Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Spiritualität junger Erwachsener und versucht zu klären, wie diese spirituellen Handlungs- und Denkweisen in den Alltag der Personen einwirken und ob sich diese Prozesse bewusst oder doch eher unbewusst gestalten. Nachdem in einem theoretischen Teil Begriffe definiert, spirituelle Bereiche des Alltagsleben beschrieben werden sowie die Phase des jungen Erwachsenenalters als Zeit des Wandels diskutiert wird, soll der anschließenden empirischen Teil klären, welche subjektiven Definitionen junge Erwachsene zum Begriff „Spiritualität“ haben, welche spirituellen Elemente in ihrem Leben zum Vorschein kommen und wie sie sich hinsichtlich ihrer Spiritualität einschätzen. Dazu wurde ein multidimensionaler Fragebogen an 157 Probanden im Alter zwischen 18 und 32 Jahren verteilt. Die Stichprobe wurde in zwei Gruppen geteilt und miteinander verglichen. Zum einen soll jene Gruppe untersucht werden, welche sich selbst als spirituell bezeichnet und zum anderen jene Gruppe, welche dies nicht tut.
Es wird vermutet, dass junge Erwachsene, die sich nicht als spirituell einschätzen, trotzdem spirituelle Verhaltens- und Denkweisen zeigen. Spirituelle junge Erwachsene dürften allerdings vermehrt diese Denk- und Verhaltensweisen in ihren Alltag integrieren. Zudem wird angenommen, dass spirituelle junge Erwachsene eher zu einer Definition von Spiritualität im Sinne von Verbundenheit, Sinnsuche und Reifung tendieren, während nicht-spirituelle junge Erwachsenen ihre Sichtweise von Spiritualität eher an Religion, Esoterik und Aberglauben orientieren. Die gestellten Hypothesen werden mittels t-Test, Häufigkeitsanalysen, Chi-Quadrat-Test sowie Kreuztabellen überprüft. Zusätzlich soll mit einer Clusteranalyse untersucht werden, ob sich in den Spiritualitätsdefinitionen der Probanden Antwortmuster verstecken. Die Analysen konnten die Hypothesen bestätigen. Die detaillierten Ergebnisse werden in den empirischen Abschnitten erläutert und veranschaulicht.
Inhaltsverzeichnis
1. ABSTRACT
THEORETISCHER TEIL
2. EINLEITUNG
3. SPIRITUELLES ERLEBEN UND RELIGIÖSER GLAUBE
3.1. Spiritualität vs. Religiosität
3.2. Komponenten einer spirituellen Lebensführung
4. SPIRITUELLE AUSDRUCKSFORMEN
4.1. Spiritualität und Wohlbefinden
4.1.1. Gesundheit
4.1.2. Das Glücksempfinden
4.2. Spiritualität als inneres und soziales Engagement
4.2.1. Verbunden- und Eins-Sein
4.2.2. Vergebung
4.2.3. Dankbarkeit
4.2.4. Altruismus und Ethik
4.3. Spiritualität und kritische Lebensereignisse
4.3.1. Critical Life Events
4.3.2. „Sinn“-volle Bewältigung
5. SPIRITUALITÄT IM JUNGEN ERWACHSENENALTER
5.1. Entwicklung im jungen Erwachsenenalter
5.2. Spirituelle Reifung
6. ZUSAMMENFASSUNG
EMPIRISCHER TEIL
7. SPEZIFIZIERUNG UND BEGRÜNDUNG DER FRAGESTELLUNG
8. EMPIRISCHE BASIS UND METHODISCHER ANSATZ
8.1. Zusammenstellung des Fragebogens
8.1.1. Die Skala Wohlbefinden und Glück
8.1.2. Die Skala Inneres und Soziales Engagement
8.1.3. Die Skala Bewältigung von Problemsituationen
8.1.4. Die Skala Spiritualität
8.2. Durchführung der Befragung
8.3. Stichprobe
9. AUSWERTUNG
9.1. Datenaufbereitung und Gruppeneinteilung
9.2. Analysen
9.2.1. Reliabilitätsanalysen
9.2.2. t-Test
9.2.3. Häufigkeitsanalysen und Kreuztabellen
9.2.4. Chi-Quadrat-Test
9.2.5. Clusteranalyse
9.3. Ergebnisse
10. DISKUSSION UND AUSBLICK
11. RESÜMEE
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verständnis von Spiritualität bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 32 Jahren und erforscht, ob und wie spirituelle Denk- und Verhaltensweisen in den Alltag integriert werden, auch bei Personen, die sich selbst nicht explizit als spirituell bezeichnen. Das Hauptziel besteht darin, die subjektiven Spiritualitätskonzepte dieser Altersgruppe zu identifizieren und die Unterschiede zwischen spirituellen und nicht-spirituellen Personen hinsichtlich ihres spirituellen Handelns und Denkens zu analysieren.
