Die Convention on Cluster Munitions statuiert ein Exempel im Bereich internationaler Kooperation: Eine zunächst nur zahlenmäßig kleine Initiative führte zur Kodifikation eines weit reichenden Verbots von Streumunition. Der Vergleich zur nuklearen Abrüstungsbewegung liegt sehr nahe: In beiden Fällen kam die Initiativen zu Rüstungskontrolle und Abrüstung nicht primär aus Staaten, sondern vielmehr aus einer kleinen Gruppe, die ihren Einfluss ausweitete und ihr Thema auf die Ebene internationaler Verhandlungen brachte. Im Falle des Verbots von Streumunition kann man im Gegensatz zur nuklearen Abrüstung sogar von noch bahnbrechenderen Erfolgen sprechen: Ein neues, noch erfolgreiches Beispiel des Einflusses von Wissen auf internationale Kooperation?
Zur Klärung dieser Frage soll zunächst der Ansatz epistemischer Gemeinschaften und ihr potentieller Einfluss im Prozess zur Verabschiedung der Konvention in Grundzügen dargestellt werden, um daraufhin zu untersuchen, inwieweit der Ansatz epistemischer Gemeinschaften einen Beitrag zur analytischen Erfassung des Prozesses liefern kann.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- A. Einleitung
- B. Epistemische Gemeinschaften
- I. Grundzüge des Ansatzes epistemischer Gemeinschaften
- 1. Definition
- 2. Prämissen des Ansatzes
- 3. Entstehung internationaler Kooperation aus Sicht des Ansatzes
- 4. Formen des Einflusses epistemischer Gemeinschaften
- II. Anwendungsbeispiele des Ansatzes
- 1. Nukleare Abrüstung
- 2. Umweltschutz
- III. Kritik am Ansatz epistemischer Gemeinschaften
- C. Die Cluster Munition Coalition - eine epistemische Gemeinschaft?
- I. Entstehung der Konvention zum Verbot von Streumunition
- II. Charakteristika der Cluster Munition Coalition
- III. Einfluss epistemischer Gemeinschaften
- D. Fazit und kritische Würdigung: Bedeutung des Konzept epistemischer Gemeinschaften zur Erklärung internationaler Kooperation
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit untersucht den Einfluss epistemischer Gemeinschaften auf die Entstehung und Entwicklung internationaler Kooperation. Der Fokus liegt dabei auf der Konvention zum Verbot von Streumunition und der Frage, ob die Cluster Munition Coalition als ein erfolgreiches Beispiel für eine epistemische Gemeinschaft betrachtet werden kann. Die Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung der Konvention, die Rolle der Cluster Munition Coalition und den Einfluss epistemischer Gemeinschaften auf den Prozess der internationalen Kooperation.
- Der Ansatz epistemischer Gemeinschaften und seine Bedeutung für die Erklärung internationaler Kooperation
- Die Entstehung und Entwicklung der Konvention zum Verbot von Streumunition
- Die Rolle der Cluster Munition Coalition als epistemische Gemeinschaft
- Der Einfluss von Wissen und Expertise auf die internationale Kooperation
- Die Bedeutung des Konzepts epistemischer Gemeinschaften für die Analyse von internationalen Regimen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der internationalen Kooperation und die Bedeutung des Ansatzes epistemischer Gemeinschaften ein. Sie stellt die Forschungsfrage und die Zielsetzung der Arbeit dar. Das Kapitel „Epistemische Gemeinschaften“ erläutert den Ansatz epistemischer Gemeinschaften, seine Prämissen und seine Bedeutung für die Erklärung internationaler Kooperation. Es werden Anwendungsbeispiele des Ansatzes vorgestellt und kritische Punkte diskutiert. Das Kapitel „Die Cluster Munition Coalition - eine epistemische Gemeinschaft?“ analysiert die Entstehung der Konvention zum Verbot von Streumunition, die Rolle der Cluster Munition Coalition und den Einfluss epistemischer Gemeinschaften auf den Prozess der internationalen Kooperation. Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und diskutiert die Bedeutung des Konzepts epistemischer Gemeinschaften für die Erklärung internationaler Kooperation.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen epistemische Gemeinschaften, internationale Kooperation, Streumunition, Cluster Munition Coalition, Konvention zum Verbot von Streumunition, Wissen, Expertise, Regime, internationale Beziehungen, sozial konstruierte Realität, normative Ansichten, kausale Ansichten, Überprüfbarkeit von Wissen, Einfluss von Wissen, politische Entscheidungsprozesse, internationale Politik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine „epistemische Gemeinschaft“?
Es handelt sich um ein Netzwerk von Experten mit anerkannter Kompetenz in einem bestimmten Bereich, die Wissen und normative Überzeugungen teilen, um politische Entscheidungen zu beeinflussen.
Was regelt die „Convention on Cluster Munitions“?
Die Konvention kodifiziert ein weitreichendes Verbot von Streumunition, einschließlich deren Einsatz, Produktion und Lagerung.
Kann die „Cluster Munition Coalition“ als epistemische Gemeinschaft gelten?
Die Arbeit untersucht genau diese Frage und analysiert, inwieweit die Koalition durch ihr Fachwissen und ihre Expertise den internationalen Verhandlungsprozess maßgeblich gesteuert hat.
Wie beeinflusst Wissen die internationale Kooperation?
Wissen dient als Grundlage für die Definition von Problemen und Lösungen auf internationaler Ebene, oft initiiert durch kleine Gruppen, die ihr Thema in globale Verhandlungen einbringen.
Gibt es Parallelen zwischen dem Verbot von Streumunition und der nuklearen Abrüstung?
Ja, in beiden Fällen kamen die Initiativen primär von nicht-staatlichen Gruppen und Expertennetzwerken statt direkt von den Nationalstaaten.
Welche Kritik gibt es am Ansatz der epistemischen Gemeinschaften?
Die Arbeit diskutiert kritische Punkte des Ansatzes, wie etwa die Überprüfbarkeit von Wissen und die tatsächliche Machtverteilung in politischen Entscheidungsprozessen.
- Quote paper
- Christina Schröder (Author), 2009, Der Einfluss epistemischer Gemeinschaften und das Verbot von Streumunition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183726