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Vom Schmelztiegelmythos zum Multikulturalismus - Erfahrungen aus den USA

Título: Vom Schmelztiegelmythos zum Multikulturalismus - Erfahrungen aus den USA

Trabajo , 2003 , 27 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Holger Rupprecht (Autor)

Sociología - Política, Mayorías, Minorías
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Multikulturalismus - ein Reizwort. In den letzten Jahren wurde dieser Begriff in der öffentlichen Debatte in Deutschland mit äußerst gegensätzlichen Gefühlsassoziationen gebraucht. Von rechtskonservativer Seite wurde und wird das Schreckgespenst einer multikriminellen Gesellschaft gezeichnet sowie vor einem kulturellen Egalitarismus gewarnt. Vielmehr hätten sich Migranten, die nach Deutschland kommen, an einer deutschen Leitkultur zu orientieren, deren Definitionsversuche allerdings kaum zu überzeugen vermögen. Für das linke Lager dagegen steht Multikulturalismus oft für eine positive Utopie, eine Lebensform , die es jedem erlauben soll, nach seiner Facon glücklich zu werden.
Dadurch könne ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen auf
deutschen Boden ermöglicht werden.
Vielfach scheint es den Protagonisten der Debatte eher darum zu gehen,
potentiellen Wählern ihre jeweilige Weltanschauung zu vermitteln, als ernsthaft Gedanken zum Miteinander der Kulturen zu entwickeln. Diese Arbeit soll den Versuch unternehmen, sich dem Begriff Multikulturalismus am Beispiel der USA, zu nähern, denn die „USA haben uns eine 200-jährige Erfahrung des politischen und rechtlichen Umgangs mit den im Staatenverbund ansässigen Minderheiten voraus, eine komplexe und widersprüchliche Geschichte.“ Gerüst und roter Faden der Ausführungen wird dabei das 1997 erschienene Buch „We Are all Multiculturalists Now“ des ehemaligen Harvard Professors Nathan Glazer sein, einem anerkannten Experten auf dem Gebiet der Migrationsforschung und damit zusammenhängenden Thematiken. Ich werde seine Hauptthesen aufzeigen und dabei darauf eingehen, wie Einwanderern integriert werden sollten und was dazu führte, dass von althergebrachten Konzepten nach und nach abgerückt wurde.
Es wird sich zeigen, dass in den USA die Diskussion eine andere Dimension als in Deutschland erreicht hat. Zum einen wird der Begriff Multikulturalismus umfassender verstanden, zum anderen geht es - zumindest Glazers Ansicht nach - kaum noch um die Frage ob, sondern vielmehr wie multikulturelle Anliegen praktisch umgesetzt werden können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Form und Ziel der Integration von Immigranten in den USA

3 Die Sonderstellung der Schwarzen

3.1 Die historische Sonderstellung der Afro-Americans

3.2 Die wirtschaftlich-soziale Sonderstellung der Afro-Americans

4 Multikulturalismus- Was heisst das?

5 Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Multikulturalismus am Beispiel der USA, um ein besseres Verständnis für die Debatte um das Miteinander verschiedener Kulturen zu entwickeln. Dabei steht die Forschungsfrage im Zentrum, wie die US-amerikanische Geschichte der Integration, insbesondere der Umgang mit der afroamerikanischen Minderheit, die heutige multikulturelle Ausrichtung beeinflusst und welche Lehren daraus für Deutschland gezogen werden können.

  • Die historische Rolle der Assimilation und der "Schmelztiegel"-Mythos in den USA.
  • Die spezifische Sonderstellung und Integrationsproblematik der Afro-Americans.
  • Die Bedeutung von "Affirmative Action" und der Politik der Anerkennung.
  • Der aktuelle Status und die Herausforderungen des Multikulturalismus im US-Bildungssystem.
  • Vergleichende Perspektiven der Multikulturalismus-Debatte zwischen den USA und Deutschland.

Auszug aus dem Buch

Die historische Sonderstellung der Afro-Americans

Das wichtigste Kriterium, das sie von allen anderen in den USA lebenden Ethnien unterscheidet, besteht in der banalen, aber bedeutungsvollen Tatsache, dass die Afro Americans aus Afrika nach Amerika deportiert wurden. Im Gegensatz zu allen anderen Einwanderegruppen wollten sie nicht in dieses Land kommen, sondern wurden zwangsweise unter oft brutalsten Umständen dorthin verschleppt.

Sie verbanden mit ihrer Ankunft alles andere als positive Hoffnungen, die amerikanischen Mythen mussten ihnen fremd bleiben. Zusammengepfercht in einfache Hütten und zur schwersten körperlichen Arbeit gehalten, mussten die Sagen vom Land der großen Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten in dem jeder Tellerwäscher Millionär werden könne wie Hohn klingen. Sie hatten kein idealisiertes Bild von Amerika, es war für sie nicht das gelobte Land, sie träumten nicht den American Dream, sondern sangen den Blues auf ihre Heimatlosigkeit.

