Die Ideen regionaler Integration und wirtschaftlicher Kooperation haben mit dem Ende der achtziger Jahre dieses Jahrhunderts und der Systemtransformation nach 1990 in vielen Ländern Lateinamerikas und der Karibik neue Impulse erhalten. Mittlerweile gehören fast alle Lateinamerikanischen Staaten einem oder mehreren (sub-)regionalen Integrationsbündnissen an. Diese Entwicklung steht auch im unmittelbaren Zusammenhang mit der weltweit zu beobachtenden Tendenz der Formierung von regionalen Wirtschaftsblöcken (z.B. ASEAN, NAFTA, EU). Den Aspekten marktorientierter wirtschaftlicher Kooperation und
regionaler Integration kommt im amerikanischen Wirtschaftsraum eine besondere Bedeutung zu. Die Reaktionen der lateinamerikanischen Staaten auf die Verwirklichung einer gesamtamerikanischen Freihandelszone, der FTAA/ALCA, sind sehr unterschiedlich. Vielfach steht dem Projekt eine USA kritische Haltung gegenüber und eigene integrativere Modelle gewinnen wieder zunehmend an Attraktivität.
Inhaltsverzeichnis
- Kooperation und Integration im lateinamerikanischen Wirtschaftsraum
- Akteure und Wirtschaftsbündnisse im lateinamerikanischen Wirtschaftsraum
- Die Europäische Union
- Der Gemeinsame Markt des Südens - Mercosur
- Organe und Strukturen im Mercosur
- Die regionalen Handelsbündnisse: CAN, CARICOM, ALADI und MCCA
- CARICOM
- ALADI
- MCCA - Der Gemeinsame Zentralamerikanische Markt
- Süd-Süd Bündnisse und Importsubstitution
- NAFTA
- FTAA
- Sozioökonomische Differenzen im Kontext der FTAA
- Fazit - freie Märkte oder regionale Integration (Kooperation vs. Integration)?
- Mercosur - Integrationsmotor Lateinamerikas
- Brasilien als Führungsmacht im Mercosur und lateinamerikanischen Integrationsprozess
- Literaturverzeichnis
- Vertragsverzeichnis
- Allgemeine Übersichten
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der regionalen Integration und wirtschaftlichen Kooperation im lateinamerikanischen Wirtschaftsraum seit den späten 1980er Jahren. Sie analysiert die verschiedenen Akteure und Bündnisse in der Region, untersucht die Herausforderungen und Chancen der regionalen Integration im Kontext der geplanten gesamtamerikanischen Freihandelszone FTAA/ALCA und beleuchtet die Rolle Brasiliens als potenzielle Führungsmacht im Mercosur und im lateinamerikanischen Integrationsprozess.
- Die Entwicklung und Bedeutung von regionalen Integrationsbündnissen im lateinamerikanischen Wirtschaftsraum
- Die Rolle der USA und Brasiliens als zentrale Akteure im regionalen Integrationsprozess
- Die Herausforderungen und Chancen der FTAA/ALCA für Lateinamerika
- Der Mercosur als regionales Integrationsmodell und seine Bedeutung für die südamerikanische Wirtschaft
- Die Rolle Brasiliens als potenzielle Führungsmacht im Mercosur und im lateinamerikanischen Integrationsprozess
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Entwicklung der Ideen regionaler Integration und wirtschaftlicher Kooperation im lateinamerikanischen Wirtschaftsraum seit den späten 1980er Jahren. Es werden die wichtigsten Akteure und Bündnisse in der Region vorgestellt, darunter die Europäische Union, der Mercosur, NAFTA und die FTAA.
Das zweite Kapitel widmet sich den verschiedenen Akteuren und Wirtschaftsbündnissen im lateinamerikanischen Wirtschaftsraum. Es werden die Organe und Strukturen des Mercosur sowie die regionalen Handelsbündnisse CAN, CARICOM, ALADI und MCCA vorgestellt.
Im dritten Kapitel werden die sozioökonomischen Differenzen im Kontext der FTAA untersucht.
Das vierte Kapitel befasst sich mit dem Thema freie Märkte oder regionale Integration und stellt die beiden Modelle FTAA und Mercosur gegenüber. Dabei wird der Mercosur als Integrationsmotor Lateinamerikas vorgestellt und die Rolle Brasiliens als Führungsmacht im Mercosur und im lateinamerikanischen Integrationsprozess beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen regionale Integration, wirtschaftliche Kooperation, Freihandelszone, Mercosur, FTAA/ALCA, Brasilien, USA, Lateinamerika, Südamerika, Wirtschaftsraum, Integrationsprozess, Führungsmacht, Hegemonialmacht.
Häufig gestellte Fragen
Welchen Zeitraum deckt die Untersuchung der lateinamerikanischen Wirtschaftsbündnisse ab?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklungen seit den späten 1980er Jahren und die Systemtransformationen nach 1990.
Was ist der Unterschied zwischen Mercosur und FTAA/ALCA?
Der Mercosur ist ein regionales Integrationsbündnis im Süden Amerikas, während die FTAA (ALCA) das Projekt einer gesamtamerikanischen Freihandelszone unter Führung der USA darstellt.
Welche Rolle spielt Brasilien in diesem Integrationsprozess?
Brasilien wird als potenzielle Führungsmacht und "Integrationsmotor" innerhalb des Mercosur und für ganz Lateinamerika analysiert.
Welche weiteren Handelsbündnisse werden in der Arbeit thematisiert?
Es werden unter anderem CAN (Andengemeinschaft), CARICOM (Karibik), ALADI (Lateinamerikanische Integrationsvereinigung) und MCCA (Zentralamerikanischer Markt) untersucht.
Warum stehen viele lateinamerikanische Staaten dem FTAA-Projekt kritisch gegenüber?
Oftmals herrscht eine USA-kritische Haltung vor, da eigene, integrativere Modelle gegenüber rein marktorientierten Freihandelszonen bevorzugt werden.
Was sind die zentralen sozioökonomischen Differenzen im Kontext der FTAA?
Die Arbeit beleuchtet die großen Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung und sozialen Struktur zwischen den USA und den lateinamerikanischen Partnern.
- Quote paper
- Patrick Willner (Author), 2006, Der lateinamerikanische Wirtschaftsraum zwischen regionaler Integration und wirtschaftlicher Kooperation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187897