Diese Arbeit beschreibt verschiedene Methoden digitaler Signaturverfahren. Um digitale Signaturen als Äquivalent zu einer rechtsverbindlichen handschriftlichen Unterschrift zu etablieren, schreiben Deutsche und Europäische Gesetze und Richtlinien diverse Vefahren zur Verwendung von Hard- und Softwarekomponenten vor.
Dennoch existieren am Markt auch Signaturverfahren, die diesen Anforderungen nicht genügen und die dennoch bereits weit verbreitet angewandt werden, so daß Lockerungen und Vereinfachungen der restriktiven Vorschriften für Anbieter und Anwender digitaler Signaturen derzeit kontrovers diskutiert werden. E-Commerce hat bekanntermaßen seine größten Potentiale im b2b Sektor. Ausgehend von einer allgemeinen Darstellung dieser Potentiale betrachtet diese Arbeit denkbare Einsatzmöglichkeiten digitaler Signaturverfahren. Hierbei zeigt sich immer wieder, daß zwar etliche Einsatzmöglichkeiten (intern und extern, Internet vs EDI, virtuelle Märkte,…)denkbar, jedoch am Markt kaum realisiert sind.
Diese mangelnde Marktdurchdringung hat unterschiedliche Ursachen. Viele potentielle Anwender sind offensichtlich skeptisch in der Anwendung neuer Technologien, zumal digitale Signaturverfahren technisch hochkomplex und kaum vermittelbar sind. Darüberhinaus ist einer Vielzahl potentieller Anwender dieses Verfahren mit seinen Rechtsfolgewirkungen noch nicht geläufig, da die wenigen staatlich genehmigten und überwachten Anbieter (Deutschland) ihr Produkt kaum vermarkten. Dies liegt zum einen sicherlich an der derzeit schwelenden Diskussion der Rechtsverbindlichkeit (EU: gegeben, Deutschland: richterliches Wohlwollen) digitaler Signaturen. Andererseits können diese Anbieter kaum Verkaufsargumente für ihre Verfahren liefern, da sich zwar Potentiale aufzeigen lassen (wie in meiner Arbeit wohl erstmals umfassend geschehen), diese aber aufgrund mangelnder empirischer Untersuchungen kaum quantifizierbar
sind. Diese Arbeit bildet also qualitative Potentiale der Verfahren ab und stellt somit eine Grundlage für die Quantifizierung von Einsatzmöglichkeiten dar.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Problemstellung: Digitale Signaturen
2.1 Das Verfahren der digitalen Signatur
2.1.1 Sicherheitsinfrastruktur
2.1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2 Theoretische Fundierung des Verfahrens der digitalen Signatur
2.2.1 Institutionen und Verhaltensannahmen der Neuen Institutionenökonomik
2.2.2 Erklärungsbeitrag des Transaktionskostenansatzes und der Property Rights Theorie
2.3 Electronic Commerce als Anwendungsfeld digitaler Signaturen
3 Digitale Signaturen im Transaktionsprozeß von Business-to-Business- Märkten
3.1 Transaktionen in Business-to-Business- Märkten
3.1.1 Transaktionsprozesse bei autonom erstellten Leistungen
3.1.2 Transaktionsprozesse bei integrativ erstellten Leistungen
3.2 Chancen und Anwendungsmöglichkeiten für digitale Signaturen
3.2.1 Grundsätzliche Potentiale des electronic commerce
3.2.2 Anwendungschancen für digitale Signaturen
3.3 Veränderungen des Transaktionsprozesses im Business-to-Business-Sektor durch digitale Signaturen
3.3.1 Veränderungen im Transaktionsprozeß bei autonom erstellten Leistungen
3.3.2 Veränderungen im Transaktionsprozeß bei integrativer Leistungserstellung
4 Praktische Relevanz und Akzeptanz digitaler Signaturen
4.1 Verbreitung und alternative Verfahrensformen digitaler Signaturen
4.1.1 Verbreitung gesetzeskonformer digitaler Signaturen
4.1.2 Alternative Signaturverfahren
4.2 Akzeptanz digitaler Signaturen
4.2.1 Diffusionsprobleme digitaler Signaturen
4.2.2 Personale Widerstände gegen digitale Signaturen
4.3 Kosten und Nutzen der Anwendung digitaler Signaturen
5 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss digitaler Signaturen auf Transaktionsprozesse im Business-to-Business-Sektor, um deren Mehrwert bei der Beseitigung von Sicherheits- und Vertraulichkeitsbedenken im Electronic Commerce aufzuzeigen.
