Als ein Instrument des Gesundheitsmanagements liegt der Fokus dieser Arbeit auf das Gesundheitscoaching (GC). Wie sich zeigen wird, ist GC ebenso wie Coaching, ein vielseitig benutzter Begriff mit einer ebenso großen Methodenvielfalt.
Ziel dieser Arbeit ist es, GC von anderen Disziplinen abzugrenzen. Es soll geklärt werden, was GC ist und was es nicht ist. Es soll elaboriert werden, was es mit welchen Methoden zu leisten im Stande ist. Dabei steht es im Spannungsfeld zu dem, was in der Praxis angeboten wird und dem, was es theoretisch zu leisten vermag.
Im ersten Schritt der Arbeit werden Statistiken dargestellt, die die Problematik der Arbeitsausfälle beleuchten. Der Fokus liegt dabei auf psycho-sozialen Belastungserscheinungen und den betroffenen Personenkreisen. Im Ergebnis soll
die ökonomische Sinnhaftigkeit des ... Gesundheitscoachings dargestellt werden.
Im 2. Kapitel wird auf die Erhebungs- und Auswertungsmethode eingegangen. Hierbei handelt es sich um eine Form der Globalauswertung nach Legewie (1994).
Im dritten Schritt werden Gesundheit und Coaching definiert. Darüber hinaus soll der Versuch unternommen werden "Gesundheitscoaching" zu definieren. Der Begriff soll zunächst theoretisch hergeleitet werden (nhand der Modelle für Gesundheit und Coaching), um ihn dann mit dem zu vergleichen, wie der Begriff in der Praxis verstanden wird. Hierzu werden verschiedene Definitionen, zum Teil von privaten Unternehmen, analysiert. Monographiem mit dem Thema Gesundheitscoaching als Schwerpunkt sind vergleichsweise selten.
Es folgt die konzeptionelle Darstellung von Settings,
Methoden und Möglichkeiten des Gesundheitscoachings. Die Darstellungen münden in der Erstellung eines Gesundheitscoaching-Prozesses. Den theoretisch erarbeiteten Methoden, Zielen und Schwerpunktthemen werden dann die Ergebnisse einer Marktanalyse privater Anbieter für GC gegenübergestellt.
Als „Standardsituation“ (Lauterbach, 2008) von Gesundheitscoaching wird das Coaching im Kontext von Stress beschrieben. Daher ist das Schwerpunktthema im 5. Kapitel Stress. Hier sollen Konzepte für den Umgang mit Stress
aus den einflussreichsten Stresstheorien generiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Empirische Argumentation für das Gesundheitscoaching
1.1 Kosten krankheitsbedingter Arbeitsausfälle und betriebliches Gesundheitsmanagement
1.2 Neue Risiken für die Gesundheit in Unternehmen
1.3 Zwischenfazit
2. Methodik der Arbeit
2.1 Arbeit mit Booleschen Operatoren
2.2 Die Globalauswertung
3. Gesundheitscoaching
3.1 Gesundheit
3.1.1 Salutogenese und Kohärenzerfahrung
3.2 Coaching
3.2.1 Definitionen von Coaching
2.2.2 Differenzierung und Einsatz von Coaching
3.2.3 Methoden
3.3 Gesundheitscoaching
3.3.1 Theoretische Herleitung des Begriffes Gesundheits-Coaching
3.3.2 Analyse weiterer Definitionsansätze
3.3.3 Ziele und Zielgruppen des Gesundheitscoachings
4. Konzepte des Gesundheitscoaching in Theorie und Praxis.
4.1 Settings, Prozesse und Profession
4.2 Themenfelder im Gesundheitscoaching
4.3 Themenfelder anhand einer Marktanalyse
4.4 Ablauf und Coaching-Tools
4.5 Beispiele für Interventions-Tools
5. Stress als Standardsituation im Gesundheitscoaching
5. 1 Stresstheorien
5.2 Stressoren und Reaktionen
5.3 Stressbewältigung
6. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Gesundheitscoaching (GC) innerhalb der Erwachsenenbildung theoretisch zu verorten, von anderen Disziplinen abzugrenzen und dessen praktische Anwendung im Kontext betrieblicher Gesundheitsförderung zu untersuchen.
- Analyse der ökonomischen Relevanz von Gesundheitscoaching angesichts steigender krankheitsbedingter Arbeitsausfälle.
- Entwicklung eines fundierten Gesamtkonzepts für Gesundheitscoaching durch Integration salutogenetischer und biopsychosozialer Gesundheitsmodelle.
- Durchführung einer Marktanalyse zur Identifikation gängiger Schwerpunktthemen und Interventionsmethoden von Anbietern.
- Untersuchung von Stress als Standardsituation im Gesundheitscoaching sowie Ableitung konkreter Coaching-Tools zur Stressbewältigung.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Salutogenese und Kohärenzerfahrung
Eine weitere Entwicklung in Bezug auf die Integration der Gesundheitsmodelle in das GC ist dem israelischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1997) zu verdanken. Überrascht von der Fähigkeit des Menschen trotz der Konfrontation mit vielfältigen Gesundheitsrisiken gesund zu bleiben, entwickelte er das Konzept der Salutogenese und damit den Gegenpol zur Pathogenese (Antonovsky, 1997). „Das Konzept der Salutogenese wendet sich also den Prozessen zu, die Gesundheit fördern“ (Wülser, 2009, S.36). „Sie rührt aus dem Postulat, das Heterostase, Altern und fortschreitende Entropie die Kerncharakteristika aller lebenden Organismen sind“ (Antonovsky, 1997, S.29). Antonovsky fordert, nicht nach den Ursachen für eine Krankheit (oder Stressbelastungen) zu suchen, nicht zuletzt weil sich jene Suche als sehr schwierig erweisen würde, sondern sich zu fragen, woher die negative Entropie rührt und dem Organismus stattdessen zu helfen, Bewältigensstrategien zu entwickeln, um aktiv seine Umwelt zu adaptieren (vgl. Antonovsky, 1997, S.30).
