„Ach, würde doch mein Gram gewogen, legte man auf die Waage auch mein Leid! Denn nun ist es schwerer als der Sand des Meeres, darum reden meine Worte irr. Die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, mein Geist hat ihr Gift getrunken, Gottes Schrecken stellen sich gegen mich.“ (Ijob 6, 2-4)
Schon Ijob klagte Gott an, als ihm immer mehr Unglück widerfuhr. Zunächst verhielt sich Ijob so, wie es sich für einen frommen Mann gehört und er nahm sein Unglück trauernd, aber dennoch Gott preisend an; er war ein Dulder.1 Doch als seine Unglückswelle scheinbar nicht mehr enden will, begehrte Ijob auf, er rebellierte gegen sein Schicksal und gegen Gott. Er klagte ihn an, da er meinte, er habe Gott sein Leid und seine Not zu verdanken.
Ijobs Drama zeigt, dass sich ein solches Geschehen in der menschlichen Geschichte stets wiederholte und auch weiter wiederholen kann.2 Auch heute noch klagen die Menschen Gott an, warum er ihr Leid und ihre Not zulasse. Es stellt sich also die Frage, ob Gott gerecht ist und welche Gründe es haben könnte, dass trotz seiner Existenz so viele Übel in der Welt passieren.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitendes: Zitat ljobs
- Definition des Begriffs „Theodizee“
- Lösungsversuche des Theodizee-Problems
- Aktualität des Theodizee-Problems gezeigt an der Not der Opfer des Wirbelsturms „Sidr\" 11/2007
- Abschließende Gedanken
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert das Theodizee-Problem, welches die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts von Leid und Übel in der Welt stellt. Die Arbeit untersucht verschiedene Lösungsansätze und stellt die Aktualität des Problems anhand des Beispiels des Wirbelsturms „Sidr“ im November 2007 dar.
- Definition des Begriffs „Theodizee“
- Lösungsversuche des Theodizee-Problems in verschiedenen Religionen und Philosophien
- Die Aktualität des Theodizee-Problems in Bezug auf menschliches Leid
- Die Rolle Gottes im Kontext von Übel und Leid
- Das Verhältnis von Glaube und Leid
Zusammenfassung der Kapitel
- Das erste Kapitel beginnt mit einem Zitat aus dem Buch ljob, das die zentrale Problematik des Textes aufzeigt: die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts von Leid und Unglück.
- Das zweite Kapitel definiert den Begriff „Theodizee“ und beschreibt die Problematik des Theodizee-Problems, die aus der Erfahrung von Leid und Übel in der Welt resultiert.
- Im dritten Kapitel werden verschiedene Lösungsversuche des Theodizee-Problems vorgestellt, darunter Epikurs klassisches Muster, die Positionen des Islam, des Hinduismus und des christlichen Glaubens sowie die Debatte um das deduktive und induktive Argument.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe und Konzepte des Textes sind Theodizee, Leid, Übel, Gerechtigkeit, Gott, Glaube, Lösungsversuche, Epikurs Muster, Islam, Hinduismus, christlicher Glaube, deduktives Argument, induktives Argument. Der Text befasst sich mit der Frage, wie die Existenz Gottes mit der Erfahrung von Leid und Übel in der Welt in Einklang zu bringen ist und welche Lösungsansätze dafür bestehen.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff "Theodizee"?
Die Theodizee befasst sich mit der Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts von Leid und Übel in der Welt.
Welche Rolle spielt die Figur Ijob in diesem Zusammenhang?
Ijob dient als klassisches Beispiel für einen Menschen, der trotz seiner Frömmigkeit schweres Leid erfährt und Gott schließlich wegen der Ungerechtigkeit seines Schicksals anklagt.
Welche Lösungsansätze für das Theodizee-Problem werden vorgestellt?
Die Arbeit diskutiert Epikurs klassisches Muster sowie Positionen aus dem Islam, Hinduismus und dem christlichen Glauben.
Wie aktuell ist das Problem der Gerechtigkeit Gottes heute?
Die Aktualität wird im Text anhand von realem Leid verdeutlicht, beispielhaft dargestellt an den Opfern des Wirbelsturms "Sidr" im Jahr 2007.
Was ist der Unterschied zwischen dem deduktiven und induktiven Argument?
Dies sind zwei philosophische Debattenansätze, um die Existenz eines gütigen Gottes logisch mit der Existenz von Übel in Einklang zu bringen oder zu widerlegen.
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- Laura Ostermaier (Author), 2008, Ist Gott gerecht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193235