Es gilt im allgemeinen als unbestritten, dass die Öffentlichkeit eine große Rolle in Bezug auf den politischen Entscheidungsprozess spielt. Doch wie kann man ihre Bedeutung (im Speziellen für den politischen Entscheidungsprozess) fassbar machen bzw. operationalisieren? Mit diesem Problem hat sich Hanspeter Kriesi, Professor am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Zürich, auseinandergesetzt und einen konzeptionellen Rahmen für ein internationales Forschungsprojekt entwickelt.
In seiner Arbeit „Die Rolle der Öffentlichkeit im politischen Entscheidungsprozess“ beklagt Hanspeter Kriesi, dass die Frage nach der Beeinflussung des politischen Entscheidungsprozesses durch die öffentliche Meinung, sowie der Auswirkungen der politischen Kommunikation und Mobilisierung auf die öffentliche Meinung noch kaum systematisch erforscht ist. So beschäftigt sich man in der Politikwissenschaft, mit wenigen Ausnahmen, vor allem mit Analysen über die Vorgänge in den politischen Verhandlungsarenen, und in der Kommunikationswissenschaft spielt zumeist die Beeinflussung durch die Medieninhalte eine Rolle. Die Soziologie hat sich zwar dem Thema der Mobilisierung der öffentlichen Meinung angenommen, behandelt aber die Auswirkungen auf das politische System nicht.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll deshalb anhand der Ausführungen von Hanspeter Kriesi die die Bedeutung der Öffentlichkeit als strategische Ressource im politischen Entscheidungsprozess erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Ausgangspunkt
- Die öffentliche Arena
- Merkmale der öffentlichen Arena
- Akteure und Ereignisse
- Strategien
- Die Bedeutung der öffentlichen Arena: Themenspezifischer und nationaler Kontext
- Themenspezifischer Kontext
- Exkurs: „Punctuated Equlibrium“
- Beispiele für die Themenkategorien
- Nationaler Kontext
- Themenspezifischer Kontext
- Länderbeispiele
- Kritik
- Anhang: Tabellen
- Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Rolle der öffentlichen Arena im politischen Entscheidungsprozess. Hanspeter Kriesi befasst sich mit der Frage, wie die öffentliche Meinung den politischen Entscheidungsprozess beeinflusst und wie die politische Kommunikation und Mobilisierung die öffentliche Meinung beeinflussen.
- Die öffentliche Meinung als zentraler Bestimmungsfaktor im politischen Entscheidungsprozess.
- Der Einfluss von Interessengruppen auf den Entscheidungsprozess im Verhältnis zur Unterstützung des Publikums.
- Die Rolle von Interessensverbänden bei der Mobilisierung der öffentlichen Meinung.
- Die Bedeutung der politischen Kommunikation und Mobilisierung in der öffentlichen Arena zur Erlangung von Zustimmung.
- Die Merkmale der öffentlichen Arena und ihre Funktion als intermediäres System zwischen Gesellschaft und Politik.
Zusammenfassung der Kapitel
- Ausgangspunkt: Die Arbeit erläutert die Problematik der öffentlichen Meinung im politischen Entscheidungsprozess und stellt die drei zentralen Hypothesen von Kriesi vor. Sie befasst sich mit der mangelnden systematischen Erforschung des Themas in Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Soziologie.
- Die öffentliche Arena: Dieser Abschnitt führt den Begriff der öffentlichen Arena ein und grenzt ihn von der parlamentarischen und administrativen Arena ab. Er beschreibt die Merkmale der öffentlichen Arena, wie den offenen Zugang, die Kommunikation über Massenmedien und die Unsicherheit der Wirkung der politischen Kommunikation.
- Die Bedeutung der öffentlichen Arena: Der Abschnitt betrachtet den themenspezifischen und nationalen Kontext der öffentlichen Arena. Er erläutert den Begriff des "Punctuated Equilibrium" und gibt Beispiele für die Themenkategorien. Der nationale Kontext wird mit den Merkmalen von Mehrheits- und Konsensdemokratien, Parteiensystemen, Pressesystemen und Fernsehsystemen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Öffentliche Arena, politische Kommunikation, Mobilisierung, öffentliche Meinung, politische Entscheidungsprozesse, Medienzentrierung, Parteienzentrierung, Interessengruppen, "Punctuated Equilibrium", Mehrheitsdemokratie, Konsensdemokratie, Parteiensystem, Pressesystem, Fernsehsystem.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Hanspeter Kriesi unter der "öffentlichen Arena"?
Die öffentliche Arena ist ein intermediäres System zwischen Gesellschaft und Politik, in dem Akteure über Massenmedien versuchen, öffentliche Meinung zu mobilisieren und politische Entscheidungen zu beeinflussen.
Wie beeinflusst die öffentliche Meinung politische Entscheidungen?
Die Öffentlichkeit dient als strategische Ressource. Politiker und Interessengruppen nutzen die Zustimmung des Publikums, um Druck in Verhandlungsarenen auszuüben oder ihre Positionen zu legitimieren.
Was bedeutet der Begriff "Punctuated Equilibrium" in diesem Kontext?
Es beschreibt Phasen politischer Stabilität, die durch plötzliche Ereignisse oder massive öffentliche Mobilisierung unterbrochen werden, was zu schnellen und tiefgreifenden politischen Veränderungen führen kann.
Welche Rolle spielen Massenmedien in der öffentlichen Arena?
Medien fungieren als Gatekeeper und Bühne. Da der Zugang zur öffentlichen Arena über mediale Berichterstattung erfolgt, bestimmt die Medienlogik oft, welche Themen politisch relevant werden.
Was ist der Unterschied zwischen Mehrheits- und Konsensdemokratien bezüglich der Öffentlichkeit?
In Mehrheitsdemokratien wird die öffentliche Arena oft für harten Wettbewerb genutzt, während sie in Konsensdemokratien eher dazu dient, breite gesellschaftliche Unterstützung für Kompromisse zu finden.
- Quote paper
- Jan Kercher (Author), Isabel Birnstingl (Author), 2003, Öffentlichkeit als strategische Ressource im politischen Entscheidungsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18938