B- und C-Promis essen Kamel-Schwanz, Krokodil-Penis, Fischaugen und baden in grünem Schleim und Fischinnereien. Das Programm ist teilweise so abartig, dass man eigentlich nicht hinschauen möchte, der Faszination aber gleichzeitig nicht entgehen kann. Wie wären ansonsten die hohen Einschaltquoten zu erklären.
Den Ekel aus der sicheren Entfernung betrachtet, gut geschützt auf dem Sofa zu Hause und schadenfroh den gescheiterten TV-Sternchen beim Blamieren zu sehen, wie aus diesen Verlierern Doppel- oder gar Dreifachverlierer werden. Schnell noch einen Anruf tätigen, Folterknecht spielen und für die Heulsuse des Camps, die zuvor von der Redaktion auserkoren wurde, voten, sodass sie dann auch erneut morgen bei der Dschungelprüfung antreten muss und hoffentlich scheitert, damit die Schadenfreude noch größer ist.
So in etwa funktioniert die Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“, mit der ich mich in dieser Arbeit näher beschäftigt habe. Mich interessiert die Frage: „Warum macht Ekel Quote?“
Um dies zu erklären, ist es zunächst notwendig zu verstehen, was Ekel ist oder sein kann und wie er wirkt oder wirken kann. Im anschließenden Kapitel folgt eine Formatbeschreibung der Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“. Die vorausgegangenen Kapitel werden im vierten Kapitel aufgegriffen und vereint und führen zu einer Antwort auf meine Leitfrage.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ekeltheorien und der Versuch einer Definition
- Formatbeschreibung der Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“
- Warum führt Ekel zu Quote?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Frage, warum Ekel in der Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ zu hohen Einschaltquoten führt. Die Analyse betrachtet den Ekel als emotionales Phänomen und untersucht dessen Wirkung im Kontext des Fernsehformats.
- Definition und Theorien des Ekels
- Formatanalyse der Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"
- Der Zusammenhang zwischen Ekel und Zuschauerinteresse
- Die Rolle der Scham und Schadenfreude
- Der Ekel als sozialer Mechanismus
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen Ekel und Einschaltquoten in der Sendung "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" vor und skizziert den methodischen Ansatz der Arbeit.
Ekeltheorien und der Versuch einer Definition: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene Theorien des Ekels, von der evolutionären Perspektive bis hin zu psychologischen und soziologischen Ansätzen. Es wird versucht, eine umfassende Definition des Ekels zu formulieren.
Formatbeschreibung der Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“: Dieses Kapitel beschreibt das Fernsehformat, die gezeigten Szenen und die Inszenierung von Ekel und Scham. Die Rolle der Zuschauerinteraktion und des Voting-Mechanismus wird analysiert.
Schlüsselwörter
Ekel, Reality-TV, „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, Einschaltquoten, Scham, Schadenfreude, Evolutionspsychologie, Soziologie, Medienanalyse, Formatbeschreibung.
Häufig gestellte Fragen
Warum schauen Menschen Sendungen wie „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“?
Die Faszination liegt in einer Mischung aus Ekel, Neugier und Schadenfreude. Zuschauer genießen es, Prominente in entwürdigenden Situationen zu sehen, während sie selbst in Sicherheit auf dem Sofa sitzen.
Was ist die psychologische Funktion von Ekel?
Ekel ist ursprünglich ein Schutzmechanismus der Evolution, um uns vor Krankheitserregern oder giftiger Nahrung zu bewahren. Im TV-Kontext wird dieser Instinkt für Unterhaltungszwecke instrumentalisiert.
Was versteht man unter „Ekel aus sicherer Entfernung“?
Es beschreibt das Phänomen, dass wir uns gerne mit abartigen Dingen beschäftigen, solange wir selbst nicht direkt betroffen sind. Der Bildschirm fungiert als Schutzschild, der das Unbehagen in Nervenkitzel verwandelt.
Welche Rolle spielt die Schadenfreude bei den Dschungelprüfungen?
Schadenfreude ist ein zentraler Motor. Durch das Voten für unbeliebte Kandidaten können Zuschauer "Folterknecht" spielen und die Demütigung von Personen miterleben, die sie als "Verlierer" wahrnehmen.
Warum macht Ekel im Fernsehen „Quote“?
Ekel erzeugt eine starke emotionale Reaktion, die Aufmerksamkeit bindet. Es ist ein biologischer "Hingucker", dem man sich schwer entziehen kann, was zu hohen Einschaltquoten führt.
Ist Ekel ein sozialer Mechanismus?
Ja, Ekel dient auch der sozialen Abgrenzung. Indem wir uns über das "Abartige" im Fernsehen ekeln, bestätigen wir uns gegenseitig unsere eigenen Normen und unsere Zugehörigkeit zur "normalen" Gesellschaft.
- Quote paper
- Marina Kils (Author), 2011, Die Faszination des Abartigen - Warum Ekel Quote macht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186870