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Gewaltanwendung durch rechtsextreme Organisationen in den Krisenjahren der Weimarer Republik (1919 - 1923)

Titel: Gewaltanwendung durch rechtsextreme Organisationen in den Krisenjahren der Weimarer Republik (1919 - 1923)

Hausarbeit , 2011 , 16 Seiten

Autor:in: Nils Wöhnl (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Weimarer Republik wurde in ihrer Anfangszeit von zahlreichen Unruhen, hervorgerufen durch
das Handeln der Mitglieder linker und rechter antirepublikanischer Parteien und Organisationen
erschüttert, so zum Beispiel durch den Kapp – Putsch im März 1920 und den anschließenden
Bürgerkrieg im Ruhrgebiet.
Betrachtet man den Zeitraum des „Zweiten Dreißigjährigen Krieges“ von 1914 – 1945 fällt Gewalt,
teilweise als offene kriegerische Handlung nach außen getragen, als bestimmende Konstante auf.
Im Rahmen dieser Arbeit soll der Fokus auf die Anwendung dieser durch Mitglieder rechtsextremer
Organisationen1 gerichtet sein, als Beispiele dienen Freikorps, Einwohnerwehren, die Schwarze
Reichswehr, der „Stahlhelm“ und die Organisation Consul.

(...)

Weiterhin soll die Aufmerksamkeit auf die Beweggründe und die Herkunft der Täter gerichtet sein.
In diesem Kontext stellen sich folgende Fragen: Wie wurde Gewalt überhaupt angewandt? Aus
welchen Gründen galt sie als legitimes Mittel und wer waren ihre Opfer?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zeit der Gewalt

2. Vorbedingungen

2.1. Prägendes bis 1919 – Mentalität des Kaiserreiches und Kriegserfahrung

2.2. Freikorps und Einwohnerwehren

3. Gewaltanwendung

3.1. „Ruhe und Ordnung“

3.2. Bekämpfung von Gegnern – Innerhalb und Außerhalb

3.2.1. Gewaltanwendung gegen politische Gegner

3.2.2. Gewaltanwendung gegen Angehörige der eigenen Organisation

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und die Ausübung politischer Gewalt durch rechtsextreme Organisationen, wie Freikorps und die Schwarze Reichswehr, in der frühen Phase der Weimarer Republik (1919–1923). Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, aus welchen Beweggründen Gewalt als legitimes Mittel eingesetzt wurde und wer die primären Zielgruppen dieser Übergriffe waren.

  • Die Rolle von Kriegserfahrungen und der Mentalität des Kaiserreiches als Wurzel der Radikalisierung.
  • Die Funktion paramilitärischer Verbände bei der Destabilisierung der jungen Weimarer Demokratie.
  • Die Rechtfertigungsmuster für Gewaltanwendung unter dem Deckmantel von „Ruhe und Ordnung“.
  • Die strategische Ausrichtung der Gewalt gegen politische Gegner und interne Abweichler („Verräter“).
  • Die Auswirkungen dieser Gewalt auf das Vertrauen in demokratische Institutionen und das politische Klima.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Gewaltanwendung gegen politische Gegner

Bedingt durch die schon bei ihrer Gründung festgelegte Doppelfunktion, nämlich dem „Schutz“ der durch polnische Verbände und Bolschewiki bedrohten Ostgrenze, bzw. des Baltikums und der „gewaltsamen Pazifizierung der Linken im Inneren“ konnten sich die Freikorpseangehörigen nach Erfüllung der erstgenannten Aufgabe vollständig dem Kampf gegen die Vertreter des linken politischen Spektrums widmen.

Offen auftretende rechtsextreme Verbände, z.B. der Stahlhelm und die Freikorps sahen schon seit ihrer Gründung die Parteien KPD, USPD und SPD inklusive ihrer Anhänger als Feinde an. Im Kampf um den öffentlichen Raum war Gewaltanwendung integraler Bestandteil der Vorgehensweise der Rechten, so wollte der Stahlhelm von Anfang an auch „mit der Waffe in der Hand“ für, wie bereits angesprochen, „Ruhe und Ordnung“ eintreten, also Anhänger linker Ideologien bekämpfen. Im Falle des Stahlhelms, der bereits im Dezember 1918 gegründet wurde, wird vor allem die Anwendung symbolischer Gewalt sichtbar. Als Mittel der Machtdemonstration wirkten militärisch anmutende Aufmärsche in der Öffentlichkeit sowie die jährliche Durchführung des „Reichsfrontsoldatentages“. Dieser Feiertag des Stahlhelms, an dem in der Endphase der Weimarer Republik ab 1930 bereits mehr als 100000 Menschen teilnahmen, schüchterte die demokratische Kräfte und die Linken ein, vermochte man doch, einen Tag lang den öffentlichen Raum der Stadt in welcher der „Reichsfrontsoldatentag“ abgehalten wurde zu besetzen.