Der Salutogenese liegt die Annahme zugrunde, dass Krankheit und Gesundheit nicht als Gegensätze, sondern als Kontinuum aufgefasst werden und der Mensch sich innerhalb des Kontinuum lokalisieren lässt (vgl. Ostermann, 2010, S.98). Die Position des Menschen auf dem Kontinuum ist zum einen von den äußeren Umständen abhängig, im Wesentlichen meint Antonovsky damit Stressbelastungen. Das individuelle Bewältigungsverhalten entscheidet dann, ob die Reaktionen auf diverse Belastungen gesundheitsschädlich, neutral oder gesundheitsförderlich sind. Das Bewältigungsverhalten (Coping) wiederum ist abhängig von den Widerstandsressourcen, die zum Beispiel aus materiellen, sozialen, körperlichen oder geistigen Faktoren generiert werden können (vgl. Antonovsky, 1997, S. 27).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Empirische Argumentation für das Gesundheitscoaching: Analyse von Statistiken zu krankheitsbedingten Arbeitsausfällen, die die Notwendigkeit und ökonomische Sinnhaftigkeit betrieblichen Gesundheitsmanagements und Gesundheitscoachings belegen.
2. Methodik der Arbeit: Erläuterung der angewandten Globalauswertung nach Legewie, ergänzt durch den Einsatz Boolescher Operatoren zur Optimierung der Internetrecherche und Marktanalyse.
3. Gesundheitscoaching: Theoretische Herleitung des Begriffs durch die Verknüpfung von Gesundheitsmodellen (Salutogenese) und Coaching-Konzepten, um ein ganzheitliches Verständnis für die Praxis zu entwickeln.
4. Konzepte des Gesundheitscoaching in Theorie und Praxis.: Übertragung klassischer Coaching-Ansätze auf das Gesundheitscoaching, inklusive Vorstellung eines 12-Schritte-Prozesses und diverser Interventionstools wie der Balanced Scorecard oder Gesundheitsmetaphern.
5. Stress als Standardsituation im Gesundheitscoaching: Darstellung relevanter Stresstheorien und Stressoren als Grundlage für die Entwicklung zielgerichteter Bewältigungskonzepte im Coaching-Prozess.
6. Schlussbetrachtungen: Zusammenfassung der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf die notwendige institutionelle Professionalisierung des Gesundheitscoachings.
Schlüsselwörter
Gesundheitscoaching, Coaching, Gesundheitsmanagement, Salutogenese, Stressbewältigung, betriebliche Gesundheitsförderung, Globalauswertung, Stress, Prävention, Kohärenzgefühl, Interventions-Tools, Führungskräftecoaching, Ressourcen, Arbeitsfähigkeit, biopsychosoziales Modell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des Gesundheitscoachings (GC) innerhalb der Erwachsenenbildung, leitet es theoretisch her und analysiert seine praktische Anwendung sowie Marktsituation im Kontext betrieblicher Gesundheitsförderung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf die ökonomische Argumentation für betriebliches Gesundheitsmanagement, die theoretische Definition von Gesundheit und Coaching, verschiedene Coaching-Methoden und -Prozesse sowie den Umgang mit Stress als häufigster Belastungssituation.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Begriff Gesundheitscoaching präzise zu definieren, ihn von anderen Disziplinen abzugrenzen und ein theoretisch fundiertes sowie in der Praxis anwendbares Gesamtkonzept für Führungskräfte und Organisationen zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der „Globalauswertung“ nach Legewie (1994), kombiniert mit Booleschen Operatoren, um eine systematische Marktanalyse von 22 Internet-Anbietern für Gesundheitscoaching durchzuführen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine empirische Begründung des Bedarfs, eine methodische Auswertung von Web-Angeboten, die theoretische Herleitung des Begriffs Gesundheitscoaching sowie die Vorstellung konkreter Interventions-Tools und Stresstheorien für die Coaching-Praxis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Salutogenese, Stressmanagement, biopsychosoziales Gesundheitsmodell, professionelle Prozessgestaltung, Interventions-Tools und die Abgrenzung zur Psychotherapie.
Wie wird das Kohärenzgefühl nach Antonovsky für das Gesundheitscoaching nutzbar gemacht?
Das Kohärenzgefühl, bestehend aus Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit, dient als Ansatzpunkt für den Coach, um Klienten zur Generierung eigener Widerstandsressourcen zu befähigen und so ihre Problemlösefähigkeit nachhaltig zu stärken.
Warum sieht die Arbeit Stress als „Standardsituation“ im Gesundheitscoaching?
Lauterbach (2008) bezeichnet Stress als Standardsituation, da er die häufigste Ursache für somatische Beschwerden bei Führungskräften ist und somit als zentraler Anknüpfungspunkt für präventive und intervenierende Coaching-Maßnahmen dient.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Michael Estel (Autor:in), 2011, Gesundheitscoaching - konzeptionelle Diskussion und Marktanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190297