„Mit dem Begriff der Lüneburger Heide verbinden viele Menschen unwillkürlich ein ganz bestimmtes Landschaftsbild: weite rosarot blühende blühende Heideflächen ziehen sich über ein sanft bewegtes Gelände dahin, nur unterbrochen von sommerheißen Sandwegen, Birkenalleen und malerischen Wacholdergruppen. Bienengesumm erfüllt die Luft und Schnuckenherden streben ihren heidplaggengedeckten Ställen zu. Kulissenartig angeordnete Waldstücke im Hintergrund verleihen dieser Landschaft den Charakter eines großen Parkes.“ (VÖLKSEN 1984:7).
Dieses Zitat von VÖLKSEN beschreibt die Lüneburger Heide, wie sie vom Tourismus angepriesen wird. Es stellt eine bezaubernde atemberaubende Landschaft dar. Aber wie ist diese Landschaft eigentlich entstanden?
Ich versuche in dieser Hausarbeit dieser Frage nachzugehen, und gebe zunächst einen Definition zu den Begriffen „Geomorphologie“ und „Heide“ an, gebe anschließend einen groben Überblick zur Lage und Abgrenzung der Lüneburger Heide und befasse mich dann mit der Entstehung dieser Region. Ich wende mich dabei zunächst auf die eiszeitlichen Faktoren und befasse mich danach mit dem Einfluss des Menschen auf dieses Gebiet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Was ist Geomorphologie?
2. Zum Begriff der Heide
3. Lage und Abgrenzung der Lüneburger Heide
4. Enstehung der Lüneburger Heide
4.1 Die Lüneburger Heide - Eiszeitlich geprägt
4.2 Einfluss des Menschen auf die Lüneburger Heide
4.2.1. Die Heidelandschaft in vor- und frühgeschichtlicher Zeit
4.2.2. Landschaftsentwicklung im Mittelalter
4.2.3. Landschaftsverändernde Einflüsse zur Beginn der Neuzeit
4.2.4. Die Heidewirtschaft und ihr landschaftsprägender Einfluss
4.2.5. Aufforstungen der Wälder Ende des 19. Jahrhunderts und Erhaltung der Heidelandschaft
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Entstehung der Lüneburger Heide als eine durch geologische Prozesse und anthropogene Eingriffe geformte Kulturlandschaft. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie sich die Region von einer eiszeitlich geprägten Naturlandschaft hin zu der vom Menschen beeinflussten Heidelandschaft entwickelt hat.
- Geomorphologische Grundlagen der Lüneburger Heide
- Etymologische Herleitung des Begriffs Heide
- Eiszeitliche Reliefprägung der norddeutschen Region
- Historische Entwicklung durch menschliche Landnutzung und Plaggenwirtschaft
- Schutz und Erhaltung der Kulturlandschaft in der Moderne
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Die Heidelandschaft in vor- und frühgeschichtlicher Zeit
Als die eiszeitlichen Gletscher abzuschmelzen begannen und sich eine Tundrenlandschaft in Mitteleuropa ausbreitete, griff der Mensch bereits bis zu einem gewissen Grade in die Entwicklung dieser Region ein. Erste Spuren einer Besiedlung durch Rentierjäger lassen sich ca. 50.000 Jahre zurückverfolgen. So kann man sagen, dass es eine völlig unberührte „Urlandschaft“ gerade in den norddeutschen Geestgebieten nach der Eiszeit vermutlich nie gegeben hat.
Spätestens mit dem Beginn der jüngeren Steinzeit (ca. 4500 v. Chr.) nahm der bis dato unbedeutende landschaftsverändernde Einfluss des Menschen erheblich zu. So entstanden erste primitive Formen des Waldackerbaus und der Viehzucht, welche die vorhandenen Laub-Mischwaldgesellschaften merklich zu verändern. Das Weidewachstum wurde durch die Beweidung und die Rodung sehr begünstigt. So nahm die Expansion der Zwergstrauchheide auf Kosten des Waldes hier ihren Anfang (VÖLKSEN 1984:12).
In der Bronzezeit (ca. 1500 v. Chr.) war die Zwergstrauchheide ein wesentlicher Bestandteil der Pflanzendecke in der Lüneburger Heide. Bereits in der Eisenzeit, also 500 v. Chr. Waren schon nennenswerte Teile Nordwestdeutschlands von Heide bedeckt. Indizien zur betriebenen Viehzucht geben archäologische Funde von Rinder- und Schweineherden, Ziegen, sowie Schafen und Pferden.(VÖLKSEN 1984:13)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in das Bild der Lüneburger Heide ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der natürlichen und menschlichen Entstehungsfaktoren.
1. Was ist Geomorphologie?: Dieses Kapitel definiert die Geomorphologie als Teilgebiet der Physischen Geographie und beschreibt deren Fokus auf Formbildungsprozesse durch natürliche und anthropogene Einwirkungen.
2. Zum Begriff der Heide: Der Begriff wird etymologisch hergeleitet und seine historische Bedeutungswandlung von unbewohntem Land hin zur Einöde erläutert.
3. Lage und Abgrenzung der Lüneburger Heide: Es erfolgt eine geographische Einordnung als Diluviallandschaft sowie eine Differenzierung in fünf spezifische Teillandschaften.
4. Enstehung der Lüneburger Heide: Dieses Hauptkapitel untersucht die geologische Formung durch eiszeitliche Prozesse sowie die tiefgreifende kulturelle Überprägung durch den Menschen.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass es sich bei der Lüneburger Heide primär um eine Kulturlandschaft handelt, deren Erhalt durch Naturschutzbemühungen gesichert werden soll.
Schlüsselwörter
Lüneburger Heide, Geomorphologie, Eiszeit, Kulturlandschaft, Plaggenwirtschaft, Heidschnucken, Landnutzung, Altmoränengebiet, Waldweide, Siedlungsgeschichte, Naturschutz, Norddeutschland, Landschaftsveränderung, Zwergstrauchheide, Humusentzug.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehung der Lüneburger Heide unter Berücksichtigung sowohl naturräumlicher als auch durch den Menschen verursachter Einflüsse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen geomorphologische Grundlagen, die eiszeitliche Entstehung des Reliefs sowie die historische Landnutzung durch den Menschen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie die Lüneburger Heide als Landschaftsraum geologisch entstanden ist und wie menschliches Handeln über Jahrtausende zur heutigen Ausprägung beigetragen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geographische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender naturwissenschaftlicher Daten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der eiszeitlichen Prägung und die detaillierte Analyse der anthropogenen Eingriffe vom Mittelalter bis zur Neuzeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kulturlandschaft, Plaggenwirtschaft, Eiszeiten und Altmoränengebiet charakterisiert.
Warum wird die Lüneburger Heide heute als Kulturlandschaft und nicht als Naturlandschaft bezeichnet?
Der Autor argumentiert, dass das heutige Landschaftsbild maßgeblich durch jahrhundertelange menschliche Aktivitäten, wie die Plaggenwirtschaft und Beweidung, und nicht allein durch geologische Prozesse geformt wurde.
Welche Rolle spielte die Plaggenwirtschaft für die Entstehung der heutigen Heideflächen?
Die Plaggenwirtschaft entzog dem Boden durch das Abtragen der Humusschicht kontinuierlich Nährstoffe, was das Wachstum von anspruchslosen Heidepflanzen begünstigte und die Ausbreitung der Heide zulasten des Waldes förderte.
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- Sören Jensen (Author), 2012, Die Lüneburger Heide - Entstehung durch Natur und Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192359