Die Republik Südafrika gilt oftmals als Vorbild für andere Staaten des afrikanischen Kontinents. Die Wirtschaftsleistung ist die höchste des Landes und das demokratische politische System scheint seit den ersten allgemeinen freien Wahlen 1994 gut zu funktionieren. Südafrika hat sich somit nach dem Ende des rassistischen System der Apartheid, gemessen an liberalen demokratischen Standards, absolut positiv entwickelt.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Mediensystem des Landes. Als ein solches Mediensystem wird hier ein Konstrukt gesehen, auf das ökonomische, politische, soziale und kulturelle Gegebenheiten einfließen.1 Dabei wird zum einem der Frage nachgegangen, wie sehr neben der politischen auch eine mediale Transformation von statten ging. Dabei ist vor allem der rechtliche Rahmen interessant; das heißt inwieweit man von einem freiem Mediensystem sprechen kann oder ob es Einschränkungen gibt. Zum anderem sollen grundlegende Charakteristika des südafrikanischen Mediensystems beschrieben und analysiert werden. Dabei werden auch die einzelnen Subsysteme näher erläutert.
Hauptfokus dieses Forschungsberichtes ist jedoch die Programmanalyse der zwei reichweitenstärksten TV-Sender, sowie eine Inhaltsanalyse zweier südafrikanischen Tageszeitungen. Untersuchungszeitraum war dabei eine volle Woche im Dezember 2010. Die Ergebnisse dieser Inhaltsanalysen werden dabei beschrieben, erklärt und mit anderen Ländern, insbesondere Österreich, verglichen.
In einem letzten Punkt dieser Arbeit wird versucht, anhand der gesammelten Informationen, eine Typologisierung des südafrikanischen Mediensystems durchzuführen. Vorbild für diese sollen die von Hallin und Mancini entworfenen Gruppen Polarized Pluralist Model, Democratic Corporatist Model und Liberal Model.2 Da die Unterscheidungsmerkmale für diese Gruppen für westliche Staaten getroffen worden sind, bleibt abzuklären, wie sinnvoll eine solche Typologisierung für ein Entwicklungsland wie Südafrika ist. Auf jeden Fall sollen jedoch Vergleiche zu anderen Ländern aufgestellt und erklärt werden.
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1 Vgl. Thomaß, Mediensysteme im internationalen Vergleich, S. 17.
2Vgl. Hallin/Mancini, Comparing Media Systems, S.67.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Allgemeine Daten über Südafrika
- Das Mediensystem
- Entwicklung und rechtlicher Rahmen
- Die Sub-Systeme
- Inhaltsanalyse
- Forschungsdesign
- Ergebnisse der TV- Programmanalyse
- Ergebnisse der Zeitungs-Inhaltsanalyse
- Typologisierung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert das Mediensystem Südafrikas und untersucht die Transformationsprozesse nach dem Ende der Apartheid. Dabei geht sie der Frage nach, inwieweit eine mediale Transformation neben der politischen stattgefunden hat und welche rechtlichen Rahmenbedingungen für die Medienfreiheit bestehen. Die Arbeit beleuchtet auch die verschiedenen Subsysteme des südafrikanischen Mediensystems und vergleicht sie mit anderen Ländern, insbesondere Österreich.
- Entwicklung des Mediensystems nach der Apartheid
- Rechtlicher Rahmen und Medienfreiheit in Südafrika
- Charakteristika des südafrikanischen Mediensystems
- Inhaltsanalyse von TV-Sendern und Zeitungen
- Typologisierung des südafrikanischen Mediensystems
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung bietet einen Überblick über die Arbeit und stellt die Forschungsfragen vor. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit allgemeinen Daten über Südafrika, einschließlich der demographischen, wirtschaftlichen und politischen Situation. Das dritte Kapitel analysiert das Mediensystem Südafrikas, einschließlich seiner Entwicklung, des rechtlichen Rahmens und der verschiedenen Subsysteme. Das vierte Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer Inhaltsanalyse von TV-Sendern und Zeitungen, wobei die Schwerpunkte auf der Programmanalyse des SABC und e.tv. sowie der Inhaltsanalyse von The Star und The Citizen liegen. Das fünfte Kapitel befasst sich mit der Typologisierung des südafrikanischen Mediensystems anhand der von Hallin und Mancini entwickelten Modelle. Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf weitere Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Mediensystem, Südafrika, Apartheid, Transformation, Medienfreiheit, rechtlicher Rahmen, Subsysteme, Inhaltsanalyse, Programmanalyse, Typologisierung, Pluralist Model, Liberal Model, Democratic Corporatist Model, Hallin und Mancini.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat sich das Mediensystem Südafrikas nach der Apartheid verändert?
Nach 1994 fand eine tiefgreifende mediale Transformation statt, die das rassistische System durch einen liberalen demokratischen Rahmen ersetzte.
Gibt es in Südafrika echte Medienfreiheit?
Die Arbeit untersucht den rechtlichen Rahmen und analysiert, inwieweit das System heute als frei gelten kann oder ob es weiterhin Einschränkungen gibt.
Welche TV-Sender wurden in der Studie analysiert?
Der Fokus der Programmanalyse liegt auf den reichweitenstärksten Sendern SABC und e.tv.
Welchem Medientyp lässt sich Südafrika zuordnen?
Die Arbeit versucht eine Typologisierung anhand der Modelle von Hallin und Mancini (z.B. Liberal Model oder Polarized Pluralist Model).
Wie schneidet Südafrika im Vergleich zu Österreich ab?
Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse von Tageszeitungen (The Star, The Citizen) werden direkt mit europäischen Standards, insbesondere mit Österreich, verglichen.
- Quote paper
- Andreas Staggl (Author), 2011, Das Mediensystem Südafrikas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191407