- Unterscheidung und Abgrenzung von Spiritualität und Religiosität
- Einfluss von Spiritualität auf das subjektive Wohlbefinden und Lebensglück
- Bedeutung spiritueller Dimensionen wie Dankbarkeit, Vergebung und Verbundenheit
- Spirituelle Reifungsprozesse und Bewältigungsstrategien bei kritischen Lebensereignissen
- Empirische Analyse mittels multidimensionaler Fragebögen und statistischer Verfahren
Auszug aus dem Buch
3.1. Spiritualität vs. Religiosität
Spiritualität leitet sich vom lateinischen ‚spiritus‘ ab. Dieses Nomen bedeutet ursprünglich ‚Luft, Hauch‘, aber auch ‚Atem, Atmen‘, ‚Seele, Geist‘ sowie ‚Begeisterung, Mut, Sinn‘. Das zugrunde liegende Verb lautet ‚spiro‘ und bezeichnet nicht nur ‚wehen, hauchen‘, sondern auch ‚atmen, leben‘ sowie ‚erfüllt und beseelt sein‘. Die Lateiner sahen Spiritualität im engsten Zusammenhang mit dem Atmen. (Bucher 2007, S.22)
Eine ähnliche Begriffsbestimmung findet man auch bei Frick (2002):
Das aus dem französischen Katholizismus des frühen 20. Jahrhunderts stammende Substantiv ‚Spiritualität‘ leitet sich vom Adjektiv ‚spiritualis‘ (lat.), beziehungsweise ‚pneumatikós‘ (griech. ‚pneuma‘: Atem, Wind, Geist) ab und entspricht dem alttestamentlichen Begriff ‚ruach‘. (S.43)
Spiritualität und Religiosität werden in wissenschaftlichen Arbeiten und auch bei verschiedenen Studien oftmals deutlich unterschieden. Tabelle 1 (Bucher, 2007, S.51) soll dies veranschaulichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. ABSTRACT: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Untersuchung zur Spiritualität junger Erwachsener, die mit einem multidimensionalen Fragebogen an 157 Probanden durchgeführt wurde.
2. EINLEITUNG: Es wird die Relevanz der Untersuchung spiritueller Denkweisen und Lebensführungen bei jungen Erwachsenen sowie die Abgrenzung zum Religionsbegriff dargelegt.
3. SPIRITUELLES ERLEBEN UND RELIGIÖSER GLAUBE: Das Kapitel widmet sich der begrifflichen Klärung von Spiritualität und Religiosität sowie den Komponenten einer spirituellen Lebensführung.
4. SPIRITUELLE AUSDRUCKSFORMEN: Hier werden zentrale Aspekte wie Wohlbefinden, soziales Engagement und der Umgang mit kritischen Lebensereignissen im Kontext von Spiritualität beleuchtet.
5. SPIRITUALITÄT IM JUNGEN ERWACHSENENALTER: Das Kapitel fokussiert auf die spezifischen Entwicklungsaufgaben und die spirituelle Reifung in dieser Lebensphase.
6. ZUSAMMENFASSUNG: Die theoretischen Erkenntnisse zu Spiritualität, Wohlbefinden, Glück, Vergebung und Bewältigungsstrategien werden kompakt zusammengefasst.
7. SPEZIFIZIERUNG UND BEGRÜNDUNG DER FRAGESTELLUNG: Es werden die Forschungsfragen und Hypothesen zur Differenzierung zwischen spirituellen und nicht-spirituellen jungen Erwachsenen formuliert.
8. EMPIRISCHE BASIS UND METHODISCHER ANSATZ: Beschreibung der Instrumente zur Erhebung sowie der Stichprobe und des methodischen Vorgehens bei der Befragung.
9. AUSWERTUNG: Dokumentation der statistischen Analysen (Reliabilität, t-Test, Clusteranalyse) zur Überprüfung der Hypothesen.
10. DISKUSSION UND AUSBLICK: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der Ausgangshypothesen und Reflexion über zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
11. RESÜMEE: Persönliche Zusammenfassung der Autorin über die Bedeutung von Spiritualität als Ressource für ein sinnerfülltes und zufriedenes Leben.
Schlüsselwörter
Spiritualität, Religiosität, junges Erwachsenenalter, Wohlbefinden, Lebenssinn, Vergebung, Dankbarkeit, Bewältigungsstrategien, empirische Psychologie, Persönlichkeitsentwicklung, Lebensführung, Clusteranalyse, t-Test, Identität, Transzendenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verständnis und die Ausprägung von Spiritualität bei jungen Erwachsenen und wie diese ihre Lebensführung beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Abgrenzung von Spiritualität und Religiosität, das Wohlbefinden, prosoziales Engagement, Vergebung, Dankbarkeit und die Bewältigung von Krisen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, wie junge Erwachsene den Begriff Spiritualität definieren und welche spirituellen Elemente sie bewusst oder unbewusst in ihren Alltag integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative empirische Studie durchgeführt, bei der 157 Probanden mittels eines multidimensionalen Fragebogens befragt und die Daten statistisch (t-Test, Clusteranalyse, etc.) ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen ausführlichen theoretischen Teil über spirituelle Ausdrucksformen und einen empirischen Teil, der die erhobenen Daten analysiert und die Hypothesen prüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Spiritualität, junges Erwachsenenalter, Wohlbefinden, Lebenssinn, Vergebung, Dankbarkeit und Bewältigung.
Welche Rolle spielt der Vergleich zwischen spirituellen und nicht-spirituellen Gruppen?
Der Vergleich dient dazu zu zeigen, dass auch Personen, die sich selbst nicht als spirituell bezeichnen, ähnliche Verhaltensweisen und Denkstrukturen aufweisen wie spirituelle Personen.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Vergebung und Dankbarkeit?
Beides wird als spirituelle Ressource behandelt, wobei Vergebung vor allem bei der emotionalen Bewältigung von Konflikten und Dankbarkeit bei der Steigerung des allgemeinen Lebensglücks eine Rolle spielt.
- Quote paper
- Kerstin Schatzig (Author), 2011, Spiritualität im jungen Erwachsenenalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184825