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Soziale Frage in einem Unternehmen zur Zeit der Industrialisierung am Beispiel der Firma Krupp in Essen von 1850 bis 1887

Spezielle Firmenphilosophie eines Großindustriellen

Title: Soziale Frage in einem Unternehmen zur Zeit der Industrialisierung am Beispiel der Firma Krupp in Essen von 1850 bis 1887

Pre-University Paper , 2010 , 14 Pages , Grade: Sehr Gut

Autor:in: Felix Brachaczek (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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In meiner Facharbeit habe ich mit dem Thema „ Die Soziale Frage in einem Unternehmen zur Zeit der Industrialisierung am Beispiel der Firma Krupp in Essen von 1850 bis 1887“ auseinandergesetzt. Mich hat immer schon die Thematik der Sozialpolitik zur Zeit der Industrialisierung interessiert und da das Unternehmen Krupp für seine firmeneigene „ Wohlfahrtspolitik“ bekannt war, habe ich entschieden, diese unternehmerische Lösung der sozialen Frage zu untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Kurzer Überblick über die Firmengeschichte unter der Führung Alfred Krupps

3. Entwicklung des Krupp’schen Sozialsystems

3.1 Versicherungen

3.1.1 Krankenkassen

3.1.2 Pensionskassen

3.2 soziale Einrichtungen

3.3 Wohnungen

3.4 Konsumanstalten

3.5 Unterricht und Bildung

4. Kritische Beurteilung und Fazit Krupp’schen Sozialsystem : echte Fürsorge oder Methode zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit?

4.1 Die Kruppsche „Wohlfahrtspolitik“ und das Arbeiter–Unternehmer-Verhältnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die betriebliche Sozialpolitik der Firma Krupp in Essen zwischen 1850 und 1887. Dabei wird analysiert, inwieweit die Maßnahmen Alfred Krupps eine echte soziale Fürsorge darstellten oder primär eine strategische Methode zur Erhöhung der betrieblichen Wirtschaftlichkeit und Bindung der Arbeiter an das Unternehmen waren.

  • Analyse der historischen Entwicklung der Firma Krupp unter Alfred Krupp.
  • Detaillierte Untersuchung des Krupp’schen Sozialsystems (Versicherungen, Wohnungsbau, Bildung).
  • Kritische Reflexion des Arbeiter-Unternehmer-Verhältnisses im 19. Jahrhundert.
  • Untersuchung der firmeneigenen „Wohlfahrtspolitik“ als Instrument zur Disziplinierung und Bindung.
  • Kontroverse Bewertung zwischen patriarchalischer Fürsorge und unternehmerischem Kalkül.

Auszug aus dem Buch

Die Kruppsche „Wohlfahrtspolitik“ und das Arbeiter–Unternehmer-Verhältnis

Um die praktische Umsetzung der Krupp’schen Wohlfahrtspolitik beurteilen zu können, muss man sich zunächst das Arbeiter-Unternehmer-Verhältnis vor Augen führen. Doch gerade dieses Verhältnis wird in der Literatur sehr gegensätzlich dargestellt.

Nach dem von der Firma Krupp vermittelten Bild beruhe das Verhältnis zwischen der Firmenleitung und seinen Beschäftigten auf einer familiären Beziehung. So heißt es beispielsweise in einem Gedenkblatt für seine Arbeiter im Jahre 1887 zu Ehren von Alfred Krupp: Er sei, „ wie ein Vater zu seinen Kindern“, „der bei aller seiner vielen und großen Arbeit doch immer ein warmes, stets mitfühlendes Herz für seine Arbeiter bewahrte“.

Es ist weitgehend schwierig die Beziehung aus Sicht der Arbeiterschaft zu analysieren, da es dafür keine direkten Zeugnisse gibt. Anders formuliert bleibt die kruppsche Arbeiterschaft „in ihrer breiten Masse weitgehend stumm.“ Man kann daher nur versuchen, ihre Reaktionen auf sozialpolitische Maßnahmen Alfred Krupps zu interpretieren.

Bis in die 1850 Jahre trugen die Beziehungen noch sehr persönliche Züge eines Meister-Gesellen-Verhältnisses. Dies geht aus Äußerungen ehemaliger Kruppianer hervor: „[…]der Firmenchef erscheine regelmäßig im Betrieb und wechselte mit vielen Arbeitern freundschaftliche und anerkennende Worte“.