Diese Mythen hatten aber, wie ausgeführt, entscheidenden Anteil an der Entstehung einer amerikanischen Ideologie, die für alle Einwanderer Teil ihrer Identität wurden und somit Verbindungen schufen zwischen dem Denken und Fühlen der Menschen und der Institution des Staates. Dies Schwarzen hingegen hatten keinen Zugang zu dieses Vorrat an sinnstiftenden und verbindenden Mythen. Sie blieben außen vor, waren am Prozeß des Nation Buildings nicht beteiligt, der Zugang zum amerikanischen Haus blieb ihnen verwehrt, sie konnten mit dem „amerikanischen consensus“ nicht übereinstimmen. Konnte sie ein „New Man“ mit allen Rechten und Freiheiten werden? Im Gegenteil. Speziell die Schwarzen wurden jahrhundertelang als rechtlose Menschen zweiter Klasse gedemütigt. Unabhängig von Gruppenzugehörigkeit und Symbolisierung der Kultur kann es keine gemeinschaftliche Identität geben. Ein Schwarzer auf der Suche nach Gemeinschaft und Identität konnte aber wiederum nur Schwarze finden, er hatte somit keinerlei Chance sich als Amerikaner fühlen zu dürfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kontroverse öffentliche Debatte um den Begriff Multikulturalismus in Deutschland und führt das Beispiel der USA als Referenzrahmen für die Untersuchung ein.

2 Form und Ziel der Integration von Immigranten in den USA: Dieses Kapitel analysiert das historische Integrationskonzept der USA, das stark von Assimilation und dem Schmelztiegel-Mythos geprägt war.

3 Die Sonderstellung der Schwarzen: Das Kapitel untersucht die grundlegende Ausnahme der schwarzen Bevölkerung, die durch Zwangseinwanderung und Diskriminierung von der klassischen Assimilationsgeschichte abweicht.

3.1 Die historische Sonderstellung der Afro-Americans: Hier wird die Geschichte der rechtlichen Ausgrenzung und die fehlende Teilhabe der Afro-Americans an amerikanischen Mythen und der nationalen Ideologie beleuchtet.

3.2 Die wirtschaftlich-soziale Sonderstellung der Afro-Americans: Der Abschnitt betrachtet die gegenwärtige sozioökonomische Lage, geprägt von struktureller Diskriminierung und räumlicher Segregation.

4 Multikulturalismus- Was heisst das?: Das Kapitel definiert Multikulturalismus als politischen Ansatz der Anerkennung und thematisiert dessen Implementierung im US-Bildungswesen.

5 Schlußbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Übertragbarkeit der US-Erfahrungen auf den deutschen Kontext und mahnt zu einem offeneren Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt.

Schlüsselwörter

Multikulturalismus, USA, Integration, Assimilation, Afro-Americans, Schmelztiegel, Bürgerrechte, Affirmative Action, Politik der Anerkennung, Bildungssystem, Diskriminierung, Identität, Rassismus, Einwanderungsland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept des Multikulturalismus am Beispiel der USA, um die komplexen gesellschaftlichen Integrationsprozesse von Minderheiten zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Assimilationspolitik, die spezifische Situation der Afro-Americans sowie die moderne Debatte um Anerkennung und kulturelle Vielfalt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Begriff Multikulturalismus anhand der US-Erfahrung zu durchleuchten, um daraus Erkenntnisse für die aktuelle Integrationsdebatte, insbesondere in Deutschland, zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei insbesondere die Thesen von Nathan Glazer und anderen Experten zur Migrations- und Integrationspolitik kritisch herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung von der klassischen Assimilation hin zum Multikulturalismus, unter besonderer Berücksichtigung der ungleichen Integrationsgeschichte der schwarzen Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Multikulturalismus, Assimilation, Afro-Americans, Bürgerrechte, Affirmative Action und die Politik der Anerkennung.

Wie unterscheidet sich die Situation der Afro-Americans von anderen Migrantengruppen?

Im Gegensatz zu europäischen Einwanderern kamen Afro-Americans unfreiwillig und unter Zwang in die USA, was ihre Integration nachhaltig erschwerte und zu einem anderen Status innerhalb der Gesellschaft führte.

Warum wird im Buch die "Affirmative Action" kritisch hinterfragt?

Die "Affirmative Action" wird kritisch diskutiert, da sie einerseits zur Korrektur historischer Diskriminierung dienen sollte, andererseits jedoch auch neue Grenzziehungen zwischen Gruppen verstärken kann.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
Vom Schmelztiegelmythos zum Multikulturalismus - Erfahrungen aus den USA
Universidad
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Soziologie)
Curso
HS: Nationalität und Ethnizität
Calificación
1
Autor
Holger Rupprecht (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
27
No. de catálogo
V18406
ISBN (Ebook)
9783638227643
Idioma
Alemán
Etiqueta
Schmelztiegelmythos Multikulturalismus Erfahrungen Nationalität Ethnizität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Holger Rupprecht (Autor), 2003, Vom Schmelztiegelmythos zum Multikulturalismus - Erfahrungen aus den USA, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18406
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