung, Erziehung zur bewussten Disziplin und politisch-ideologische Erziehung.
Warum wurden Jugendliche in Jugendwerkhöfe eingewiesen?
Häufigster Grund war die sogenannte "Schwererziehbarkeit", ein dehnbarer Begriff für Verhalten, das nicht dem sozialistischen Ideal entsprach.
Welche Spuren hinterließ die DDR-Pädagogik bei den Betroffenen?
Viele ehemalige Insassen leiden heute noch unter den Folgen der harten Umerziehungsmethoden und fordern eine offizielle Rehabilitierung.
War die Umerziehung in den Werkhöfen erfolgreich?
Das Kapitel zur Nachbetreuung untersucht kritisch, ob die pädagogischen Ziele erreicht wurden oder ob das System letztlich scheiterte.
- Quote paper
- Ulla Nachtigall (Author), 2011, Die DDR-Pädagogik in den Jugendwerkhöfen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193382