In Anknüpfung an die Terroraktivitäten der rechtsextremen NSU-Bande und der öffentlichen Reaktionen herauf, werden in dem Essay die zentralen Prämissen des sich hierauf beziehenden Diskurses herausgearbeitet und als falsch bzw.ideologisch kritisiert.Auf dem Hintergrund dieser Analyse werden neuere Gefahrenpotentiale des Rechtsextremismus in der BRD analysiert und Möglichkeiten der Prävention gegen Rechtsextremismus konkretisiert.
Inhaltsverzeichnis
- I. EINLEITUNG
- II. Blindheiten und Blickfehler im öffentlichen Diskurs
- 1. Die erste Prämisse unterstellt gewissermaßen als selbstverständlich, dass der eigentliche Sinn der Rechtsextremismusbekämpfung in der Lösung und Tilgung dieses Problem-Phänomens besteht.
- 2. Die zweite Prämisse in der gegenwärtigen Debatte ist, wie oben bereits angesprochen, die sachlich falsche Annahme, das Phänomen rechtsradikalen Terrors sei in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik historisch neu!
- 3. Schließlich geht es um die dritte Prämisse, die die Gewalt als das entscheidende Thema in der Rechtsextremismusdebatte festlegt.
- III. Potentiale rechtsextremer Gefährdungen
- IV. Optionen der präventiven Rechtsextremismusbekämpfung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay analysiert die aktuelle Rechtsextremismusdebatte und kritisiert gängige Prämissen als ideologisch und problematisch. Er zeigt auf, dass die Diskussion häufig von Fehlannahmen geprägt ist, die eine effektive Bekämpfung des Rechtsextremismus behindern. Darüber hinaus werden die Potentiale rechtsextremer Gefährdungen beleuchtet und Optionen für eine präventive Rechtsextremismusbekämpfung aufgezeigt.
- Kritik gängiger Prämissen in der Rechtsextremismusdebatte
- Aufzeigen der ideologischen Konstrukte in der öffentlichen Diskussion
- Analyse der Potentiale rechtsextremer Gefährdungen
- Optionen für eine präventive Rechtsextremismusbekämpfung
- Die Notwendigkeit einer sachlich qualifizierten und strategisch-analytischen Auseinandersetzung mit dem Thema.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung des Essays beleuchtet die aktuelle Rechtsextremismusdebatte im Kontext der Morde des „Zwickauer Mordtrios“. Im zweiten Teil des Essays werden drei Prämissen der Rechtsextremismusdebatte als falsch bzw. ideologisch kritisiert. Es geht um die Unterstellungen der Auflösbarkeit des Rechtsextremismus, der Neuheit rechtsextremen Terrors und der Bewertung rechtsextremer Gewalthandlungen als entscheidendes Thema der Rechtsextremismusbekämpfung. Der dritte Teil beschreibt die Potentiale rechtsextremer Gefährdungen, darunter das erschreckende Ausmaß rechtsextremer Einstellungsmuster in der Bevölkerung, die politischen Organisationspotentiale des Rechtsextremismus und die Normalisierung des Rechtsextremismus im gemeindlichen Kontext.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Prämissen, Ideologie, Blindheiten, Blickfehler, Potentiale, Gefährdung, Normalisierung, Prävention, öffentliche Debatte, politische Debatten, Mordtrio, Zwickau, NSU, Gewalttaten, Terror, Mordanschläge, Kontinuität, V-Leute, Staatsschutz, Sicherheitsbehörden.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt der NSU in diesem Essay?
Die Terroraktivitäten der NSU-Bande dienen als Ausgangspunkt, um Fehlannahmen und ideologische Blindheiten im öffentlichen Diskurs über Rechtsextremismus zu kritisieren.
Ist rechtsextremer Terror in der BRD ein neues Phänomen?
Nein, der Essay kritisiert die Annahme, rechtsradikaler Terror sei historisch neu, und weist auf die Kontinuität solcher Gewalt in der Nachkriegsgeschichte hin.
Was wird an der aktuellen Rechtsextremismusbekämpfung kritisiert?
Kritisiert wird unter anderem die Prämisse, dass das Problem allein durch Tilgung gelöst werden könne, sowie die einseitige Fixierung auf physische Gewalt als einziges Thema.
Welche Gefahrenpotentiale werden analysiert?
Die Arbeit warnt vor der Normalisierung rechtsextremer Einstellungsmuster in der breiten Bevölkerung und der politischen Organisationskraft der Szene auf Gemeindeebene.
Welche Optionen zur Prävention werden vorgeschlagen?
Es wird eine sachlich qualifizierte und strategisch-analytische Auseinandersetzung gefordert, die über bloße moralische Empörung hinausgeht.
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- Diplom-Soziologe, Dr. phil. Michael Seifert (Author), 2012, Aspekte des heutigen Rechtsextremismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191691