Max Weber wird am 21. April 1864 im thüringischen Erfurt geboren. Im gleichen Jahr kommen zwei gesellschaftliche Strömungen zum Tragen, mit denen sich Weber im Laufe seines Lebens beschäftigt. Zum einen der Marxismus, der im September in London durch Karl Marx und Friedrich Engels in der Ersten Internationalen gegründet wird. Und zum anderen durch Papst Pius IX, der im Dezember seinen Kreuzzug gegen Liberalismus und Nationalismus vor dem Hintergrund der italienischen Nationalbewegung beginnt. Max Weber stammt aus einer wohlhabenden Familie. Sein Vater war Abgeordneter im preußischen Reichstag, sodass Max Weber bereits in jungen Jahren häuslichen Kontakt mit Politikern und Gelehrten wie Wilhelm Dilthey und Rudolf von Bennigsen hat. Seine Schulzeit, die er mit dem Abitur 1882 beendet, langweilt ihn eher, sodass er sich lieber mit der antiken Klassik, der Philosophie und geschichtlichen Themen befasst. Er studiert in Heidelberg Jura und promoviert im Alter von 25 Jahren. Anschließend habilitiert er über „ die Römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht“. Gleichzeitig schreibt er im Auftrag des Vereins für Socialpolitik, dem er seit 1888 angehört, einen 900 Seiten langen Bericht über die „Landarbeiter-Enquete“, der ihm wohlmöglich einen Ruf über Berlin hinausreichend ermöglicht. 1893 hält er um die Hand seiner Großnichte Marianne Schnitger einer Frauenrechtlerin und Schriftstellerin an und wird zeitlebens von dieser geprägt. Bereits ein Jahr später nimmt Weber im Alter von 29 Jahren einen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre in Freiburg an. Zwei Jahre später folgt ein Lehrstuhl für Soziologie in Heidelberg. Dort lehrt er von 1893-1899. Er erleidet dann allerdings seinen ersten Zusammenbruch und muss nach kurzer Zeit von seinem Lehrauftrag komplett zurücktreten. Er wird in eine Nervenheilanstalt eingeliefert, die ihm eine „psychische Impotenz“, eine schwere Neurose bescheinigt. Ob nun eine Arbeitsüberlastung, fehlender Ausgleich oder Beziehungsprobleme mit Vater und Ehefrau für diese Krankheit verantwortlich sind kann und wird nie ganz geklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Biografie
- Allgemeine Soziologie und soziales Handeln als Kern
- Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
- Werturteilsfreiheit
- Max Weber im 21. Jahrhundert
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit Leben und Werk von Max Weber und beleuchtet seine zentralen soziologischen Konzepte und Einflüsse auf die moderne Gesellschaft.
- Webers Biografie und seine akademischen Leistungen
- Soziale Handlungstheorie und ihre Bedeutung für die Soziologie
- Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
- Webers Konzept der Werturteilsfreiheit
- Die Relevanz von Webers Werk für die Gegenwart
Zusammenfassung der Kapitel
1. Biografie
Das Kapitel beleuchtet die Biografie von Max Weber, beginnend mit seiner Geburt in Erfurt und seinem familiären Hintergrund. Es schildert Webers akademische Laufbahn, seine frühen Forschungen und den Einfluss der politischen und gesellschaftlichen Strömungen seiner Zeit auf seine Arbeit. Des Weiteren wird Webers psychischer Zusammenbruch und seine spätere Rückkehr in die Lehre behandelt.
2. Allgemeine Soziologie und soziales Handeln als Kern
Im zweiten Kapitel wird Webers Definition von Soziologie und sein zentrales Konzept des sozialen Handelns dargestellt. Es werden die vier Motive des Handelns (zweckrational, wertrational, affektuell und traditional) erläutert und die Bedeutung von sozialen Beziehungen und Ordnung für Webers Theorie verdeutlicht.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Max Weber?
Max Weber (1864–1920) war ein bedeutender deutscher Soziologe und Nationalökonom, der als einer der Gründerväter der modernen Soziologie gilt.
Was ist der Kern von Webers Theorie des sozialen Handelns?
Weber definiert Soziologie als eine Wissenschaft, die soziales Handeln deutend verstehen und ursächlich erklären will. Er unterscheidet vier Handlungsmotive: zweckrational, wertrational, affektuell und traditional.
Was thematisiert das Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“?
In diesem Werk untersucht Weber den Zusammenhang zwischen religiösen Dogmen (insbesondere des Calvinismus) und der Entstehung der modernen kapitalistischen Wirtschaftsweise.
Was versteht Weber unter „Werturteilsfreiheit“?
Es ist das Postulat, dass Wissenschaftler in ihrer Forschung Fakten von persönlichen Werten und politischen Überzeugungen trennen sollten.
Warum ist Max Webers Werk auch im 21. Jahrhundert noch relevant?
Seine Analysen zur Bürokratie, zur Herrschaftssoziologie und zur Rationalisierung der Welt liefern weiterhin wichtige Erklärungsansätze für moderne gesellschaftliche Prozesse.
- Quote paper
- Philipp Müller (Author), 2008, Max Weber: Leben und Werk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192885