Die Zeit und die Umstände, unter denen Thomas Mann seinen Roman „Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde“ verfasste, waren für ihn geprägt von den Folgen der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland. Hier sind zum einen der Zweite Weltkrieg und dessen bis dato unbekannte und unvorstellbare Ausmaße, zum anderen aber auch das eigene, erzwungene Exil Manns in den USA zu nennen. Dass diese Zeitumstände und deren Vorgeschichte ihren Weg in den Roman finden sollten, stand für Thomas Mann von Beginn seiner Arbeit an fest. So schrieb er in „Die Entstehung des Doktor Faustus“ zur Konzeption des Romans: „Dies eine Mal wußte ich, was ich wollte und was ich mir aufgab: nichts Geringeres als den Roman meiner Epoche, verkleidet in die Geschichte eines hochprekären und sündigen Künstlerlebens.“
Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit einem Aspekt dieser Epoche beschäftigen, nämlich mit dem im Roman zum Ausdruck kommenden Deutschlandbild des Autors, vor allem aber mit seiner Einstellung zum Nationalsozialismus, in dem dieses Bild seinen Kulminationspunkt findet.
Dazu soll zunächst auf die Beziehungen zwischen dem im Exil lebenden Mann und dem unter nationalsozialistischer Herrschaft stehenden Deutschland eingegangen werden, bevor in einem nächsten Schritt persönliche Übereinstimmungen zwischen dem Autor und dem Erzähler des „Doktor Faustus“, Serenus Zeitblom, gefunden werden sollen. Darauf aufbauend soll dann dessen Einstellungen zur nationalsozialistischen Herrschaft herausgestellt werden, um diese in einem letzten Schritt zurück auf Thomas Mann zu übertragen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Hauptteil
- 1. Thomas Mann im Exil
- 2. Thomas Mann im „,Doktor Faustus“
- 3. Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus
- 4. Thomas Mann und die Deutschen
- III. Ergebnisse
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Deutschlandbild Thomas Manns im Roman „Doktor Faustus“ und untersucht insbesondere seine Haltung zum Nationalsozialismus. Es wird die Beziehung zwischen dem im Exil lebenden Mann und dem unter nationalsozialistischer Herrschaft stehenden Deutschland analysiert, persönliche Übereinstimmungen zwischen dem Autor und dem Erzähler Serenus Zeitblom aufgezeigt und dessen Einstellungen zur nationalsozialistischen Herrschaft herausgestellt.
- Thomas Manns Exil und seine Reaktionen auf den Nationalsozialismus
- Die Darstellung des Deutschlandbilds in „Doktor Faustus“
- Die Rolle von Serenus Zeitblom als Spiegelbild von Thomas Manns Haltung
- Die Analyse von Zeitbloms Einstellungen zur nationalsozialistischen Herrschaft
- Die Übertragung von Zeitbloms Einstellungen auf Thomas Mann
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung
Die Einleitung stellt den historischen und biographischen Kontext des Romans „Doktor Faustus“ dar und erläutert die Motivation des Autors, die Folgen der nationalsozialistischen Herrschaft in seinem Werk zu verarbeiten. Die Hausarbeit fokussiert auf die Analyse des Deutschlandbilds Thomas Manns und seiner Einstellung zum Nationalsozialismus.
II. Hauptteil
1. Thomas Mann im Exil
Dieser Abschnitt beleuchtet die Veränderung im Leben Thomas Manns nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, die ihn zur Flucht ins Exil zwang. Die Ablehnung seiner Werke durch das NS-Regime und die Aberkennung seiner Staatsbürgerschaft führten zum „schwersten Schock seines Lebens.“
2. Thomas Mann im „,Doktor Faustus“
Dieses Kapitel wird sich mit der Darstellung von Thomas Manns Deutschlandbild im Roman „Doktor Faustus“ beschäftigen. Es wird auf die zentrale Rolle des Erzählers Serenus Zeitblom eingehen und die Verbindung zu Thomas Manns eigenen Erfahrungen beleuchten.
3. Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus
Dieser Teil der Arbeit analysiert Zeitbloms Einstellungen zur nationalsozialistischen Herrschaft. Es werden seine kritischen Ansichten und seine Auseinandersetzung mit den totalitären Strukturen des Regimes beleuchtet.
4. Thomas Mann und die Deutschen
In diesem Kapitel werden die Erkenntnisse aus der Analyse von Zeitbloms Einstellungen auf Thomas Mann übertragen. Es wird die Frage erörtert, inwiefern Zeitbloms Kritik an der NS-Herrschaft die eigene Haltung des Autors widerspiegelt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt zentrale Themen wie Thomas Manns Deutschlandbild, sein Exil, den Nationalsozialismus, die Darstellung von Deutschland in „Doktor Faustus“, Serenus Zeitblom, und die Analyse der Kritik an der nationalsozialistischen Herrschaft. Die Verbindung zwischen dem fiktiven Erzähler und dem Autor sowie die Übertragung von Zeitbloms Einstellungen auf Thomas Mann stehen im Mittelpunkt.
Häufig gestellte Fragen
Welches Deutschlandbild vermittelt Thomas Mann im „Doktor Faustus“?
Mann zeichnet ein kritisches Bild der deutschen Epoche, verkleidet in die Geschichte eines sündigen Künstlers, und reflektiert dabei den Aufstieg des Nationalsozialismus.
Inwiefern ist der Erzähler Serenus Zeitblom ein Spiegelbild des Autors?
Zeitblom teilt viele biografische und ideologische Übereinstimmungen mit Thomas Mann, insbesondere die humanistische Bildung und die tiefe Erschütterung durch das NS-Regime.
Wie steht Serenus Zeitblom zum Nationalsozialismus?
Zeitblom betrachtet den Nationalsozialismus mit Abscheu und Sorge; er analysiert die totalitären Strukturen als Katastrophe für die deutsche Kultur.
Welche Rolle spielt Thomas Manns Exil für den Roman?
Das Exil in den USA prägte Manns distanzierten, aber schmerzlichen Blick auf sein Heimatland und ermöglichte die kritische Reflexion der deutschen Geschichte aus der Ferne.
Warum wird die Geschichte als „hochprekär und sündig“ bezeichnet?
Dies bezieht sich auf den Pakt des Protagonisten Adrian Leverkühn mit dem Teufel, was als Allegorie für die Verführung Deutschlands durch den Nationalsozialismus verstanden werden kann.
- Quote paper
- Sven-Friedrich Pape (Author), 2011, Thomas Manns Deutschlandbild - Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189998