Im „Freikorps Lüttwitz“ war man der Meinung „je schärfer das Mittel, desto schneller der Erfolg. [...] Die schärferen Mittel die humaneren.“ Anhand dieser Beispiele tritt eine Art „kämpferischer Mentalität“ hervor, die auch Besitz von Vertretern des linken politischen Spektrums ergriff. Schnell hatte sich so ein „unausgesprochener Konsens über die Legitimität von Gewalt in die politische Kultur eingefressen.“ Die sich entfaltende latente Gewalt sollte kennzeichnend für das Deutschland der 1920iger Jahre werden. Innerhalb dieses öffentlichen Klimas war es frustrierten jungen Männern möglich ein Ventil zu finden um ihre aufgestauten Aggressionen zu entladen. Die Straße diente dabei als Arena.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zeit der Gewalt: Dieses Kapitel führt in die politisch instabile Anfangsphase der Weimarer Republik ein und definiert den Fokus auf die Gewaltanwendung durch rechtsextreme Organisationen.

2. Vorbedingungen: Hier werden die mentalen und sozialen Voraussetzungen beleuchtet, die durch Kriegserfahrungen und das Erbe des Kaiserreiches die Entstehung paramilitärischer Verbände begünstigten.

3. Gewaltanwendung: Dieses Kernkapitel analysiert die strategische Nutzung von Gewalt, sowohl nach außen gegen politische Gegner als auch intern zur Disziplinierung der eigenen Mitglieder.

4. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst zusammen, wie das politische Klima der Zeit durch die Gewaltanwendung nachhaltig destabilisiert und das Vertrauen in die Demokratie untergraben wurde.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Rechtsextremismus, Freikorps, Schwarze Reichswehr, Politische Gewalt, Fememorde, Militarisierung, Radikalisierung, Paramilitär, Staatsfeindlichkeit, Kriegserfahrung, Stahlhelm, Politische Gegner, Demokratiegefährdung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Phänomen der politischen Gewalt durch rechtsextreme Gruppierungen wie Freikorps und die Schwarze Reichswehr während der Krisenjahre der Weimarer Republik zwischen 1919 und 1923.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Schwerpunkte sind die historischen Vorbedingungen, die Ideologie der Gewaltanwendung, die Rolle ehemaliger Frontsoldaten sowie die Auswirkungen dieser Gewalt auf die junge demokratische Ordnung.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Analyse?

Das Ziel ist es, die Beweggründe und Legitimationsstrategien der Täter zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie Gewalt im öffentlichen Raum als politisches Mittel normalisiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit genutzt?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von einschlägiger Sekundärliteratur zur Geschichte und Soziologie der frühen Weimarer Republik und ihrer politischen Extremismen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Vorbedingungen, die Analyse der Gewaltformen gegen politische Gegner (z.B. durch den Stahlhelm) sowie die interne Gewaltanwendung gegen vermeintliche Verräter in geheimen Strukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Weimarer Republik, Rechtsextremismus, Politische Gewalt, Freikorps, Fememorde und Radikalisierung.

Welche Rolle spielte die sogenannte „Schwarze Reichswehr“ bei der Gewaltanwendung?

Die Schwarze Reichswehr agierte illegal und nutzte Gewalt als Mittel zur internen Disziplinierung und Beseitigung von Verrätern, um die strikte Geheimhaltung ihrer Aktivitäten sicherzustellen.

Warum wurde die Straße in der Weimarer Republik zur „Arena“ für Gewalt?

Die Straße diente als öffentlicher Raum, in dem durch militärisch anmutende Aufmärsche und symbolische Gewalt Macht demonstriert und politische Gegner eingeschüchtert werden konnten.

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Details

Titel
Gewaltanwendung durch rechtsextreme Organisationen in den Krisenjahren der Weimarer Republik (1919 - 1923)
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Autor
Nils Wöhnl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V190013
ISBN (eBook)
9783656143918
ISBN (Buch)
9783656144397
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weimar Weimarer Republik Deutschland Rechte Rechtsextremismus Gewalt Stahlhelm Freikorps
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nils Wöhnl (Autor:in), 2011, Gewaltanwendung durch rechtsextreme Organisationen in den Krisenjahren der Weimarer Republik (1919 - 1923), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190013
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Leseprobe aus  16  Seiten
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