Das oben beschriebene, fast familiäre Verhältnis zwischen Alfred Krupp und seinen Arbeitern, welches von Firmengründung bis ca. in die 1850 Jahre andauerte, änderte sich ab diesem Zeitpunkt zunehmend. „Diese Entwicklung ist durch drei Stichworte zu kennzeichnen: Entpersönlichung der Arbeitsverhältnisse, zunehmende Anonymisierung der Arbeit und des Arbeiters und eine schärfere Disziplinierung im Zuge wachsender Hierarchisierung und Bürokratisierung.“ Jedoch ist bei einer solchen Entwicklung zu beachten, dass sie sich bei der enormen Expansion der Unternehms unmöglich aufhalten lässt. Während sich bei 100 Arbeitern (ca.1850) ein Meister-Gesellen-Verhältnis aufrecht erhalten lässt, ist dies bei mehren tausend Arbeitern nicht mehr möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsthema vor, erläutert die Ambivalenz der Krupp’schen Sozialpolitik und definiert den zeitlichen sowie räumlichen Rahmen der Untersuchung.

2. Kurzer Überblick über die Firmengeschichte unter der Führung Alfred Krupps: Das Kapitel beschreibt den Aufstieg der Firma Krupp vom kleinen Betrieb zum industriellen Großunternehmen, getrieben durch technologische Innovationen und die Expansion in der Rüstungsindustrie.

3. Entwicklung des Krupp’schen Sozialsystems: Hier werden die verschiedenen Säulen der betrieblichen Sozialleistungen detailliert erläutert, darunter das Versicherungswesen, die Wohnungsbauprojekte und das unternehmenseigene Bildungswesen.

4. Kritische Beurteilung und Fazit Krupp’schen Sozialsystem : echte Fürsorge oder Methode zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit?: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen patriarchalischem Führungsanspruch und wirtschaftlicher Notwendigkeit bei der Gestaltung des Arbeiter-Unternehmer-Verhältnisses.

Schlüsselwörter

Krupp, Industrialisierung, Soziale Frage, Wohlfahrtspolitik, Arbeiter-Unternehmer-Verhältnis, Alfred Krupp, Betriebskrankenkasse, Pensionskasse, Werkswohnungen, Konsumanstalten, industrielle Sozialpolitik, Firmengeschichte, Patriarchalismus, Essen, Gussstahlfabrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der betrieblichen Sozialpolitik des Unternehmens Krupp in Essen während der Industrialisierung zwischen 1850 und 1887.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Gründung von Versicherungen, der Bau von Werkswohnungen, die Konsumanstalten und das betriebliche Bildungswesen sowie deren Funktion als Instrumente der Mitarbeiterbindung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu beleuchten, ob Alfred Krupp durch seine Sozialpolitik vornehmlich uneigennützige Fürsorge ausübte oder ob das System primär der Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz und der Disziplinierung der Arbeiter diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene historische Perspektiven gegenübergestellt, verglichen und bewertet werden, um die Kontroversen um die „Krupp’sche Wohlfahrtspolitik“ aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss der Firmengeschichte, die detaillierte Darstellung der einzelnen sozialen Einrichtungen sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen der Firmenleitung und der Arbeiterschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Industrialisierung, Soziale Frage, Wohlfahrtspolitik, Krupp, soziale Fürsorge und betriebliche Bindung.

Wie bewertet der Autor das „vaterländische“ Verhältnis zwischen Krupp und seinen Arbeitern?

Der Autor stellt fest, dass das familiäre Bild in der Literatur kontrovers diskutiert wird und insbesondere mit zunehmender Unternehmensgröße einer Entpersönlichung, Bürokratisierung und einer strengen Kontrolle des Privatlebens der Arbeiter wich.

Welche Bedeutung hatten die Konsumanstalten für die Firma Krupp?

Sie dienten einerseits als günstige Versorgungsmöglichkeit für die Arbeiter, fungierten aber gleichzeitig als Instrument zur betrieblichen Bindung, da sie ausschließlich Werksangehörigen vorbehalten waren.

Warum stand Alfred Krupp dem politischen Engagement seiner Arbeiter kritisch gegenüber?

Krupp sah in sozialdemokratischen Bestrebungen eine Bedrohung für die betriebliche Stabilität und erwartete stattdessen absolute Loyalität und Konzentration auf das „private“ Familienleben, um eine Unterwanderung durch politische Strömungen zu verhindern.

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Details

Title
Soziale Frage in einem Unternehmen zur Zeit der Industrialisierung am Beispiel der Firma Krupp in Essen von 1850 bis 1887
Subtitle
Spezielle Firmenphilosophie eines Großindustriellen
Grade
Sehr Gut
Author
Felix Brachaczek (Author)
Publication Year
2010
Pages
14
Catalog Number
V191934
ISBN (eBook)
9783656217770
ISBN (Book)
9783656218289
Language
German
Tags
Alfred Krupp Krupp Sozialpolitik Industrialisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Brachaczek (Author), 2010, Soziale Frage in einem Unternehmen zur Zeit der Industrialisierung am Beispiel der Firma Krupp in Essen von 1850 bis 1887, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191934
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