Musikalische Begabung und musikalische Früherziehung, zwei Disziplinen die in ihrem speziellen Bezug zur Musik der Forschung der systematischen Musikwissenschaft angehören. Diese setzt sich bekanntlich aus verschiedenen Teilbereichen zusammen. Spätestens mit der Auseinandersetzung dieser verschiedenen Bereiche wird deutlich, dass die Begabtenforschung und pädagogische Bemühungen rund um die Erziehung nicht der gleichen Teildisziplin angehören. Hieraus ergibt sich für die vorliegende Arbeit folgende Fragestellung: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der musikalischen Begabung und der musikalischen Früherziehung und wenn ja, wie kann dieser im Einzelnen aussehen?
Um dieser Fragestellung gerecht zu werden, muss zunächst einmal geklärt sein, was eigentlich eine Begabung und speziell auch die musikalische Begabung ist. Hierbei tritt im Alltag immer wieder die für manch einen unerklärliche Tatsache auf: Zwei Pianisten, die die selbe musikalische Entwicklung, bei ein und demselben Lehrer für den gleichen Zeitraum teilten, spielen dessen zum Trotz verschieden. Man gewinnt den Eindruck, dem Einen fällt es etwas leichter als dem anderen und man würde dies wohl damit in Verbindung bringen, dass derjenige vermutlich eine Begabung für das Klavier spielen besitzt. Es steht außer Frage, dass in jedem Falle nur das Benennen aufgrund erbrachter Leistungen nicht ausreichen kann, um Begabung in all ihren Facetten zu erfassen. Da sich der wissenschaftliche Diskurs rund um die Begabung durch eine ungeheuere Begriffsvielfalt auszeichnet, soll der erste Teil meiner Arbeit dazu dienen, Aufschluss über diese Vielfalt und die unterschiedliche Nutzung des Terminus Begabung zu geben und klären, auf welchen Ebenen eine Begabung diagnostiziert werden kann.
In Hinblick auf die musikalische Begabung muss auf Grund der geschichtlichen Zusammenhänge auch näher auf den Begriff der Musikalität und der sich aus ihr schließenden Merkmale eingegangen werden. Ausdrücklich soll hier entgegen der oftmals in der Literatur äquivalenten Benutzung der Begriffe musikalische Begabung und Musikalität gearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begabung - musikalische Begabung - Begriffs- und Gegenstandsbestimmung
- Was versteht man unter Begabung
- Musikalische Begabung und Musikalität
- Exkurs: Musikalitätstests
- Begabung vererbt oder erlernbar? — Darstellung der Anlage- Umwelt Debatte
- Vererbungsthesen
- Anlage- Umwelteinflüsse
- Musikalische Entwicklungspsychologie
- Musikalischen Früherziehung
- Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis
- Anhang
- Angloamerikanische Begriffsverwendung
- Grafiken
- Abbildung 1: tabellarische Übersicht Musikalitätstests
- Abbildung 2: vier Stadien der musikalischen Entwicklung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Frage des Zusammenhangs zwischen musikalischer Begabung und musikalischer Früherziehung. Sie untersucht, ob und wie diese beiden Disziplinen miteinander in Verbindung stehen und welche Auswirkungen die frühe Förderung auf die Entwicklung musikalischer Begabungen hat.
- Begriffsdefinitionen von Begabung und musikalischer Begabung
- Analyse der Anlage-Umwelt-Debatte in Bezug auf musikalische Begabung
- Darstellung der musikalischen Entwicklungspsychologie im Kontext von Früherziehung
- Relevanz von Musikalitätstests zur Erfassung musikalischer Begabung
- Die Rolle der musikalischen Früherziehung bei der Entdeckung und Förderung musikalischer Begabungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen musikalischer Begabung und musikalischer Früherziehung. Kapitel 2 definiert die Begriffe Begabung und musikalische Begabung und beleuchtet die unterschiedlichen Perspektiven auf diese Konzepte. Es wird außerdem der Begriff der Musikalität und die Bedeutung von Musikalitätstests für die Begabungsforschung erläutert. Kapitel 3 setzt sich mit der Anlage-Umwelt-Debatte auseinander und untersucht, inwieweit genetische Veranlagung und Umwelteinflüsse die Entwicklung musikalischer Begabung beeinflussen. Das Kapitel 4 behandelt die musikalische Entwicklungspsychologie und stellt die Rolle der musikalischen Früherziehung in diesem Kontext dar.
Schlüsselwörter
Musikalische Begabung, Musikalität, Anlage-Umwelt-Debatte, Musikalische Entwicklungspsychologie, Musikalische Früherziehung, Musikalitätstests.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es einen Zusammenhang zwischen musikalischer Begabung und Früherziehung?
Ja, die Arbeit untersucht diesen Zusammenhang und zeigt, dass musikalische Früherziehung dabei helfen kann, vorhandene Begabungen frühzeitig zu entdecken und durch entsprechende Umwelteinflüsse zu fördern.
Ist musikalische Begabung vererbt oder erlernt?
Die Arbeit beleuchtet die Anlage-Umwelt-Debatte. Es wird davon ausgegangen, dass sowohl genetische Veranlagungen (Anlagen) als auch gezielte Förderung und Übung (Umwelt) eine entscheidende Rolle für die musikalische Entwicklung spielen.
Was ist der Unterschied zwischen Musikalität und musikalischer Begabung?
In der wissenschaftlichen Literatur werden diese Begriffe oft unterschiedlich verwendet. Musikalität beschreibt oft die allgemeine Empfänglichkeit für Musik, während Begabung das Potenzial für außergewöhnliche Leistungen in einem spezifischen Bereich (z. B. Instrumentenspiel) meint.
Wie sinnvoll sind Musikalitätstests?
Musikalitätstests dienen dazu, Teilaspekte der musikalischen Wahrnehmung objektiv zu messen. Sie können ein Baustein der Begabungsdiagnostik sein, erfassen jedoch nicht alle Facetten der künstlerischen Persönlichkeit.
Welche Rolle spielt die musikalische Entwicklungspsychologie?
Sie liefert Erkenntnisse darüber, in welchen Stadien Kinder musikalische Fähigkeiten entwickeln. Dieses Wissen ist die Grundlage für eine altersgerechte musikalische Früherziehung.
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- Sandra Bednorz (Author), 2011, Begabung und Förderung in der Musikerziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193196