Die These der Arbeit ist, dass persönliche Konflikte, deren Problematik sich mit dem Kernkonflikt der Trainingsgruppe deckt, nur schwer aufgedeckt werden können, während Konflikte, die nichts mit dem Gruppentabu zu tun haben, leichter bearbeitet werden können. Diese wird an zwei Fallbeispielen gezeigt: einem erfolgreich bearbeiteten und einem unbearbeitet gebliebenen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Entwicklung der Gruppe: Vom Konformitätszwang über die Machtfrage zur Integration
- Was ist ein Konflikt - eine psychoanalytische Erklärung
- Beispiel nicht erfolgter Konfliktlösung
- Beispiel erfolgreicher Konfliktlösung
- Konklusion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wann konflikthaftes Material in den selbstreflexiven Prozess einer Gruppe aufgenommen werden kann und wann nicht. Die Autorin analysiert dies anhand einer Trainingsgruppe im Wintersemester 2010/11 an der Hochschule für Philosophie, München.
- Gruppenentwicklung: Konformitätsdruck, Machtfrage, Integration
- Konfliktlösung und ihre psychoanalytische Erklärung
- Beispiele für gelungene und misslungene Konfliktlösungen
- Bedeutung des Gruppenbewusstseins und seine Dynamik
- Skotomisierungen des Gruppenbewusstseins aufdecken
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die aktuelle Relevanz von Gruppendynamik und Konfliktlösung im Kontext des arabischen Frühlings dar. Sie thematisiert die Dynamik von Gruppen als etwas, das mehr als die Summe seiner Teile ist. Im Kontext einer Trainingsgruppe werden die unterschiedlichen Bedürfnisse der Teilnehmer und ihre Auswirkungen auf den Gruppenprozess untersucht.
- Entwicklung der Gruppe: Vom Konformitätszwang über die Machtfrage zur Integration: Die Autorin diskutiert die Angst vor dem Nicht-Dazugehören als anthropologisches Grunddatum und die Opferbereitschaft von Gruppenmitgliedern, um nicht ausgeschlossen zu werden. Die Verhandlung der Machtfrage in Trainingsgruppen, die Themen wie Redezeit, Einfluss und Konformität betreffen, werden beleuchtet.
- Was ist ein Konflikt - eine psychoanalytische Erklärung: Dieses Kapitel erklärt den Konfliktbegriff aus psychoanalytischer Sicht. Der Balanceakt zwischen Homogenität und Differenz in Gruppen wird hervorgehoben. Der Einfluss des äußeren Rahmens, der Leitung und der thematischen Orientierung auf die Entstehung von Konflikten wird diskutiert.
Schlüsselwörter
Gruppendynamik, Konfliktlösung, Trainingsgruppe, Selbstreflexion, Konformität, Machtfrage, Integration, psychoanalytische Erklärung, Gruppenbewusstsein, Skotomisierung.
Häufig gestellte Fragen
Wann kann ein Gruppenkonflikt zur Reflexion genutzt werden?
Ein Konflikt dient dann der Reflexion, wenn er offen bearbeitet werden kann. Dies gelingt leichter bei Themen, die nicht das zentrale Gruppentabu berühren.
Warum werden manche Konflikte in Gruppen ignoriert?
Wenn sich ein persönlicher Konflikt mit dem Kernkonflikt der Gruppe deckt, entsteht oft eine „Skotomisierung“ (ein blinder Fleck), um den Gruppenzusammenhalt nicht zu gefährden.
Was ist der Konformitätszwang in Gruppen?
Es ist der Druck auf einzelne Mitglieder, sich der Mehrheit anzupassen, aus Angst vor Ausschluss oder Nicht-Dazugehören.
Wie erklärt die Psychoanalyse Gruppenkonflikte?
Konflikte entstehen oft aus dem Balanceakt zwischen dem Wunsch nach Homogenität (Gleichheit) und der notwendigen Differenz (Individualität) der Mitglieder.
Welche Phasen durchläuft eine Trainingsgruppe?
Die Entwicklung verläuft meist vom Konformitätszwang über die Klärung der Machtfrage bis hin zur Integration der unterschiedlichen Bedürfnisse.
- Quote paper
- M.A., staatl. gepr. Fotodesignerin Stefanie Graul (Author), 2011, Wann dient ein Konflikt der Reflexion bei selbstgesteuerten Gruppen und wann nicht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193209