- Theoretische Grundlagen auf Basis der Neuen Institutionenökonomik und Transaktionskostentheorie
- Differenzierung von Transaktionen bei autonomen und integrativen Leistungen
- Analyse der Chancen und Risiken für den Einsatz digitaler Signaturen
- Untersuchung der praktischen Relevanz, Verbreitung und Akzeptanz des Verfahrens
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Transaktionsprozesse bei autonom erstellten Leistungen
Leistungen, die nicht in integrativer Zusammenarbeit mit dem Nachfrager erbracht werden, nennt man autonom erstellte Leistungen. Autonome Leistungserstellungsprozesse werden von einem Anbieter weitgehend auf Grundlage seiner eigenen Dispositionen gesteuert und durchgeführt. Die daraus resultierenden Leistungen zeichnen sich durch ihren homogenen Charakter aus und werden auf einem breiten, anonymen Markt angeboten. Kennzeichnend ist hierbei nicht die Größe des angesprochenen Marktes oder Marktsegmentes, sondern vielmehr die Eigenschaft der Leistung: sie ist nicht einzelkundenspezifisch.
Um eine bessere Vermarktung zu gewährleisten, wird die Homogenität der angebotenen Güter von Herstellern und Nachfragern gezielt forciert. So entstehen einheitliche Reglementierungen und Qualitätsstandards, die eine Reduzierung der kaufverhaltensrelevanten Parameter darstellen und eine Vermarktung homogener Leistungen ermöglichen. Märkte, auf denen derart homogene Güter gehandelt werden, sind durch eine hohe Markttransparenz bezüglich Qualität, Menge und Preis charakterisiert. Man spricht von sogenannten Spotmärkten, bei denen einzelne Transaktionen durch den anonymen Charakter des Marktes ohne Verbundwirkung auf andere, folgende Transaktionen bleiben. Auf diesen Märkten determinieren Börsen oder Auktionen als vorherrschende Marktformen den Transaktionsprozeß, der sich folglich entsprechend standardisiert gestaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Electronic Commerce ein und skizziert die Bedeutung digitaler Signaturen als Sicherheitsinstrument im B2B-Sektor.
2 Grundlagen und Problemstellung: Digitale Signaturen: Dieses Kapitel definiert digitale Signaturen, erläutert deren technische und rechtliche Grundlagen und legt den theoretischen Rahmen mittels Neuer Institutionenökonomik fest.
3 Digitale Signaturen im Transaktionsprozeß von Business-to-Business- Märkten: Hier werden Transaktionstypen differenziert und das Potenzial digitaler Signaturen bei autonomen sowie integrativen Leistungen detailliert analysiert.
4 Praktische Relevanz und Akzeptanz digitaler Signaturen: Das Kapitel befasst sich mit der Marktdurchdringung, Diffusionsproblemen und den personalen Widerständen gegenüber der neuen Technologie sowie der Kosten-Nutzen-Relation.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über die Rolle digitaler Signaturen bei der Modernisierung von Geschäftsprozessen im B2B-Bereich.
Schlüsselwörter
Digitale Signatur, Electronic Commerce, Business-to-Business, Transaktionskosten, Neue Institutionenökonomik, Authentizität, Integrität, Transaktionsprozess, Sicherheitsinfrastruktur, Marktdurchdringung, Zertifizierungsstelle, Informationsasymmetrie, Akzeptanz, Standardisierung, Commodity-Geschäft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einfluss und Mehrwert digitaler Signaturen als elektronisches Äquivalent zur handschriftlichen Unterschrift innerhalb von B2B-Transaktionsprozessen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben den rechtlichen und technischen Grundlagen digitaler Signaturen stehen die theoretische Einbettung in die Transaktionskostentheorie sowie die Analyse von B2B-Geschäftsprozessen und deren Akzeptanz im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die durch digitale Signaturen initiierten Veränderungen in Transaktionsprozessen aufzuzeigen und zu klären, inwiefern sie zur Effizienzsteigerung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt als theoretische Basis die Neue Institutionenökonomik, insbesondere den Transaktionskostenansatz, um Austauschbeziehungen und die Einflüsse digitaler Signaturen strukturiert darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Differenzierung von Transaktionen (autonom vs. integrativ), die Analyse von Potenzialen des Electronic Commerce und eine Untersuchung der praktischen Relevanz und Akzeptanzbarrieren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere digitale Signaturen, B2B-Sektor, Transaktionskosten, Electronic Commerce, Informationsasymmetrie sowie Sicherheits- und Vertrauensarchitekturen.
Warum gibt es bisher eine geringe Marktdurchdringung?
Der Autor führt dies auf rechtliche Unsicherheiten, fehlende Standards, eine hohe technische Komplexität sowie personale Widerstände und mangelnde Quantifizierbarkeit der Vorteile zurück.
Welchen Einfluss haben "personale Widerstände" auf die Implementierung?
Individuen fürchten oft Kompetenzverluste oder Machtverlust durch automatisierte Prozesse, was hemmende Einflüsse auf Beschaffungsentscheidungen im Unternehmen haben kann.
- Arbeit zitieren
- Michael Buttkus (Autor:in), 2000, Analyse des Einflusses digitaler Signaturen auf den Transaktionsprozeß im Business-to-Business-Sektor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185464